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Landessortenversuche 2014: Sommerweizen

Die Ergebnisse der Landessortenversuche Sommerweizen 2014 finden Sie hier.

Die Anbaufläche von Sommerweizen ist in Niedersachsen weiter fallend und nun, zur Ernte 2014, wieder auf das übliche, eher unbedeutende Niveau abgesunken. An den erheblichen Schwankungen im Vergleich der letzten sieben Jahre wird die typische „Lückenbüßerfunktion“ der Frucht eindrucksvoll deutlich. Allgemein findet eine vermehrte Aussaat häufig nur dann statt, wenn schwierige Aussaatbedingungen für Wintergetreide auftreten oder starke Auswinterung, wie zuletzt 2012, zu verzeichnen ist. Unter normalen Umständen erfolgt die Aussaat lediglich nach letzten Zuckerrüben als Wechselweizen, auf Vorgewenden nach Mietenlagerung und schließlich zur absichern¬den und vorbeugenden Er¬zeugung von Sommergetreidesaatgut. 

Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der normalerweise geringen Anbaubedeutung erfolgt die Sortenprüfung des Sommerweizens sehr großräumig. In die niedersächsischen Auswertungen fließen Ergebnisse von Standorten aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit ein, um trotz geringeren Prüfaufwandes für die jeweilige Landwirtschaftskammer ein aussagefähiges Ergebnis zu erzielen.

In der Marsch stand lediglich eine Sorte aus dem Bereich der E-Qualitäten in der Prüfung. Granus präsentiert sich unterdurchschnittlich und damit schwächer als im Vorjahr.
Im Bereich der A-Sorten beweist Tybalt erneut seine Leistungsfähigkeit. Aufgrund der erhöhten Anfälligkeit gegenüber Ährenfusarium sollte auf den Anbau nach Maisvorfrucht verzichtet werden. Wie im Winterweizen, war in der vergangenen Vegetationsperiode auch im Sommerweizen ein verstärktes Auftreten von Gelbrost zu beobachten. Hierdurch erklärt sich auch das vergleichsweise schlechte Abschneiden der beiden weiteren mehrjährig geprüften Sorten Alora und KWS Chamsin, die gegenüber den Leistungen aus der Vergangenheit deutlich abfallen. Der erstmals geprüfte Cornetto zeigt ebenfalls eine recht hohe Anfälligkeit gegenüber dem Gelbrosterreger, reagierte aber nicht ganz so deutlich mit Minderertrag. Die zweite neue Sorte Quintus präsentiert sich sehr erfreulich als beste Sorte im Sortiment. Die Gelbrostresistenz ist sehr gut. Auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Braunrost und Ährenfusarium ist hervorzuheben.

In der Anbauregion der lehmigen Standorte Nordwest erreicht die mehrjährig geprüfte E-Sorte Sonett ein unterdurchschnittliches Ergebnis und kann sich damit gegenüber dem Vorjahr wieder etwas verbessern. Granus dagegen fällt deutlich ab.
Wie schon in den Vorjahren, so präsentiert sich Tybalt auch zur Ernte 2014 als beste mehrjährig geprüfte Sorte und stellt die Anbauwürdigkeit unter Beweis. KWS Chamsin und Alora erreichen ein knapp mittleres Ergebnis und liegen damit leistungsmäßig in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.
Die sehr gesunde Sorte Quintus erzielt im ersten Jahr der Prüfung das beste Ergebnis dieser Anbauregion. Man darf gespannt sein, ob sich das Ergebnis zur kommenden Ernte wiederholen lässt. Der ebenfalls erstmalig geprüfte Cornetto positioniert sich leicht über dem Standardmittel.

Die Qualitäten

Die Proteingehalte fallen zur Ernte 2014 ähnlich niedrig aus wie bereits zur letztjährigen Ernte. Erneut heben sich die E-Weizen nicht deutlich von den A-Weizen ab. KWS Chamsin ist die Sorte mit dem besten Proteingehalt. In diesem Jahr ist dieses sicherlich mit verursacht durch den etwas schwächeren Ertrag. Doch auch im Vorjahr konnte die Sorte bei durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Erträgen mit einer guten Qualität überzeugen. Die übrigen Sorten bewegen sich dicht beieinander mit Ausnahme von Tybalt, der aufgrund der guten Ertragsleistung im Eiweißgehalt etwas abfällt.
Obwohl sich die Erntebedingungen im August 2014 mit der Zeit verschlechterten und es aufgrund der Niederschläge häufiger zu Unterbrechungen kam, waren in den Landessortenversuchen keine auffälligen Beobachtungen hinsichtlich der Höhe der Fallzahlen zu machen. Auffällig ist, dass die A-Weizen angeführt von Cornetto, Alora und Tybalt in der Fallzahl tendenziell höher liegen als die Kandidaten des E-Segmentes. Die vergleichsweise schwächste Fallzahl hat, wie schon zur letztjährigen Ernte, die Sorte Granus.
 


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Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 19.02.2015