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Landessortenversuche 2012: Sommerweizen

Der Anbau von Sommerweizen war in den zurückliegenden Jahren eher unbedeutend. Aufgrund der Auswinterungsereignisse im Winter 2011/12 ist die Anbaufläche zur aktuellen Ernte massiv ausgedehnt worden. Lesen Sie hier die aktuellsten Sortenergebnisse.

Als erste Alternativfrucht zum Wintergetreide kam vor allem auf den besseren Standorten vorrangig Sommerweizen zur Aussaat.  Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beläuft sich auf rund 770 Prozent. Landesweit mussten im Frühjahr gut 25 Prozent der im Herbst angelegten Winterweizenflächen umgebrochen und neu bestellt werden. Das Saatgut für Sommerungen war aufgrund der großflächigen Auswinterung äußerst knapp. Dieses führte dazu, dass selbst aus dem europäischen Ausland Sommergetreidesaatgut in die betroffenen Regionen transportiert wurde. Zu diesen Sorten fehlten dann jedoch manchmal die wertvollen Informationen, die, über den Ertrag hinaus, in den Landessortenversuchen ermittelt werden.

Das aktuelle Erntejahr zeigt wieder einmal, dass die Anbauentscheidung vor allem dann auf Sommerweizen fällt, wenn Auswinterungsschäden auftreten oder sich die Aussaat des Wintergetreides im Herbst schwierig gestaltet. Aufgrund der Ertragsdifferenz zum Winterweizen von etwa 25 dt/ha im Mittel der Jahre wird es der Sommerweizen immer schwer haben, zu konkurrieren. Auch die hohe Wirtschaftlichkeit des Maisanbaus für Biogasanlagen macht sich in Normaljahren nach wie vor bemerkbar, indem die Anbauflächen des Sommergetreides zurückgehen.
Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der normalerweise geringen Anbaubedeutung erfolgt die Sortenprüfung des Sommerweizens sehr großräumig. In die niedersächsischen Auswertungen fließen Ergebnisse von Standorten aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit ein, um trotz geringeren Prüfaufwandes für die jeweilige Landwirtschaftskammer ein aussagefähiges Ergebnis zu erzielen.


Das Sortiment gestaltete sich zur Ernte 2012 mit zwei E- und drei A-Weizen recht klein. In der Marsch zeigt SW Kadrilj, dass das gute Vorjahresergebnis offenbar eher ein Ausrutscher nach oben war. Sonett ist hier im Vergleich die bessere E-Sorte.
Im A-Sortiment ist Alora der Spitzenreiter. Leider zeigt diese Sorte Schwächen in der Standfestigkeit und der Anfälligkeit gegenüber Mehltau, so dass der optimale Einsatz an Pflanzenschutzmitteln beachtet werden sollte. Hervorzuheben ist andererseits die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Ährenfusariosen. Tybalt dagegen überzeugt wie schon in der Vergangenheit durch stabile, stets überdurchschnittliche Kornerträge, ist aber in seiner Fusarienanfälligkeit als negativ einzustufen. KWS Chamsin bestätigt seine guten Leistungen. In Versuchen aus der Vergangenheit zeigte sich für diese Sorte auch eine gute Eignung als Wechselweizen.

Auf den lehmigen Standorten Nordwest liegt das Ertragsniveau erfreulich hoch. Vor diesem Hintergrund bestätigt Sonett die für einen E-Weizen sehr erfreulichen Erträge. SW Kadrilj fällt hier im Ertragsniveau zurück.
Bester A-Weizen ist erneut Tybalt. KWS Chamsin erzielt nach einem etwas schwächeren Vorjahr ein gutmittleres Ergebnis. Dagegen zeigt Alora über die Jahre schwankende Erträge. Nach einem guten Vorjahr wird zur aktuellen Ernte ein Ertrag leicht unter dem Mittel erzielt. Zu betonen ist bei dieser Sorte aber noch einmal die gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Ährenfusariosen.

Die Qualitäten

Die Proteingehalte liegen im Schnitt über die Sorten niedriger als in den beiden Vorjahren. Der E-Weizen SW Kadrilj schneidet dabei am besten ab. Unter den A-Weizen erreicht KWS Chamsin wie auch schon in den Vorjahren die besten Rohproteinwerte.
Die Fallzahlen liegen in einem unproblematischen Bereich. Auffällig ist, dass die A-Weizen angeführt von Alora insgesamt höher  in der Fallzahl liegen als die Kandidaten des E-Segmentes. Den geringsten Wert zeigt Sonett.


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Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 10.01.2014