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Landessortenversuche 2013: Sommerweizen

An dieser Stelle finden Sie die aktuellen Ertragsergebnisse und Qualitäten der in den Landessortenversuchen geprüften Sommerweizensorten.

Nach dem absoluten Ausnahmejahr 2012, in dem die Anbaufläche aufgrund der Auswinterungsereignisse auf über 50.000 Hektar ausgedehnt worden war, hat sich die in Niedersachsen mit Sommerweizen bestellte Fläche wieder auf dem langjährigen Niveau eingependelt.


Da sich die Ansprüche an die Boden- und Klimabedingungen zwischen Sommer- und Winterweizen nicht unterscheiden, gibt es im Prinzip nur zwei Gründe, die den Anbau von Sommerweizen „rechtfertigen“.
Zum einen wird Sommerweizen auf Flächen angebaut, bei denen witterungsbedingt im Herbst die Aussaat nicht mehr möglich war oder nach der Herbstaussaat einer Winterung wegen verschiedenster Ursachen (z.B. Herbizidschäden, Überflutung oder eben Auswinterung) im Frühjahr ein Umbruch erforderlich ist. Zum anderen erfolgt der Anbau aus „Vorsorgegründen“, um in möglichen Auswinterungsjahren über ausreichend Saatgut zu verfügen. Da sich entsprechende negative Einflüsse nie vorhersehen lassen, kommt es in diesen besonderen Situationen regelmäßig schnell zu einer Saatgutknappheit bei Sommerweizen. So auch im Frühjahr 2012, als sich die Situation bekanntermaßen äußerst kritisch darstellte.
Die vom Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie geschätzten Erträge des Sommerweizens liegen aktuell rund 30 dt/ha unter denen des Winterweizens. Die Sommerform wird somit immer Schwierigkeiten mit der Konkurrenzkraft haben.

Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der normalerweise geringen Anbaubedeutung erfolgt die Sortenprüfung des Sommerweizens sehr großräumig. In die niedersächsischen Auswertungen fließen Ergebnisse von Standorten aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit ein, um trotz geringeren Prüfaufwandes für die jeweilige Landwirtschaftskammer ein aussagefähiges Ergebnis zu erzielen.

In der Marsch standen zwei Sorten aus dem E-Segment in der Prüfung. Sonett bestätigt im Gesamtvergleich die leicht unterdurchschnittlichen Erträge der letzten Jahre. Auf ähnlichem Niveau präsentiert sich der erstmals geprüfte Granus.
Im Bereich der A-Sorten stellt sich KWS Chamsin an die Spitze und bestätigt die hohe Leistungsfähigkeit. Tybalt und Alora erzielen einen gutmittleren Ertrag. In den Vorjahren zeigten sie sich mitunter deutlich stärker. Ein Manko der Sorte Tybalt ist die hohe Anfälligkeit gegenüber Ährenfusarium. Alora dagegen zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen diese Krankheit.
Der erstmals geprüfte Matthus überzeugt weniger.

Auf den lehmigen Standorten Nordwest erreicht die mehrjährig geprüfte E-Sorte Sonett lediglich ein unterdurchschnittliches Ergebnis. In den Vorjahren konnte sie dagegen im Ertrag mit den A-Sorten mithalten. Granus präsentiert sich als zweiter E-Kandidat leicht unter dem Standardmittel.
Beste A-Sorte ist in dieser Anbauregion seit Jahren Tybalt. Die hinsichtlich Mehltau und Braunrost sehr gesunde Sorte positioniert sich stets deutlich überdurchschnittlich. Wermutstropfen ist die hohe Fusarienanfälligkeit. KWS Chamsin präsentiert sich in Höhe des Standardertrages. In Versuchen aus der Vergangenheit zeigte sich für diese Sorte auch eine gute Eignung als Wechselweizen. Gleichauf liegt die hinsichtlich Fusarium sehr positiv zu beurteilende Sorte Alora. Eine leichte Schwäche zeigt sich in der Standfestigkeit. Matthus zeigt sich im ersten Prüfjahr ebenfalls auf durchschnittlichem Ertragsniveau.

Die Qualitäten

Die Proteingehalte fallen im aktuellen Erntejahr vergleichsweise niedrig aus. Auffällig ist, dass sich die E-Weizen nicht von den A-Weizen abheben. KWS Chamsin zeigt die besten Werte, dicht gefolgt von Sonett und Matthus. Den schwächsten Wert hat Alora aufzuweisen.
Die Fallzahlen zeigten sich wie schon im Vorjahr aufgrund der trockenen Erntebedingungen absolut unproblematisch. Auffällig ist, dass die A-Weizen angeführt von Alora in der Fallzahl tendenziell höher liegen als die Kandidaten des E-Segmentes. Die vergleichsweise schwächste Fallzahl hat Granus.

 


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Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 10.01.2014