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Empfehlungen zur Stickstoffdüngung im Grünland

Die Rahmenempfehlung für die Stickstoffdüngung im Grünland enthält Angaben für eine wirtschaftlich sinnvolle und umweltverträgliche N-Düngung  niedersächsischer  Grünlandstandorte. Das wirksame Stickstoffangebot aus organischer und mineralischer Düngung sollte diese Schwellenwerte nicht überschreiten.

Der Stickstoffbedarf für Grünland orientiert sich an der Ertragserwartung und dem Nutzungsregime. Höchste Ausnutzung des Stickstoffs wird bei Frühjahrsdüngung zu Vegetationsbeginn erzielt. Die „korrigierte Temperatursumme“ bei  200° C kann als Orientierungswert für die erste N - Gabe genutzt werden.
Stickstoff beschleunigt das Pflanzenwachstum entscheidend, so dass mit steigender N-Düngung tendenziell häufiger genutzt werden muss. Die natürliche Produktivität des Standortes (Wasserversorgung, Bodenerwärmung, Mineralisationsrate) sowie die Zusammen¬setzung des Pflanzenbestandes können das sinnvolle N-Düngungsniveau ebenso begrenzen wie die Ansprüche der Tierernährung (Rohproteingehalt < 20 % i. d. TM) und des Umweltschutzes (N-Verluste begrenzen). 

N - Düngung auf Moorstandorten
Besonderheit aller echten Moorstandorte ist, daß sie im Frühjahr länger kalt bleiben und sich im Vergleich zu den Mineralböden „biologisch“ träger verhalten.
Um das Wachstum im Frühjahr anzuregen, kann auf Moorstandorten bis zur Hälfte der gesamten Stickstoffdüngung eines Jahres im Frühjahr zur ersten Nutzung gedüngt werden. Aus Boden- und Klimaschutzgründen sollten Moorstandorte nicht wesentlich mehr als 200 kg N / ha / Jahr erhalten. Mit der Nutzungsintensität und Zunahme der N-Düngung nehmen auch Mineralisationsprozesse und Moor¬zersetzung deutlich zu. Langfristig kommt es dabei zur Beeinträchtigung der Tragfähigkeit von Moorböden. Niedermoorstandorte sind im Vergleich zu Hochmooren nährstoffreicher und stellen dem Pflanzenbestand im Sommer hohe bodenbürtige N-Mengen durch Mineralisation zur Verfügung, so dass die Stickstoffdüngung auf 2-3 Gaben begrenzt werden kann.

 


Kontakt:
Gerd Lange
Berater Grünlandbewirtschaftung, Naturschutzprogramme, Projektarbeit
Telefon: 0511 3665-4384
Telefax: 0511 3665-4500
E-Mail:


Stand: 23.03.2010



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