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Landessortenversuche 2011: Sommerfuttergerste

Nach einem dramatischen Rückgang des Sommergerstenanbaus im vergangenen Jahr, konnte sich die Anbaufläche zur aktuellen Ernte wieder erholen. Der Anbau als Futtergerste erfolgt vor allem in den Veredelungsregionen im Westen des Landes. Hier finden Sie die aktuellesten Versuchsergebnisse.

Nach einem dramatischen Rückgang des Sommergerstenanbaus im vergangenen Jahr, konnte sich die Anbaufläche zur aktuellen Ernte wieder um rund 11.000 Hektar erholen. Bei der Ermittlung der Anbauflächen durch den Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation wird nicht zwischen den beiden Nutzungsrichtungen als Futter- oder Braugerste unterschieden. Bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich, dass der Braugerstenumfang aufgrund des guten Preisniveaus um rund 8000 Hektar gesteigert werden konnte. Die Zunahme des Futtergerstenanbaus beträgt gegenüber dem Vorjahr somit nur rund 3000 Hektar. Der Anbau als Futtergerste erfolgt vor allem in den Veredelungsregionen im Westen des Landes oder eben dort, wo im Frühjahr der Umbruch von Winterungen erforderlich ist, eine Nachsaat von Sommerungen erfolgen muss und Sommerweizen weniger geeignet zu sein scheint. Wie überall stellt der Mais hier eine große Konkurrenz dar.
Die landesweit durchschnittlichen Erträge fallen recht erfreulich aus. Auch in den Landessortenversuchen liegt das Ertragsniveau zum Teil deutlich über den Ergebnissen der Vorjahre.


Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung erfolgt die Prüfung der Sommerfuttergerste verhältnismäßig großräumig  auf leichteren Standorten in gesamt Nordwestdeutschland. Die Ergebnisse werden in der Anbauregion Sandige Standorte Nordwest/ Marsch zusammengefasst.

Die Erträge der geprüften Sorten ähneln sich in diesem Jahr, von einer Ausnahme abgesehen, sehr. Somit ist es umso mehr erforderlich, die Vorjahresergebnisse mit in die Gesamtbewertung einzubeziehen.
Aktuell leicht überdurchschnittlich, in den Vorjahren dagegen sehr leistungsstark präsentiert sich Conchita. Die drei mehrjährig geprüften Sorten Simba, Anakin und JB Flavour schneiden durchschnittlich ab und bestätigen so das mehrjährige Mittel. Ingmar präsentiert sich vergleichsweise schwächer und kann die positiven Zahlen der Vergangenheit nicht bestätigen.
Die erstmalig im Futtergerstensortiment geprüfte Sorte Streif erreicht einen leicht überdurchschnittlichen Ertrag. Diese Sorte wurde in den Vorjahren im Braugerstensortiment geprüft und präsentierte sich dort aus ertraglicher Sicht recht positiv. Da sie jedoch in ihren Malz- und Braueigenschaften nicht überzeugen konnte, schied sie aus dem Landessortenversuch Braugerste aus.

Qualitäten

Wichtigstes Qualitätskriterium bei der Vermarktung ist das Hektolitergewicht, welches mindestens 62 kg/hl betragen muss. Liegt dieses Merkmal zwischen 62 und 64 kg/hl, muss bei der Vermarktung mit Abschlägen gerechnet werden.
Die erforderlichen Werte konnten zur aktuellen Ernte von allen Sorten erreicht werden.


Kontakt:
Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
Telefon: 0511 3665-4387
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Stand: 21.12.2011