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Landessortenversuche 2009: Hafer

Die mit Hafer bestellten Flächen sind deutlich zurückgegangen und umfassen nur noch 0,8 Prozent der niedersächsischen Ackerfläche. Noch vor sechs Jahren lag der Anbau um rund 11.700 Hektar höher. Der durch den Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie ermittelte Durchschnittsertrag liegt etwa in Höhe des mehrjährigen Mittels. Die in den Landessortenversuchen erzielten Erträge fielen jedoch deutlich höher aus.

Auf dem Bild sind grüne Haferrispen abgebildet.
Während die Haferanbauflächen in Deutschland seit langem stark zurückgehen, haben die Hafermühlen die Verarbeitung von Hafer zu Nahrungsmitteln in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Diese ist im Zeitraum von 1997 bis 2007 in den Schälmühlen um 47 Prozent gestiegen, wodurch sich der Anteil der Nahrungsmittelverarbeitung an der gesamten Inlandsverwendung von Hafer in diesem Zeitraum von 11 auf 26 Prozent erhöht hat. Leider sind die deutschen Hafermühlen darauf angewiesen, Hafer aus anderen Ländern zu importieren, um ihren Bedarf zu decken. Hauptimportländer sind Finnland, Schweden und England. Auch die erforderliche Menge für Futtermittel lässt sich nicht mehr vollständig über den inländischen Hafer decken, sondern muss über Importe gewährleistet werden.

Um dem sinkenden Haferanbau entgegenzuwirken, veranstalteten die deutschen Hafermühlen im Getreidenährmittelverband e.V. Ende März 2009 in Hannover das erste „Forum Haferanbau“. Vertreter der verschiedenen Verarbeitungsstufen nahmen daran teil, von Saatzuchtunternehmen und Landwirtschaftskammern über den Landhandel und die Hafermühlen bis hin zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden. Ziel des Forums war es, gemeinsam mit den Beteiligten der Wertschöpfungskette, mit den Partnern aus Saatzucht, Landwirtschaft, Handel und Forschung, Erfahrungen auszutauschen und Perspektiven für eine Dynamisierung des Haferanbaus in Deutschland in Quantität und Qualität zu entwickeln. Nicht nur auf der Ausdehnung von Anbauflächen, sondern vor allem auch in der Fokussierung auf Sorten, die qualitativ hochwertig, den Standorten angepasst und für die Nahrungsmittelverarbeitung geeignet sind, liegt der Schwerpunkt des Haferforums.

Die Erträge und Qualitäten sind in den im Anhang dargestellten Tabellen aufgeführt.

Zufrieden stellende Erlöse lassen sich aus dem Haferanbau nur dann erzielen, wenn sich das Erntegut als Industriehafer oder direkt an Pferdehalter vermarkten lässt. Der bereits angesprochene starke Rückgang der Anbauflächen ist neben der Konkurrenz des Sommergetreides mit  dem Maisanbau für Biogasanlagen in hohem Maße auch durch die schlechten erzielbaren Preise am Markt bedingt. Größtes Problem sind dabei die für Industriehafer geforderten Qualitäten. Großen Wert wird bislang auf das Hektolitergewicht gelegt. Die erforderlichen 54 kg/hl, für die Einstufung als Qualitätshafer sind es sogar 55 kg/hl, lassen sich offenbar nur schwer erreichen. Dieses zeigt sich auch in den Landessortenversuchen. Nunmehr im fünften Jahr in Folge erreicht keine der geprüften Sorten den Mindestwert.


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Leiter Fachbereich Versuchswesen Pflanze
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Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 19.01.2010