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Pflanzenschutz-Sachkundelehrgänge und -prüfungen

Wer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft einsetzen will, muß die Sachkunde dazu haben, damit bei der Anwendung keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier entstehen kann. Die Termine für Sachkundelehrgänge der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für 2016/2017 finden Sie weiter unten auf der Seite.

Die Pflanzenschutz-Sachkunde ist nicht erforderlich für die:

  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die im Haus- und Kleingartenbereich für nicht berufliche Anwender zugelassen sind,
  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Ausbildungsverhältnis unter Anleitung einer sachkundigen Person im Sinne von § 9 PflSchG oder
  • Anwendung von PSM zur Wildschadensverhütung durch nicht berufliche Anwender.

Bereits seit 1986 verlangt der Gesetzgeber die persönliche Sachkunde für Verkäufer und Anwender von Pflanzenschutzmitteln – es handelt sich also durch das neue Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 nicht um eine veränderte Rechtslage.

Eine fehlende Pflanzenschutzsachkunde bei den oben genannten Tätigkeiten kann ordnungsrechtlich durch Bußgeld und parallel dazu durch Abzug von EU-Direktzahlungen (Cross Compliance-Verstoß!) geahndet werden.

Sachkunde-Lehrgänge für Anwender und Verkäufer von Pflanzenschutzmitteln
Die von der LWK angebotenen Lehrgänge bereiten die Teilnehmer umfassend und gezielt auf die bevorstehende Sachkundeprüfung vor. Dabei werden Prüfungsthemen schwerpunktmäßig behandelt und mehrfach wiederholt, um eine optimale Prüfungsvorbereitung zu gewährleisten.

Bei den angebotenen Lehrgängen ist zwischen der Anwendung und der Abgabe von Pflanzenschutzmitteln zu unterscheiden. Der Lehrgang für Anwender richtet sich auch an Personen, die über den Pflanzenschutz beraten sowie Personen, die Auszubildende anleiten/beaufsichtigen wollen. Eine bestandene Prüfung für die Anwendung berechtigt nach der neuen Sachkundeverordnung nicht mehr zur Abgabe von Pflanzenschutzmitteln. Der Lehrgang für die Anwendung dauert drei Tage, wobei der dritte Tag für die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten am Pflanzenschutzgerät dient. Für Abgeber entfällt dieser dritte Tag sowie die fachpraktische Prüfung am Pflanzenschutzgerät.

Bei der Abgabe von PSM wird in der mündlichen Prüfung zusätzlich geprüft, ob der Prüfling ausreichende Fähigkeiten zur sachgerechten Unterrichtung des Erwerbers hat. Dies erfolgt durch ein simuliertes Verkaufsgespräch, bei dem wichtige Hinweise auf eine bestimmungsgemäße und sachgerechte Anwendung der PSM gegeben werden müssen.

Die 3-tägigen Anwender-Sachkundelehrgänge des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind gemäß § 10 Abs. 1 des Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetzes mit dem Bescheid vom 16.12.2012 (Az.: 1213-506) in Niedersachsen als Bildungsurlaub anerkannt. Somit können Arbeitnehmer gegebenenfalls mindestens 4 Wochen vor Lehrgangsbeginn nach Vorlage der Anmeldebestätigung bei ihrem Arbeitgeber Bildungsurlaub beantragen.

Die Schulungsinhalte der Lehrgänge richten sich nach den gesetzlich geforderten fachlichen Themen, die für die Erlangung der erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten notwendig sind. Dies sind insbesondere

  • Rechtsvorschriften (u. a. Pflanzenschutzgesetz, Pflanzenschutz-AnwendungsVO, Bienenschutzverordnung, Chemikalienrecht, Naturschutzrecht, Wasserrecht)
  • die „Gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz“ und der „Integrierte Pflanzenschutz“
  • Eigenschaften von Pflanzenschutzmitteln
  • Schadorganismen und Schadursachen bei Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen und deren Bekämpfung
  • Aufbewahrung, Lagerung, Transport
  • Anwenderschutz
  • Verhüten schädlicher Auswirkungen und Beseitigung von Pflanzenschutzmitteln
  • auf Mensch, Tier und Naturhaushalt
  • Speziell für Anwender:Gerätetechnik - Grundlagen der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln (Vermeiden von Abdrift, Bedienung der Geräte, Dosierung von PSM, Reinigung, Wartung etc.)
  • Speziell für Abgeber:Grundlagen für ein Verkaufsgespräch mit ordnungsgemäßer Beratung.

Sachkunde-Prüfungen
Im Anschluss an den Lehrgang kann die Sachkundeprüfung gemäß §§ 3, 4 der Sachkundeverordnung in Verbindung mit der Prüfungsordnung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgelegt werden. Dazu wird ein vom Pflanzenschutzamt berufener Prüfungsausschuss gebildet, der aus hauptamtlichen und den Berufsstand vertretenden Personen besteht. Die schriftliche Prüfung besteht aus einem 50 Fragen umfassenden Teil im Multiple Choice-Verfahren und einer anschließenden 10- bis 15-minütigen mündlichen Befragung im Einzelprüfverfahren. Für  Anwender kommt eine etwa ebenso lange praktische Prüfung am Gerät hinzu. Die Prüfung ist bestanden, wenn in jedem Prüfungsteil eine Prüfungsleistung von mindestens „ausreichend“ erreicht wird. Ein Ausgleich zwischen den einzelnen Prüfungsteilen ist nicht möglich. Eine nicht bestandene Prüfung /ein nicht bestandener Prüfungsteil kann unter bestimmten Voraussetzungen wiederholt werden.
Über die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis angefertigt. Das Zeugnis über eine bestandene Sachkundeprüfung dienen für die Beantragung des neuen bundeseinheitlichen Sachkundenachweises.

Lehrgänge und Prüfungen der Sachkunde nach Chemikalienrecht (früher „Giftprüfung“)
Für die Abgabe von gefährlichen Stoffen nach Gefahrenstoffkennzeichnung an den Endverbraucher, ist zusätzlich die Sachkunde nach § 11 (vormals §5) Chemikalienverbots-Verordnung (ChemVerbotsV) erforderlich. Diese Prüfung (Gewerbeaufsichtsamt) ist auch erforderlich für die Erteilung der Erlaubnis zum Handel mit giftigen Stoffen.
Eine Anerkennung der Sachkundeprüfung nach § 11 (vormals §5) ChemVerbotsV als vergleichbarer Nachweis der Sachkunde nach Pflanzenschutzrecht (und umgekehrt) ist nicht möglich. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die unterschiedlichen Inhalte der Ausbildung und Prüfung.
Da häufig Lehrgangs- und Prüfungsinteressenten aus dem Bereich des Handels mit Gefahrstoffen und Pflanzenschutzmitteln an beiden Prüfungen interessiert sind, bietet das Pflanzenschutzamt in Zusammenarbeit mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg nach Bedarf 5-tägige Lehrgänge mit anschließender Prüfung zur Erlangung der Sachkunde nach Pflanzenschutzrecht und ChemVerbotsV an. Für Interessenten, die ausschließlich die Sachkundeprüfung nach ChemVerbotsV benötigen, ist eine Lehrgangsteilnahme von 2 1/2 Tagen mit anschließender Prüfung möglich. Die Anmeldungen zu den beiden nacheinander durchgeführten Lehrgängen erfolgen direkt bei der Bundeslehranstalt Burg Warberg in 38378 Warberg, Tel. 05355/961-0 (Fax -200), oder der GenoAkademie in Hannover, Tel: 0511/9574-320.

Weitere Anforderungen
Nach erfolgreicher Prüfung sollte beim Pflanzenschutzamt zeitnah der neue Sachkundenachweis im Scheckkartenformat (Webcode 01026098  auf unserer Webseite) beantragt werden, denn nur dieser gilt seit dem 27.11.2015  als Nachweis der Pflanzenschutz-Sachkunde. Darüber hinaus bekommt nur derjenige beim Landhandel Pflanzenschutzmittel (außer „nichtberufliche Anwendung“), der einen neuen Sachkundenachweis (elektronischer Datenträger/Scheckkarte) besitzt.

Weiterhin muss jeder Sachkundige regelmäßig und erstmalig innerhalb eines Zeitraums von 3 Jahren ab Ausstellung des neuen Sachkundenachweises an einer anerkannten Fortbildungsveranstaltung teilnehmen. Termine zu Fortbildungsveranstaltungen in Niedersachsen können unter dem Webcode 01026220 eingesehen werden.

Gebühren
Für Sachkundelehrgänge und -prüfungen werden Gebühren nach der jeweils geltenden Gebührenordnung der Landwirtschaftskammer erhoben. Nachfolgend sind die einzelnen Gebühren aufgeführt:

Stand 06.10.2014

 

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln/Beratung über den Pflanzenschutz

3 Tage Lehrgang, 4. Tag Prüfung

Lehrgangsgebühren in Höhe von

100,00 € pro Tag (300,00 € gesamt)

+ Prüfungsgebühr von

89,00 €

+ Schulungsunterlagen

15,00 € (anteilig)

= Gesamtkosten

404,00 €

 

Abgabe von Pflanzenschutzmitteln

2 Tage Lehrgang, 3. Tag Prüfung

Lehrgangsgebühren in Höhe von

100,00 € pro Tag (200,00 € gesamt)

+ Prüfungsgebühr von

89,00 €

+ Schulungsunterlagen

15,00 € (anteilig)

= Gesamtkosten 

304,00 €

 

Anwendung von Pflanzenschutzmitteln/Beratung über den Pflanzenschutz und Abgabe von PSM

3 Tage Lehrgang, 4. Tag Prüfung

zzgl. Aufschlag Prüfungsgebühr 30,00 €
= Gesamtkosten 434,00 €

 

Aufbaulehrgang von Abgeber auf Anwender von Pflanzenschutzmitteln

1 Tag Lehrgang, 2. Tag Prüfung  

Lehrgangsgebühren in Höhe von

100,00 € pro Tag (100,00 € gesamt)

+ Prüfungsgebühr von

89,00 €

+ Schulungsunterlagen

15,00 €
= Gesamtkosten 204,00 €

Die oben aufgeführten Gebühren gelten bis zum 31.12.2016. Ab dem 01.01.2017 gelten neue Gebührensätze die voraussichtlich im Herbst 2016 veröffentlicht werden.

Nach erfolgter Anmeldung erhält der Teilnehmer ca. 4 Wochen vor Lehrgangsbeginn zur Vorbereitung zusammen  mit der Anmeldebestätigung Schulungsunterlagen in Form einer Broschüre „Sachgerechter Umgang mit Pflanzenschutzmitteln“ der LWK Niedersachsen. Ohne Teilnahme am Lehrgang wird die Broschüre mit 35,80 € in Rechnung gestellt. Die Kosten für das Unterrichtsmaterial sind ansonsten in den Lehrgangsgebühren enthalten und werden bei Rücktritt von einer Lehrgangsteilnahme nach dem Postversand in jedem Fall erhoben.

Ort und Zeit der geplanten Veranstaltungen sind der unten aufgeführten pdf Datei Termine Sachkundelehrgänge 2016/2017 zu entnehmen. Unvorhergesehene Änderungen von Terminen oder Lehrgangsorten bleiben vorbehalten. 

Verbindliche Anmeldungen sind ab sofort schriftlich oder telefonisch an die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Fachbereich 3.7 - Pflanzenschutzamt  zu richten.

Anmeldungen und Fragen zum Lehrgang/zur Prüfung

Anmeldungen und Fragen zum Lehrgang/zur Prüfung nimmt Frau Wohlberg unter der Telefonnummer: 0511/4005-2427 (-2120  Fax) gern entgegen. 

Eine Anmeldung kann mit dem Anmeldeformular per Post, Fax oder Email erfolgen. Eine Anmeldebestätigung erhalten Sie vorerst nicht. Sollte der Lehrgang ausgebucht sein, werden Sie informiert.

 

Termine für das Winterhalbjahr 2016 / 2017 finden Sie hier.

Den gesamten Text als pdf Datei finden Sie hier oder am Ende der Seite.
 


Kontakt:
Joerg Garrelts
Berater Anwendungstechnik, Gerätekontrolle, Sachkunde
Telefon: 0511 4005-2196
Telefax: 0511 4005-3196
E-Mail:


Stand: 14.09.2016