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Landessortenversuche 2010: Sommerweizen

Im nachfolgenden Artikel finden Sie die aktuellen Ergebnisse aus dem Landessortenversuch Sommerweizen 2010.

Die ohnehin geringe Anbaufläche von Sommerweizen ist gegenüber dem Vorjahr um rund 1400 Hektar zurückgegangen. Ohnehin kommt Sommerweizen in der Regel nur dann zum Anbau, wenn die Aussaat von Winterweizen aus verschiedensten Gründen nicht erfolgen kann. Inzwischen ist die Konkurrenzkraft von Mais für Biogasanlagen so groß, dass die Anbauentscheidung häufig zu Ungunsten des Sommergetreides ausfällt. Eine geplante Aussaat erfolgt in der Regel als Wechselweizen nach einer späten Ernte von Zuckerrüben oder als „Lückenfüller“ auf den Vorgewenden nach der Mietenlagerung.

Die vom Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation geschätzten Erträge fielen zur Ernte 2010 im Vergleich über die Jahre gering aus. Ursache ist sicherlich die trockene und heiße Witterungsphase Ende Juni/ Anfang Juli. Der deutliche Ertragsabstand gegenüber der Winterform ist ein weiterer Grund dafür, dass der Anbau von Sommerweizen eher unbedeutend ist.

Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung erfolgt die Sortenprüfung des Sommerweizens eher großräumig. So fließen Standorte aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in die niedersächsischen Auswertungen ein, um trotz geringeren Prüfaufwandes für die jeweilige Landwirtschaftskammer ein aussagefähiges Ergebnis zu erzielen.

Entgegen dem landesweiten Trend lagen die Erträge in den Versuchen der Anbauregion Marsch zur Ernte 2010 sogar noch leicht über dem Vorjahrswert. Große Überraschungen bezüglich des Sortenrankings zeigen sich nicht. Die E-Weizen liegen erwartungsgemäß etwas unter den A-Sorten. Hier können Taifun und KWS Scirocco die Vorjahresergebnisse bestätigen. Nach einem vergleichsweise guten Ertrag in 2009 fällt SW Kadrilj wieder auf die zurückliegenden Jahre zurück. Sehr überzeugend präsentiert sich, wie auch in der Vergangenheit, die A-Sorte Passat. Ebenfalls durchweg positiv kann Tybalt abschneiden. Leicht überdurchschnittlich ist Granny. Neben den älteren Sorten stehen zwei Sorten mit nunmehr zweijährigen Ergebnissen in den Landessortenversuchen. Hier bestätigt KWS Chamsin im Relativvergleich das überdurchschnittliche Abschneiden des Vorjahres. Kurz dahinter liegt Alora.

Auf den lehmigen Standorten Nordwest ist KWS Scirocco in diesem Jahr beste E-Sorte und löst SW Kadrilj von dieser Position ab. Deutlich schwächer ist Taifun. Diese Sorte zeigte in den Versuchen vergleichsweise starken Befall mit Braunrost, der Auswirkungen auf den Ertrag gehabt haben kann. Wie schon in den zurückliegenden Prüfjahren ist Tybalt die beste Sorte im A-Segment, die auch durch ihre Gesundheit positiv auffällt. Es folgt Passat mit einem ebenfalls erfreulichen Ertragsergebnis. Granny positioniert sich leicht überdurchschnittlich. In den Versuchen zeigte sie im Vergleich mit den anderen Sorten die stärkste Lagerneigung. Als Sorte mit zweijähriger Prüfung liefert KWS Chamsin einen positiven Ertrag. Alora dagegen kann eher weniger überzeugen.

Die Qualitäten

Die Proteingehalte liegen im Schnitt über die Sorten geringer als im Vorjahr. Bei genauerer Betrachtung stellen sich die E-Sorten erwartungsgemäß mit den besten Gehalten an Rohprotein nach vorn. Doch auch zwei Sorten aus dem Bereich der A-Qualitäten zeigen vergleichsweise hohe Werte. KWS Chamsin und Alora können Werte dicht hinter den E-Weizen erreichen. Die Fallzahlen wurden lediglich an einem Standort ermittelt. Hier zeigten sich aber trotz der äußerst ungünstigen Witterung in der Ernteperiode keine negativen Werte.

 


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Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 24.01.2011