Landessortenversuche 2009: Hafer
Die mit Hafer bestellten Flächen sind deutlich zurückgegangen und umfassen nur noch 0,8 Prozent der niedersächsischen Ackerfläche. Noch vor sechs Jahren lag der Anbau um rund 11.700 Hektar höher. Der durch den Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie ermittelte Durchschnittsertrag liegt etwa in Höhe des mehrjährigen Mittels. Die in den Landessortenversuchen erzielten Erträge fielen jedoch deutlich höher aus.
Um dem sinkenden Haferanbau entgegenzuwirken, veranstalteten die deutschen Hafermühlen im Getreidenährmittelverband e.V. Ende März 2009 in Hannover das erste „Forum Haferanbau“. Vertreter der verschiedenen Verarbeitungsstufen nahmen daran teil, von Saatzuchtunternehmen und Landwirtschaftskammern über den Landhandel und die Hafermühlen bis hin zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden. Ziel des Forums war es, gemeinsam mit den Beteiligten der Wertschöpfungskette, mit den Partnern aus Saatzucht, Landwirtschaft, Handel und Forschung, Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für eine Dynamisierung des Haferanbaus in Deutschland in Quantität und Qualität zu entwickeln. Nicht nur auf der Ausdehnung von Anbauflächen, sondern vor allem auch in der Fokussierung auf Sorten, die qualitativ hochwertig, den Standorten angepasst und für die Nahrungsmittelverarbeitung geeignet sind, liegt der Schwerpunkt des Haferforums.
Die Erträge und Qualitäten sind in den im Anhang dargestellten Tabellen aufgeführt.
Zufrieden stellende Erlöse lassen sich aus dem Haferanbau nur dann erzielen, wenn sich das Erntegut als Industriehafer oder direkt an Pferdehalter vermarkten lässt. Der bereits angesprochene starke Rückgang der Anbauflächen ist neben der Konkurrenz des Sommergetreides mit dem Maisanbau für Biogasanlagen in hohem Maße auch durch die schlechten erzielbaren Preise am Markt bedingt. Größtes Problem sind dabei die für Industriehafer geforderten Qualitäten. Großen Wert wird bislang auf das Hektolitergewicht gelegt. Die erforderlichen 54 kg/hl, für die Einstufung als Qualitätshafer sind es sogar 55 kg/hl, lassen sich offenbar nur schwer erreichen. Dieses zeigt sich auch in den Landessortenversuchen. Nunmehr im fünften Jahr in Folge erreicht keine der geprüften Sorten den Mindestwert.





