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Landessortenversuche 2012: Sommerfuttergerste

Die Sommerfuttergerste findet vor allem in den nordwestlichen Regionen Niedersachsens nach wie vor ihren Anbau. Hier die Ergebnisse der Landessortenversuche zur Ernte 2012.

Betrachtet man den Anbauumfang der Sommergerste im Verlauf der Jahre, so fallen recht starke Schwankungen auf. Die zur aktuellen Ernte gegenüber dem Vorjahr stark gesteigerte Anbaufläche zeigt die Sommergerste als zweiten großen Gewinner der Auswinterungssituation im Frühjahr 2012. Nur der Sommerweizen profitierte stärker mit einer noch größeren Steigerung des Anbauumfangs.
Bei der Erfassung der Anbauflächen erfolgt keine Unterscheidung nach den beiden Nutzungsrichtungen Brau- oder Futtergerste. Nachdem vor allem die Braugerste für den letztjährigen Anstieg der Anbaufläche verantwortlich war, stellt sich die Situation aktuell anders dar. Die Ausdehnung der Braugerstenfläche fällt vergleichsweise gering aus. Die Sommerfuttergerste hat dagegen eine Flächenerweiterung von fast 25.000 Hektar zu verzeichnen.
Der Anbau als Futtergerste erfolgt traditionell vor allem in den Veredelungsregionen im Westen des Landes oder eben dort, wo im Frühjahr der Umbruch von Winterungen erforderlich ist und eine Neuansaat mit Sommergetreide erfolgen muss. Dieses vor allem dann, wenn Sommerweizen weniger geeignet zu sein scheint oder, aufgrund der 2012 äußerst angespannten Lage am Saatgutmarkt für Sommergetreide, kein Sommerweizensaatgut mehr verfügbar war.

Die vom Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation geschätzten landesweit durchschnittlichen Erträge fallen sehr erfreulich aus. Hier wird das beste Ergebnis seit langem erzielt.

Ergebnisse der Sorten

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung erfolgt die Prüfung der Sommerfuttergerste sehr großräumig auf leichteren Standorten Nordwestdeutschlands. Die Ergebnisse werden in der Anbauregion Sandige Standorte Nordwest/ Marsch zusammengefasst.
Nachdem die Erträge der geprüften Sorten, von einer Ausnahme abgesehen, zur Ernte 2011 sehr dicht beieinander lagen, ist die Differenzierung aktuell wieder deutlicher. Wie schon die landesweit geschätzten Erträge, liegen auch die Erträge in den Landessortenversuchen sehr hoch.
Unter den mehrjährig geprüften Kandidaten kann Anakin unter diesen Bedingungen am besten abschneiden. JB Flavour präsentiert sich durchschnittlich und damit über Jahre konstant. Conchita fällt nach deutlich besseren Vorjahren in der Ertragsleistung ab. Auf gleichem Niveau und damit zum zweiten Mal deutlicher unterdurchschnittlich bewegt sich Ingmar. Simba zeigt sich als schwächste Sorte des diesjährigen Prüfsortimentes.
Die nunmehr zweijährig geprüfte Sorte Streif präsentiert sich überdurchschnittlich.
Im aktuellen Landessortenversuche wurde eine Reihe neuer Sorten in die Prüfung aufgenommen. Als bester Kandidat schneidet hier Salome ab, dicht gefolgt von Milford. Beide Sorten können somit die viel versprechenden Leistungen der Wertprüfung bestätigen. Natasia erreicht einen gut mittleren Ertrag. Zeppelin präsentiert sich in Höhe des Standardmittels, Tesla knapp dahinter.


Qualitäten

Wichtigstes Qualitätskriterium bei der Vermarktung ist das Hektolitergewicht, welches mindestens 62 kg/hl betragen muss. Liegt dieses Merkmal zwischen 62 und 64 kg/hl, ist bei der Vermarktung gegebenenfalls mit Abschlägen zu rechnen.
Die geforderten Hektolitergewichte konnten zur Ernte 2012 von allen Sorten erreicht werden. Tesla liegt hier jedoch im Vergleich mit den anderen Sorten schwächer. Das höchste hl-Gewicht erreicht Ingmar.
 


Kontakt:
Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 29.01.2013