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Landessortenversuch Stärkekartoffeln 2009 - Emslandsortiment

In den Landessortenversuchen „Stärkekartoffeln“ wird mit dem „Emslandsortiment“ den speziellen regionalen Anforderungen Rechnung getragen. Bei der Sortenwahl spielen neben dem Stärkeertrag besonders Nematodenresistenz und -toleranz sowie eine geringe Anfälligkeit für Kartoffelkrebs eine entscheidende Rolle.

Der Kartoffelanbau in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim umfasste im Jahr 2009 insgesamt ca. 35.400 ha. Davon wurden 76 % für die Stärkefabriken Avebe und Emslandstärke angebaut.  Die Ergebnisse aus den Sortenversuchen können für die Praxis bei der Sortenwahl wichtige Erkenntnisse liefern.

Auch im Jahr 2009 wurde der LSV Stärkekartoffeln  auf zwei Standorten im Emsland angelegt. Das Emslandsortiment wurde am 8. April auf der Versuchsfläche in Rupennest und am 7. April in Haren auf einer Fläche mit geringem bis mittlerem Nematodenbefall (900 Eier und Larven/100 ml Boden) unter guten Bedingungen ausgepflanzt. An beiden Standorten waren die Kartoffeln Anfang Mai aufgelaufen.

Die Witterung im April/Mai/Juni mit längeren Trockenperioden führte auf beiden Standorten zu verzögertem Reihenschluss und Trockenstress. Dies gilt vor allem für den leichteren und mit Nematoden befallenen Standort Haren, an dem es darüber hinaus am 6. Juni noch zu einem Spätfrost kam. Aufgrund der noch rechtzeitig einsetzenden Niederschläge um den 10. Juni konnten sich die Bestände dann aber noch gut entwickeln. Gerodet wurden die Kartoffeln in der zweiten Septemberhälfte. Die Knollenerträge lagen im Mittel in Rupennest bei 708 dt/ha  und in Haren bei 584 dt/ha. Durchschnittliche Stärkegehalte von 20 % ergaben in Rupennest einen Stärkeertrag von 144 dt/ha. Im Vergleich dazu lagen die Stärkegehalte in Haren bei 19,1 % und der Stärkeertrag bei 112 dt/ha. Eine enge Kartoffelfruchtfolge, Nematodenbefall und ein etwas leichterer Standort (Nachtfrost) können als Ursache für die niedrigeren Erträge angesehen werden. Eine Bewertung der Einzelergebnisse wird den mehrjährigen Vergleich der Erträge deutlich erleichtert.

Auf beiden Standorten wurden auch die Auswirkungen unterschiedlicher N-Gaben (160 und 190 kg N/ha) auf den Knollen- und Stärkeertrag untersucht. In Rupennest reagierten auf eine höhere N-Gabe alle Sorten (!) mit in der Regel deutlich höheren Stärkeerträgen. In Haren reagierten nur 5 Sorten positiv. Alle anderen Sorten brachten bei der um 30 kg/ha erhöhten N-Düngung einen geringeren Stärkeertrag.

Die Ergebnisse sind in den beigefügten Tabellen noch einmal nachzulesen.

Beurteilung der Sorten

Die Sorten Merano und Altus und Achilles und Eurotango erzielten auf beiden Standorten im Mittel beider N- Stufen über dem Durchschnitt liegende Stärkeerträge. Den höchsten Stärkeertrag in Rupennest brachte die Sorte Scarlet mit 172 dt/ha und in Haren die Sorte Altus mit 141 dt/ha.

Achilles: 2008 erstmalig geprüft, sehr hohe Knollenerträge, Stärkegehalt unterdurchschnittlich

Altus: sehr hohe Stärkegehalte und hohe Knollenerträge.

Avarna: hohe Stärkeerträge, reagierte auf beiden Standorten positiv auf die höhere N- Gabe

Aveka: Stärkeertrag unterdurchschnittlich, anfällig für Alternaria

Eurobona: hohe Erträge mit eher durchschnittlichen Stärkegehalten, reagierte in Rupennest auf die höhere N- Stufe mit Mehrertrag, in Haren dagegen mit Minderertrag

Eurobravo: hohe Knollenerträge mit durchschnittlichen Stärkeerträgen. Die hohe N-Gabe führte auf beiden Standorten zu Mehrerträgen

Euroflora: 2008 erstmalig geprüft, hohe Knollenerträge in Rupennest mit guten Stärkegehalten

Eurotango: erstmalig geprüft, hoher Knollenertrag bei eher durchschnittlichem Stärkegehalt

Merano: dreijährig geprüft, brachte auf beiden Standorten gute Knollenerträge bei hohen Stärkeerträgen

Scarlet: zweijährig geprüft, auf beiden Standorten hohe Stärkeerträge

Smaragd: dreijährig geprüfte Sorte, erzielte im Schnitt der Jahre durchschnittliche Stärkeerträge, die höhere N- Gabe konnte nur in Rupennest in höhere Erträge umgesetzt werden

Sofista: zweijährig geprüft, erzielte hohe Knollenerträge bei guten Stärkegehalten

Target: erstmalig geprüft, durchschnittliche Knollenerträge bei eher geringen Stärkegehalten

Transit: erstmalig geprüft, mittlere Knollenerträge, in Haren deutliche Ertragszunahme bei der höheren N- Stufe.

 

 


Kontakt:
Joachim Held
Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz
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Stand: 19.04.2010