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Sortenempfehlungen Silomais

Ergebnisse der Landessortenversuche Silomais

Die Sortenempfehlungen für Silomaismaiss sind in den jeweiligen Sortenratgebern zu finden. Aus den mehrjährig verrechneten Daten ergeben sich die Sortenempfehlungen, wie sie im Download zur Verfügung stehen.

 

Selten lagen die Extreme im Mais dichter nebeneinander. Einerseits gab es Ertragseinbußen durch Staunässe im Sommer oder Trockenheit im Herbst und andererseits wurden Höchsterträge von über 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar in vielen Betrieben erzielt. Auch die Landessortenversuche der LWK Niedersachsen spiegeln deutlich das hohe Ertragspotential des Maises wieder.

Die Voraussetzungen für den Mais waren nicht überall günstig. Der Winter war in vielen Regionen sehr niederschlagsreich, was besonders für die Monate November und Februar galt. Im zeitigen Frühjahr konnten die Böden aufgrund der Witterungsbedingungen vielfach nur langsam abtrocknen, so dass sich besonders auf den eher schwierigeren Standorten die Bearbeitung, Düngung und Maisaussaat häufig bis weit in den Mai verzögerte. Auch in günstigen Lagen wurde ab Mitte April nur verhalten mit der Aussaat begonnen. Bei diesen früh gesäten Beständen kam es vereinzelt zu Auflaufproblemen und erhöhten Fehlstellen, da es in der letzten Aprildekade zu einem einwöchigen Kälteeinbruch mit Schneefall kam. Am Ende waren die „im Schnee“ gelegten Bestände die besten, da diese mit der folgenden warmen Witterung perfekte Wachstumsbedingungen nach der Keimung vorfanden.

Die Jugendentwicklung der Maisbestände verlief bei leicht überdurchschnittlichen Temperaturen sehr gut. Jedoch führten hohe Niederschläge in der zweiten Junihälfte vor allem im Nordwesten zu Staunässe in den nicht tiefgründig beseitigten Verdichtungen durch Fahrspuren der Vorjahre. Viele Bestände zeigten dies deutlich durch kümmernde und aufgehellte Pflanzen. Nicht selten zeigten auch ganze Bestände diese Erscheinungen, wenn großflächig Staunässe entstanden war.

Bis Ende August hielten die insgesamt günstigen Witterungsbedingungen mit ausreichend Niederschlägen und leicht überdurchschnittlichen Temperaturen an, was die Maisbestände mit einer frühen Blüte dankten. So konnte die Kolbenfüllung bei den zum normalen Zeitpunkt gesäten Beständen ca. eine Woche früher beginnen als im langjährigen Mittel. Dieser Vorsprung und die ungewöhnlich hohen Temperaturen ab Ende August führten zu einer zügigen Kolbenentwicklung und Abreife. Diesem Zusammenspiel sind die hohen Erträge und guten Qualitäten, abzulesen in den Kopfzeilen der regionalen Tabellen, zu verdanken. Bei einer Blüte zum normalen Zeitpunkt wären die Kolben durch die massive Trockenheit im September nicht mehr vollständig entwickelt worden.

Der September sorgte mit sommerlichen Temperaturen und Trockenheit nicht nur für eine effektive Stärkeeinlagerung und frühe und zügige Abreife des Maises, sondern auch für vertrocknende Bestände und Teilbestände. Dort, wo die Bodenfeuchte nicht ausreichte, verdörrten die Pflanzen binnen weniger Tage. Am stärksten betroffen waren hiervon Spätsaaten sowie spät blühende und abreifende, also vorwiegend mittelspäte Sorten. Diese Probleme traten vorwiegend in den Regionen Ost und Süd auf leichten grundwasserfernen Standorten auf. Die Reifeprüfung der LWK Niedersachsen zeigte dies ebenfalls. Durch die getrennte TS-Bestimmung in Kolben und Restpflanze wurde deutlich, dass in einigen Regionen die Silierreife von 32 – 35 % TS bereits erreicht oder überschritten war, während gleichzeitig die Kolben noch zu feucht und damit nicht vollständig ausgebildet waren.

Das nördliche Niedersachsen mit seinen eher etwas niedrigeren Temperaturen und feuchteren Böden hatte deutlich weniger Probleme mit den ausbleibenden Niederschlägen. Hier entwickelte sich der Mais im September sehr gut und zeigte dies mit einer frühen Erntereife in der letzten Septemberdekade und Erträgen in den LSV Silomais von 19 bis 22 t/ha Trockenmasse. Der Marschstandort Schoonorth brachte es gar auf ein Ertragsniveau von 25 t/ha Trockenmasse, was die für den Maisa außergewöhnlich günstige Witterung in diesem Jahr an diesem Standort widerspiegelt (zum Vergleich 2015: durchschn.18 t/ha Trockenmasse).

Die Landessortenversuche des frühen und mittelfrühen Sortiments wurden insgesamt relativ wenig durch die Trockenheit beeinflusst. Lediglich das Stärkeniveau am Standort Lohne-Wietmarschen zeigt, dass hier die Kolbenfüllung nicht vollständig abgeschlossen werden konnte, da die Pflanzen bereits sehr hohe TS-Gehalte erreicht hatten. Die Standorte Soltau und Obershagen wurden mehrfach beregnet, so dass die Versuche in dieser stärker von Trockenheit betroffenen Region kaum litten. Die Auswertbarkeit war somit an fast allen LSV-Standorten gegeben. Lediglich der Versuch im Raum Königslutter fiel bereits im Frühsommer einem Gewittersturm mit Hagel zum Opfer und musste abgebrochen werden, da viele Pflanzen abgeknickt wurden.

Die diesjährigen Ergebnisse der LSV Silomais wurden wie üblich mit den vorliegenden Daten der Prüfsorten der letzten Jahre verrechnet und ins Verhältnis zu dem Leistungsniveau der aktuellen Verrechnungssorten gesetzt. Hierbei fließen auch die Vorprüfungsergebnisse der EU- und Wertprüfungen mit in die Berechnung ein. Auf diese Weise ist es möglich, den tatsächlichen Zuchtfortschritt der neuesten geprüften Sorten klar herauszustellen. Auf Grundlage dieser für die einzelnen Regionen durchgeführten mehrjährigen Auswertungen wurden die nun folgenden Sortenempfehlungen erarbeitet.

Die Sortenempfehlungen richten sich nach der Zusammensetzung des Grundfutters.

Silomaissorten für grasbetonte Rationen

Bei überwiegendem Grasanteil sollten Maissorten mit besonders hoher Energiekonzentration und ggf. überdurchschnittlichem Stärkeertrag angebaut werden und werden nach diesen Kriterien empfohlen. Gleichzeitig darf das Ertragsniveau dabei nicht abrutschen.

Region Nord

Diese Ziele werden hier in der Regel sicherer von frühen als von mittelfrühen Sorten erreicht, da diese eher blühen und  abreifen, was gerade in den nördlicheren Breiten der vollständigen Kolbenentwicklung zugutekommt.

Das nördliche Niedersachsen ist besonders von der Milchviehhaltung geprägt. Gerade auf den hochertragreichen aber häufig nicht ackerfähigen Grünlandstandorten haben sich die Milchviehbetriebe entwickelt. Auf den wenigen Ackerflächen dieser Betriebe wird vielfach Silomais zur energetischen Ergänzung der grasbetonten Grundfutterration angebaut.

Für die Ergänzung grasbetonter Rationen werden aus dem frühen Sortiment die mehrjährig geprüften Sorten Stacy (S 220), LG 30215 (S 220), Zoey (S 210), P 7500 (S 210) und Amagrano (ca. S 210) für den Anbau empfohlen. Von den Neuzulassungen erhält die Sorte Farmezzo (S 220) die Empfehlung für den Probeanbau.

Für günstige Lagen erhalten nach mehrjähriger Prüfung die mittelfrühen Sorten ES Amulet (S 250), Farmfire (S 230), Vitally (S 250), LG 30224 (S 230) und LG 30251 (S 250) die Anbauempfehlung bei grasbetonter Rationsgestaltung. Aus dem mittelfrühen Sortiment werden für den Probeanbau die Sorten  Kalideas (S 250), Kartagos (S 230), Feuerstein (S 250) und Farmerino (S 230) empfohlen.

Region Süd

Betriebe mit hohen Grasanteilen in ihrer Fütterung sind in der Region Süd (siehe Karte) weniger häufig. Für diese werden aufgrund der hohen Qualitäten die frühen Sorten Stacy (S 220), Zoey (S 210), P 8057 (S 200) und Amagrano (ca. S 210) für die energetische Ergänzung des Grundfutters für den Anbau empfohlen. Farmezzo (S 220) wird für den Probeanbau empfohlen.

Aus dem mittelfrühen Sortiment haben die mehrjährig geprüften Sorten ES Amulet (S 250), Farmfire (S 230), Vitally (S 250), Torres (S 250) und Farmflex (ca. S 250) eine Anbauempfehlung erhalten. Für den Probeanbau werden Kalideas (S 250) und Feuerstein (S 250) empfohlen.

Region Ost

Für die Ergänzung grasreicher Rationen eignen sich nach den Ergebnissen der LSV Silomais hier besonders die frühen Sorten Stacy (S 220), Zoey (S 210), P 7500 (S 210), Sunshinos (S 220), P 8057 (S 200) und Amagrano (ca. S 210) und werden für den Anbau empfohlen. Farmezzo (S 220) wird für den Probeanbau empfohlen.

Aus dem mittelfrühen Sortiment werden für die Region O für grasbetonte Rationen die Sorten ES Amulet (S 250), Farmfire (S 230), Vitally (S 250) und Torres (S 250)  aufgrund ihrer Qualitätseigenschaften empfohlen. Für den Probeanbau werden Kalideas (S 250) und Feuerstein (S 250) empfohlen.

Höhenlagen

In den Höhenlagen der Mittelgebirge spielen grünlandreiche Betriebe naturgemäß eine größere Rolle. Zur Ergänzung der grasreichen Rationen werden die Sorten LG 30223 (S 220), Colisee (S 220) und Amagrano (ca. S 210) empfohlen. Für den Probeanbau werden die Sorten KWS Stabil (S 200), Farmezzo (S 220) und SY Nordicstar empfohlen.

 

Der Sortenratgeber zeigt neben der bundesweit gültigen Reifezahl auch das tatsächliche Abreifeverhalten der Sorten in Niedersachsen, welches durchaus abweichen kann. Insbesondere im nördlichen Niedersachsen sollte daher bei der Sortenwahl auch auf die Abreife geachtet werden, denn nur ausreichend ausgereifte Bestände können auch tatsächlich die Qualität und Stärke liefern, die sie erbringen sollen. Dabei sollte ein Erreichen der Erntereife möglichst Ende September die Basis der Sortenwahl sein. Für besonders kalte Böden oder bei sonstigen reifeverzögernden Rahmenbedingungen stehen auch einige sehr früh abreifende Sorten (S 180 – S 200) zur Verfügung, die auf den küstennahen Standorten der Landessortenversuche mit geprüft wurden.

Silomaissorten für maisbetonte Rationen

Auf Standorten mit einem höheren Anteil ackerfähiger und i.d.R. leichteren Böden nimmt die Bedeutung des Silomaises als Grundfutter zu, nicht zuletzt weil dieser dort ertragreicher ist als Grünland. Auch die Grundfutterfläche ist nicht selten eher knapp. Unter diesen Bedingungen ist es bei der Mais-Sortenwahl wichtig, möglichst hohe Energieerträge pro Hektar zu erzielen. Gleichzeitig mu die Energiedichte ein hohes Niveau halten, da das Pansenvolumen und die Passagerate die notwendige Energiekonzentration bestimmen. Unter diesen Rahmenbedingungen wird die Sortenempfehlung für eine maisbetonte Ration erstellt.

Region Nord

Im nördlichen Niedersachsen sollten aufgrund der bereits genannten Bedingungen vorwiegend frühe Silomaissorten angebaut werden. Folgende mehrjährig geprüften frühe Sorten werden für den Einsatz in maisbetonten Rationen empfohlen: Mallory (S 220), LG 30248 (S 220), Tokala (S 210), SY Talisman (S 220) und SY Werena (S 210). Die Rangierung hier und im Sortenratgeber erfolgt dabei nach Energieertrag. Nach dem ersten LSV-Prüfjahr werden die Sorten Keops (S 210), Susetta (S 220), KWS Stabil (S 200), Agro Fides (S 220) und Calango KWS (S 220) für den Probeanbau empfohlen.

Für die günstigen Lagen des nördlichen Kammergebiets stehen viele interessante Sorten aus dem mittelfrühen Sortiment zur Verfügung. Für die maisbetont fütternden Betriebe werden die mehrjährig geprüften Sorten ES Amulet (S 250), Corfinio KWS (S 240), Frederico KWS (S 240), Farmfire (S 230), SY Welas (S 230), ES Metronom (S 240), LG 30252 (S 250), Farmplus (S 240), P 8201 (S 240), Farmicus (S 230) und Vitally (S 250) für den Anbau empfohlen. Für den Probeanbau werden mehrere Neuzulassungen mit sehr überzeugenden Ergebnissen empfohlen. Diese Sorten sind Amaroc (S 230), Lindolfo KWS (S 240), Benedictio KWS (S 230), Kalideas (S 250), Figaro (S 250), Kartagos (S 230), Agro Janus (S 250) und Feuerstein (S 250)

Das empfohlene Sortenspektrum umfasst dabei sowohl Stay-green-Typen mit größerem Erntefenster als auch relativ früh und sicher abreifende Sorten. Insbesondere die Sorten mit einem „Minus“ in der Abreife benötigen für eine sichere Ausreife und abgeschlossene Kolbenbildung entsprechend klimatisch günstige Standorte.

Region Süd

In der Region Süd (siehe Karte) herrschen für den Maisanbau verhältnismäßig günstige Standorteigenschaften. Überwiegend leicht erwärmbare Böden mit guter bis ausreichender Wasserführung ermöglichen dem Mais hier Spitzenerträge (siehe mehrjährige Tabellen). Für eine frühe Ernte (Fruchtfolgegestaltung/Greening) in relativ ungünstigen Lagen oder bei der Option der Ernte als Körnermais/CCM sind auch hier frühe Sorten durchaus interessant.

Für die maisbetonte Milchviehration werden die frühen Sorten Mallory (S 220), LG 30248 (S 220), Cathy (S 210), SY Amboss (S 220), SY Talisman (S 220), LG 30217 (S 220), SY Werena (S 210) und SY Pracht (S 220) empfohlen.

Mit den Neuzulassungen Keops (S 210), Susetta (S 220), KWS Stabil (S 200), Farmezzo (S 220) und Agro Fides (S 220) stehen sehr leistungsstarke frühe Sorten zu Verfügung und werden für den Probeanbau empfohlen.

Das mittelfrühe Silomais-Sortiment hat in der Region Süd die größte Bedeutung. Für die maisbetonte Rationsgestaltung werden hier die Sorten ES Amulet (S 250), Corfinio KWS (S 240), Frederico KWS (S 240), Farmfire (S 230), SY Welas (S 230) und ES Metronom (S 240) nach mehrjährigen LSV-Prüfungen empfohlen. Die Neuzulassungen Amaroc (S 230), Lindolfo KWS (S 240), Benedictio KWS (S 230), Kalideas (S 250), Figaro (S 250), Kartagos (S 230) und Agro Janus (S 250) haben eine Empfehlung für den Probeanbau erhalten.

Region Ost

Das östliche Niedersachsen ist geprägt von Sandböden, auf denen es nicht selten zu Wassermangel kommt. Bedingungen, für die die C4-Pflanze Mais mit ihrer hohen Wassernutzungseffizienz optimal geeignet ist.

Aus dem frühen Sortiment zeichnen sich hier besonders die mehrjährig geprüften Sorten Mallory (S 220), LG 30248 (S 220), Cathy (S 210), SY Talisman (S 220), SY Werena (S 210) und SY Pracht (S 220) aus und werden für die maisbetonte Fütterung empfohlen. Für diesen Nutzungsschwerpunkt werden die Neuzulassungen Keops (S 210), Susetta (S 220), KWS Stabil (S 200), Farmezzo (S 220) und Agro Fides (S 220) für den Probeanbau empfohlen.

Aus dem mittelfrühen Sortiment werden die ertragsbetonten Sorten ES Amulet (S 250), Frederico KWS (S 240), Farmfire (S 230) und SY Welas (S 230) für eine maisreiche Fütterung empfohlen. Die Sorten Amaroc (S 230), Lindolfo KWS (S 240), Benedictio KWS (S 230), Kalideas (S 250), Figaro (S 250) und Agro Janus (S 250) werden für den Probeanbau empfohlen

Die Bewertungen im Sortenratgeber und die erreichten Ertragswerte in den regionalen Tabellen zeigen hierbei deutlich das hohe Leistungspotential der empfohlenen Neuzulassungen.

Höhenlagen

Unter den besonderen Anbaubedingungen der Höhenlagen prüft die LWK Niedersachsen ein gemeinsames Sortiment mit der LWK Nordrhein-Westfalen.

Für maisreiche Rationen werden hier die Sorten LG 30248 (S 220), Cathy (S 210), SY Talisman (S 220), Stacy (S 220), LG 30215 (S 220), LG 30223 (S 220) und Mixxture (S 190) für den Anbau empfohlen. Die Neuzulassungen Keops (S 210), KWS Stabil (S 200) und Farmezzo (S 220) werden für den Probeanbau empfohlen.

Das erste Kriterium für die Sortenwahl sollte insbesondere in den Höhenlagen die Abreife sein. Hier ist die Erfahrung der Maisanbauer gefragt, damit sie ihre Flächen jeweils passend einschätzen.

 

Biogasmais

In 2016 gingen nur noch rund 150 neue Biogasanlagen ans Netz. Dies sind aufgrund der aktuellen Fassung des EEG überwiegend Kleinanlagen zur Güllevergärung, so dass sich kein zusätzlicher Bedarf an Maisanbaufläche ergibt.

Mais ist die wichtigste Energiepflanze zur Biogaserzeugung, obwohl auch Alternativen wie Grünroggen, Zuckerrüben, Sorghum-Hirse oder Sudangras regional sehr erfolgreich Einzug in die Biomasse - Fruchtfolgen gefunden haben.

Welche Merkmale hat die optimale Biogas-Sorte?

Die Anbauempfehlungen für den Nutzungsschwerpunkt Biogas basieren nach wie vor auf dem Trockenmasseertrag, auch wenn Anlagenbetreiber wissen, dass noch andere Faktoren eine Rolle für die „Biogaseignung“ einer Sorte spielen.

Es bestehen nach wie vor Bestrebungen, die Gasausbeute anhand verschiedener qualitativer Merkmale zu berechnen, um sortenspezifische Unterschiede in der Biogas-Eignung benennen zu können. Für eine Anwendung im LSV wird derzeit eine entsprechende Biogasformel überprüft, aber noch nicht eingesetzt. Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass sich die Verweildauer bzw. Passagerate in Wiederkäuer und Fermenter unterscheiden und sich daraus Unterschiede in der optimalen Inhaltsstoffzusammensetzung ergeben.

In vielen Betrieben geht es sowohl um die Fütterung der Biogasanlage als auch der Kuh. Für die Sortenwahl steht hier eine Vielzahl an ertragreichen Maissorten mit einer Empfehlung für beide Nutzungsrichtungen zur Verfügung. Neben der Standorteignung sollte die Ertragsstabilität ein Auswahlkriterium sein.

Sortenempfehlungen Biogasmais mittelfrühes Sortiment

Für die Nutzungsrichtung Biogas erfolgt die Sortenwahl in der Praxis überwiegend aus dem Sortiment der mittelfrühen Reifegruppe. Im Vergleich zur Reifegruppe „früh“ kann hier auch eine größere Anzahl Sorten empfohlen werden. Dies basiert u.a. auf dem erheblichen Zuchtfortschritt, insbesondere in Bezug auf die Ertragsmerkmale, der bei den diesjährigen Neuzulassungen besonders deutlich auffällt.

Als ertragsstarke, mehrjährig geprüfte Sorten werden Simpatico KWS (S 250), Corfinio KWS (S 240), Agro Polis (S 240) und Frederico KWS (S 240) niedersachsenweit - mit Ausnahme der Höhenlagen - für die Biogasnutzung empfohlen. Die Sorte SY Welas (S 230) hat die Anbauempfehlung im Süden und Osten erhalten. Die zusätzlich im Bereich der maisbetonten Rindviehfütterung sehr gut geeigneten Sorten ES Amulet (S 250), Farmfire (S 230), ES Metronom (S 240), LG 30252 (S 250), Farmplus (S 240) und Farmicus(S 230) erhalten eine Empfehlung für die Biogasnutzung in der Region Nord.

Von der Vielzahl an neu im LSV geprüften Sorten können die Sorten Amaroc (S 230), Charleen (S 240), Lindolfo KWS (S 240), Figaro (S 250) und Agro Janus (S 250) aufgrund ihrer sehr hohen Ertragsleistung für den Probeanbau im Bereich Biogasnutzung empfohlen werden. Kartagos (S 230) erhält eine Empfehlung für den Probeanbau für die Regionen Nord und Süd. Mit Ausnahme von Charleen haben diese Sorten alle auch im Bereich maisbetonte Rationen in der Rindviehfütterung eine entsprechende Anbauempfehlung erhalten.

Sortenempfehlungen Biogasmais frühes Sortiment

Im frühen Sortiment überzeugen  besonders die mehrjährig geprüften Sorten Mallory (S 220) und LG 30248 (S 220) durch sehr hohe Trockenmasse- und Energieerträge. Beide werden in den drei großen Klimaregionen Niedersachsens für die Biogasnutzung und für die maisbetonte Ration empfohlen. SY Amboss (S 220) wird aufgrund der hohen Trockenmasseerträge, wie auch schon im letzten Jahr, für den Süden und Osten empfohlen. LG 30217 (S 220) erreichte die Empfehlung für die Region Süd. Es handelt sich um verhältnismäßig spät abreifende Sorten.

Die Sorte Tokala (S 210) behält ihre Biogasempfehlung in den Regionen Nord und Ost. Ebenfalls konstant zum letzten Jahr erreicht Laurinio (ca. S 220) wieder die Empfehlung für den Süden.

Von den 14 einjährig im LSV geprüften Sorten erhalten die Sorten Keops (S 210), Susetta (S 220), KWS Stabil (S 200) und Agro Fides (S 220) eine landesweite Empfehlung für den Bereich Biogasnutzung im Probeanbau. Die Sorte Sumatra DS 1398 A (S 220) überzeugte in der Region Süd und wird hier für den Probeanbau empfohlen.

Höhenlagen

Für die klimatisch eher ungünstigeren Höhenlagen wurden die Ergebnisse der Versuchsstandorte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zusammengestellt, um entsprechende Empfehlungen geben zu können.

Bei der Höhenlagen-Prüfung werden im Sortiment der frühen Sorten ausgewählte Sorten mit der Reifezahl S 230 aus der mittelfrühen Reifegruppe mit geprüft.

Hier erzielte eine Vielzahl von Sorten überdurchschnittliche Erträge, sodass viele Sorten eine Anbauempfehlung für den Bereich Biogas erhalten. Besonderes Augenmerk sollten Landwirte bei der Sortenwahl für Höhenlagen auf das tatsächliche Abreifeverhalten legen und die Sorten schlagspezifisch wählen.

Für den Energiemaisanbau in Höhenlagen werden die Sorten LG 30248 (S 220), Cathy (S 210), Tokala (S 210), SY Talisman (S 220), Laurinio (ca, S 220), Stacy (S 220), LG 30215 (S 220), LG 30223 (S 220), SY Werena (S 210), Babexx (S 210), Rianni CS (S 220) und Schobbi CS (S 200) empfohlen.

Von den mittelfrühen Sorten mit Reifezahl S 230 erreichten die Sorten SY Welas (S 230), Farmicus (S 230), Toninio (S 230), Panvinio KWS(S 230) und Carolinio KWS (S 230) aufgrund guter Ertragsleistungen eine Anbauempfehlung. Neuzulassungen aus diesem Jahr mit der Reifezahl S 230 wurden im Bereich der Höhenlagen noch nicht geprüft.

 

Die diesjährigen LSV Ergebnisse Silomais zeigen einmal mehr die Ertragssteigerungen der neuen Sorten und damit den Zuchtfortschritt beim Mais. Diesen Zuchtfortschritt dann auch in der Praxis zu erreichen ist Herausforderung und Aufgabe der Maisanbauer. Ein Grund mehr sich im kommenden Jahr nicht nur Gedanken um die zum Standort und Betrieb passenden Sorten zu machen, sondern auch die Produktionstechnik und den Pflanzenbau dahinter zu überprüfen und weiter zu optimieren.

 

 


Kontakt:
Karl-Gerd Harms
Silo- und Körnermais
Telefon: 0441 801-418
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:
Thekla-Karina Niehoff
Beraterin Energiepflanzen
Telefon: 0511 3665-4207
Telefax: 0511 4005-3207
E-Mail:


Stand: 03.01.2017



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