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Geflügel: Wie das Federpicken verhindert werden kann

Neues Forschungsprojekt unter Beteiligung der Landwirtschaftskammer evaluiert Empfehlungen des Tierschutzplans Niedersachsens zur Verhinderung von Verhaltensstörungen bei Hennen

Seit Anfang 2017 ist in Niedersachsen das Kürzen des Schnabels von Legehennen verboten. Durch den intakten Schnabel sind die Auswirkungen am Tier beim Auftreten des sogenannten Federpickens größer. Die Empfehlungen für Geflügelbetriebe, die aufgrund des Tierschutzplans Niedersachsen entstanden sind, sollen dies verhindern.

Jetzt ist das Forschungsprojekt „Risikoorientiertes Herdenmanagement (RoHm)“ unter Leitung der Hochschule Osnabrück gestartet, das prüft, „inwieweit die in den Empfehlungen beschriebenen Maßnahmen risikoorientiert erfolgversprechend umgesetzt werden können, welche Defizite bestehen, bzw. welche Ergänzungen der Empfehlungen notwendig sind“, heißt es im Forschungsantrag. Projektpartner sind die Tierärztliche Hochschule Hannover, der Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e.V. und die Landwirtschaftskammer Niedersachen, die zum Projekt mehrere Workshops und Infoveranstaltungen organisiert.

Federpicken und Kannibalismus sind Verhaltensstörungen bei Hühnern, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Lichtverhältnisse im Stall oder auch die Fütterung. Dabei spielt die Haltungsform keine Rolle. Federpicken und Kannibalismus können sowohl bei Hennen in Boden- oder Freilandhaltung als auch im ökologischen Landbau auftreten.

Die Ursachen sind je nach Betrieb sehr verschieden, was es schwierig macht, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen.

Dr. Jörg Baumgarte vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz betonte bei der Auftaktveranstaltung des Projektes in Visbek die Rolle Niedersachsens als Vorreiter für den bundesweiten Ausstieg aus dem Schnabelkürzen. Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden insgesamt 30 Hühnerherden von den beiden beteiligten Hochschulen in der Aufzucht und der Legeperiode untersucht.

Die Empfehlungen des Tierschutzplans sehen zum Beispiel Beschäftigungsmaterialien wie Luzerneballen und Pickblöcke vor, um die Hühner tiergerecht zu beschäftigen.

Aktuelle Erkenntnisse des Projekts sollen auf Workshops und in Webinaren mit Geflügelhaltern und Beratern vorgestellt werden, um Geflügelbetriebe über die besonderen Anforderungen der Hennenhaltung mit ungekürztem Schnabel zu informieren. „Das Projekt fördert den wichtigen Austausch zwischen Landwirten, Beratern, Tierärzten und Wissenschaftlern“ betonte Prof. Dr. Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück.

Das zweijährige Projekt wird mit rund 780.000 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Die auf dem Foto abgebildeten Personen (von links): Stefan Sagkob (Leiter des Sachgebiets Versuchs- und Projektwesen Tier bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück), Friedrich-Otto Ripke (Vorsitzender des Landesverbands der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft), Dr. Birgit Spindler (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover), Dr. Jörg Baumgarte (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Prof. Dr. Sabine Petermann, Dr. Peter Hiller (bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zuständig für Tierzucht und Tierhaltung), Lea Klambeck und Hermann Hermeling, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


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Kontakt:
Stefan Sagkob
Leiter Sachgebiet Versuchs- und Projektwesen Tier, Agrarsystemtechnik
Telefon: 0441 801-609
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück)
Dozent für Nutzgeflügelhaltung und Geflügelmanagement
Telefon: 0541 969-5132
E-Mail:


Stand: 25.10.2017