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Milchviehbetrieb Derboven für herausragendes Konzept ausgezeichnet

Landwirtschaftskammer verleiht Preis „Betrieb Niedersachsen 2016“ an Hof im Kreis Nienburg – Platz 2 und 3 gehen an Gartenbauer und Bio-Schweinezüchter


Oldenburg – Heinz-Konrad Derboven und seine Familie aus Warpe im Kreis Nienburg sind die Gewinner des Wettbewerbs „Betrieb Niedersachsen 2016“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Eine Jury aus leitenden Agrarfachleuten der Kammer hatte dem Milchviehhof mit gläserner Produktion, Direktvermarktung und Biogasproduktion die meisten Punkte gegeben. Das bedeutete Platz 1 und 3.000 Euro Geldprämie.

„Eine Produktion, die aus Verbraucher-Sicht so offen wie möglich stattfindet und die regional vermarktet wird; ein Betrieb, der durch mehrere Standbeine und hohe Wertschöpfung zukunftssicher aufgestellt ist; eine Familie, die generationenübergreifend erfolgreich zusammenarbeitet: Das sind die Argumente, mit denen der Familienbetrieb Derboven die Fachjury überzeugt hat“, sagte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer, am Dienstag (29. November) in seiner Laudatio.

Platz 2 und 2.000 Euro Preisgeld gingen an den Garten-, Landschaftsbau- und Baumpflegebetrieb von Marcus Fortmüller in Burgwedel bei Hannover. Den mit 1.000 Euro dotierten Platz 3 belegte Jochen Kulow, der in Zargleben im Kreis Lüchow-Dannenberg einen Bioland-Hof mit Schweinemast und Kartoffelanbau bewirtschaftet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil überreichte die Auszeichnungen am Dienstag während der Kammerversammlung in den Oldenburger Weser-Ems-Hallen.

In dem Wettbewerb prämiert die Landwirtschaftskammer Betriebsleiterinnen und -leiter, die ihren Hof mit besonderen und praxisnahen Innovationen weiterentwickelt haben, die sich der Ausbildung des beruflichen Nachwuchses widmen und sich stark in der Öffentlichkeit engagieren. Nach einer Vorauswahl unter zahlreichen Betrieben, die sich über die Internetplattform der Landwirtschaftskammer beworben hatten, inspizierte die Jury sechs Unternehmen vor Ort und fällte ihr Urteil anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs.

Heinz-Konrad Derboven bewirtschaftet mit Ehefrau Annette und den drei Töchtern Anna-Lena, Cathrin und Dorothee in Warpe einen Milchviehbetrieb mit 500 Kühen und 370 Hektar Fläche. Besucher können auf „Hof Bünkemühle“ die Tierhaltung sowie die gesamte Milchverarbeitung durch eine gläserne Trennwand live miterleben: Von der Rinderaufzucht über die Fütterung, das Melken bis hin zur Käseherstellung bekommen Besuchergruppen alles zu sehen. In der eigenen Hofkäserei wird die Milch der Kühe direkt verarbeitet und vermarktet und somit die Wertschöpfung gesteigert.

Verkauft wird direkt über den Hofladen sowie über den Lebensmitteleinzelhandel. Ein Hofcafé, eine Biogas- und eine Photovoltaikanlage sind weitere wirtschaftliche Standbeine.

„Wir danken der Jury der Landwirtschaftskammer sehr dafür, dass sie unseren Betrieb ausgewählt hat“, sagte Preisträger Heinz-Konrad Derboven. „Das ist ein Erfolg, den ich sowohl meiner Familie als auch meinen Mitarbeitern zu verdanken habe.“ Er sei glücklich, in einer Zeit zu leben, die es ihm ermögliche, eine ressourcenschonende Landwirtschaft zu betreiben. „Dadurch können wir uns vielseitig aufstellen, eine höhere Wertschöpfung erzielen und Krisenzeiten besser meistern“, so Derboven.

Beim Zweitplatzierten Marcus Fortmüller gefiel der Jury vor allem die Spezialisierung und die Rolle als Arbeitgeber und Ausbilder: Aus dem kleinen elterlichen Hof entwickelte der Burgwedeler in den zurückliegenden 16 Jahren einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der 15 Fachkräften Arbeit gibt und der speziell auf Baumpflege und -sicherung ausgerichtet ist.

Bei Jochen Kulow honorierten die Agrarfachleute der Kammer mit dem 3. Platz die in mehr als drei Jahrzehnten gereifte, konsequente Ausrichtung auf biologisch erzeugte Produkte: Seinen „Eichenhof“ in Zargleben wandelte Kulow von einem konventionellen in einen Bioland-Betrieb mit heute 250 Sauen und 650 Ferkel um. Das Fleisch sowie die Bio-Kartoffeln, die auf 180 Hektar Ackerland wachsen, vermarktet er selbst.

„Das Ergebnis unseres Wettbewerbs zeigt, dass vollkommen unterschiedliche Wege zu nachhaltigem Erfolg führen können und wie vielfältig in der Landwirtschaft die Möglichkeiten sind, sich unternehmerisch zu entfalten“, betonte Kammerpräsident Schwetje. „Zugleich ist der Wettbewerb auch eine schöne Bestätigung für unsere umfangreichen Beratungsleistungen.“


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Stand: 06.12.2016