Blitzblank: Echems Kühe waren zur Pediküre
Nagelstudios boomen. Überall wo man hinschaut, öffnen kleine Beautysalons, in denen frau mal eben zwischen Bürostress und Einkaufsbummel Finger- und Fußspitzen auf Hochlglanz polieren lässt.
Doch nicht nur Zweibeiner achten auf ihr Äußeres. Auch die Kuh von heute lebt gern auf gepflegtem Fuß. Kein Wunder also, dass in der "Tierkosmetik" fleißig geforscht wird.
In Echem bei Lüneburg hat die Lehr- und Versuchsanstalt der niedersächsischen Landwirtschaftskammer nun die weltweit erste automatische Klauenreinigungsanlage für Kühe getestet - acht Wochen lang. Mit Erfolg.
Die Weltneuheit kam bei den gefleckten Damen gut an: "Auch Kühe haben gerne saubere Füße", sagt Dr. Dietrich Landmann, Leiter der LVA. Die Pediküre für den Kuhfuß funktioniert ganz einfach. Die Tiere stolzieren über eine Art Steg. Unter ihnen: Stahlroste, in denen große Bürsten rotieren und die Hufe mindestens zweimal richtig abschrubben.
Anfangs waren die tierischen Damen zwar skeptisch, doch schon bald war das Gedränge groß und sie liefen freiwillig über die reinigende Fußmassage-Maschine. Diese säubert die Hufe von Urin und Kot. Denn die meisten Kühe werden heute in Boxenlaufställen gehalten und stehen den ganzen Tag im eigenen Dreck. Schon kleinste Verletzungen an den Sohlen führen zu Krankheiten. Bis zu 13 Prozent der Tier kann ein Landwirt durch Klauenkrankheiten verlieren.
Die Idee für die Maschine kommt von Landmaschinenmechaniker Udo Schmidt aus der Nähe von Göttingen. Die Entwicklung dauerte drei Jahre und wurde aus Mitteln des Europäischen Wirtschaftsfonds für regionale Entwicklung (EWF) gefördert. 2009 soll sie auf den Markt kommen. Dietrich Landmann von der LVA Echem und seine Kühe warten schon jetzt sehnsüchtig auf die Rückkehr des "Laufband-Beautysalons". (uk)
erschienen: Lüneburger Rundschau - HH-Abendblatt, 13.10.2008
Redaktion: Ulrike Kressel (uk)




