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Junge Zukunftsmacher im Fokus

Wie wenige andere Branchen ist die Landwirtschaft im besten Sinne bodenständig und zugleich moderner Technologie gegenüber aufgeschlossen. Beim Unternehmerforum AGRAR diskutierten rund 500 Teilnehmer in Bassum Perspektiven für die Landwirtschaft.

"Wir brauchen mehr Transparenz, denn wir müssen nicht verbergen, was wir tun“, erläuterte Jung-Landwirt Stefan Teepker. Als Referent einer gemeinsamen Veranstaltung der Volksbanken Diepholz, Nienburg und Verden sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg, stellte Teepker jedoch klar: „Das schlechte Image der Tierhalter kommt von zu wenig Offenheit in den vergangenen Jahren. Nur wer sich der Diskussion stellt, kann das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen.“ Teepker geht selbst mit gutem Beispiel voran und bietet in einem seiner Geflügelställe in Handrup im Emsland direkte Einblicke. Besucher können jederzeit durch eine Glasscheibe in den Stall schauen.

Dass moderne Landwirtschaft wenig mit dem nostalgischen Bauernhof-Idyll zu tun hat, verdeutlichte Milchbauer Lars Nordbruch aus Moordeich. „Landwirte müssen als Unternehmer denken und handeln“, sagte Nordbruch im Dialog mit Anne Dirksen, bei der Landwirtschaftskammer Leiterin des Sachgebiets Familie und Betrieb/Sozioökonomische Beratung. Dazu gehöre, so Nordbruch weiter, eine langfristige Liquiditätsplanung, wie sich während der zurückliegenden Milchpreiskrise deutlich erwiesen habe. Landwirtschaftliche Unternehmer sollten das Thema „Arbeitszeit“ realistisch angehen: „Sieben Tage rund um die Uhr im Einsatz war früher üblich, aber passt nicht mehr in die heutige Zeit.“

„Ob ein Unternehmen erfolgreich fortgeführt wird, hängt ganz entscheidend davon ab, wie der Prozess gestaltet wird“, sagte Dirksen. Eine fundierte Ausbildung der Junglandwirte zählt für die Beraterin der Landwirtschaftskammer ebenso dazu wie den Hofnachfolger rechtzeitig einzubinden und ihm Verantwortung zu übertragen, während die ältere Generation loslassen müsse.

Der Berliner Agrarjournalist und Kommunikationsberater Dietrich Holler skizzierte die Zukunft der Landwirtschaft: Mit der zunehmenden Digitalisierung bestehe die Gefahr, dass die Landwirte ihre unternehmerische Unabhängigkeit einbüßten, warnte er und ergänzte, dass jeder Unternehmer für sich entscheiden müsse, wo seine Daten „bleiben“. Er appellierte an den Branchennachwuchs: „Ihr müsst Euch für Euer Tun nicht rechtfertigen, wenn Ihr im Vorfeld richtig erklärt.“ Positiv beurteilte Holler das Wissen der jungen Landwirte, diese seien sehr gut ausgebildet.

Über die zwischen 1995 und 2010 geborene „Generation Z“ berichtete Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der Privaten Hochschule Göttingen: Für diese Generation sei „das Internet die Heimat“. Die Z-ler seien sehr selbstbewusst und wünschten sich eine kollegiale Arbeitsatmosphäre. Als Teamspieler erwarten sie nach Mörstedts Aussagen viel Feedback, wie es in sozialen und digitalen Netzwerken üblich ist. 

Der Leiter der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer, Henrich Meyer zu Vilsendorf, zeigte sich als Moderator sichtlich erfreut über den enormen Zuspruch der jungen Landwirte und prognostizierte Ihnen auch in dem sehr schwierig gewordenen Umfeld eine positive Zukunft. „Das diesjährige Unternehmerforum hat wesentliche Denkanstöße geliefert“, so Meyer zu Vilsendorf.

„Die Lösungen zu Fragen der Hofnachfolge gehören wahrscheinlich zu den entscheidendsten und bedeutsamsten Aufgaben eines selbstständigen Landwirtes, ganz bestimmt aber zu den emotionalsten“, erklärt Carl-Ludwig Behrens, Vorstand der Volksbank Syke im Namen der Volksbanken der Region. Behrens war hocherfreut über das große Interesse an der zehnten Jubiläumsveranstaltung.

Ausführlicher Bildtext:

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Unternehmerforums AGRAR (von links): Wilken Hartje (Kreislandwirt), Carl-Ludwig Behrens (Vorstand Volksbank Syke), Dietrich Holler (Verivox), Anne Dirksen (Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt (PFH Göttingen), Stefan Teepker (Landwirt aus Handrup), Henrich Meyer zu Vilsendorf (Leiter der LWK-Bezirksstelle Nienburg) und Lars Nordbruch (Landwirt aus Stuhr).


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Stand: 22.11.2017