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Landessortenversuche 2010: Winterweizen

Während in Niedersachsen die Anbauflächen der meisten Getreidearten zur Ernte 2010 teilweise recht deutlich zurückgegangen sind, ist beim Winterweizen eine leichte Ausweitung des Anbaus zu erkennen. Die Erträge fallen nach den zwei rekordverdächtigen Vorjahren wieder geringer aus und liegen leicht unter dem mehrjährigen Mittel. Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Ergebnisse aus den Landessortenversuchen.

Regional präsentieren sich die Hektarerträge unterschiedlich. Während sich die Ertragseinbußen auf den besseren Standorten in Grenzen halten, ist die Situation auf leichteren Standorten eine andere. Vor allem auf Grenzstandorten, wo aufgrund der frustrierenden Roggenpreise zur Ernte 2009 der Roggen durch Winterweizen ersetzt wurde, konnten häufig nur unzureichende Erträge erzielt werden.

Insgesamt kann die Witterung der vergangenen Vegetationsperiode als ungünstig beschrieben werden. Der lange und kalte Winter führte stellenweise zu Auswinterungsschäden. Dabei spielten weniger Kahlfröste eine Rolle als vielmehr die verharschte Schneedecke unter der sich Schneeschimmel ausbreiten konnte. Das kühle Frühjahr ließ den Eindruck entstehen, dass die Bestände über längere Zeit in ihrer Entwicklung stehen bleiben. Diese Phase hatte jedoch auch Vorteile, da so auch relativ viele Nebentriebe ausgebildet werden konnte, was den dünnen Beständen zum Ausgang des Winters zugute kam. In der Regel ließen sich so zufriedenstellende Bestandesdichten erreichen. Insgesamt war der Weizen gegenüber anderen Jahren in der Entwicklung jedoch zurück. Dieses stellte ein Problem dar, da die Kornfüllungsphase zu Beginn der Hitzeperiode Anfang Juli gerade am Anfang war. Höchsterträge ließen sich daher häufig nicht mehr erzielen. Was an Niederschlägen in der Wachstumsphase des Weizens fehlte, kam umso heftiger in der Ernteperiode. Häufige Unterbrechungen führten zu einer sehr langen Erntephase mit nach und nach abfallenden Qualitäten. Vor allem die Höhe der Fallzahlen ist problematisch. Oft reicht das Getreide nur noch für den Futtertrog. Die Erzeugerpreise liegen auf einem höheren Niveau als in den beiden Vorjahren. Bei entsprechenden Qualitäten können somit die Ertragseinbußen zumindest in gewissem Maße wieder ausgeglichen werden.

Die Ergebnisse der Sorten finden Sie in den beigefügten Artikeln.


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Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 26.11.2010