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Landessortenversuche 2013: Wintertriticale

Die Anbaufläche von Wintertriticale ist gegenüber dem Vorjahr um gut 10.000 Hektar ausgeweitet worden. Zur aktuellen Ernte wurden häufig sehr erfreuliche Erträge erzielt. Die Versuchsergebnisse aus der Ernte 2013 finden Sie hier.

Erträge der Sorten

Auf den Sandböden Nordwest liegt das Ertragsniveau zur aktuellen Ernte wieder niedriger als im rekordverdächtigen Vorjahr.
Unter diesen Bedingungen zeigt sich unter den mehrjährig geprüften Sorten Grenado mit einem gutmittleren Ergebnis am  besten. Dinaro und vor allem Tulus fallen dagegen deutlicher ab.
Im Segment der zweijährig geprüften Kandidaten zeigt KWS Aveo erneut seine Leistungsfähigkeit. Mikado erreicht einen leicht überdurchschnittlichen Ertrag, Adverdo positioniert sich dicht dahinter. Remiko dagegen überzeugt bereits zum zweiten Mal nicht.
Als neue Sorte liefert SU Agendus einen sehr viel versprechenden Ertrag. Hier bleibt abzuwarten, ob das Ergebnis im kommenden Jahr wiederholt werden kann. Securo dagegen bestätigt die Ergebnisse der Wertprüfung in den Landessortenversuchen nicht.

In der Anbauregion Sandböden Nordhannover ist Dinaro im mehrjährigen Mittel sehr positiv zu bewerten. Aktuell erreicht die Sorte einen durchschnittlichen Ertrag. Gleichauf liegt Grenado und zeigt damit schwankende Erträge über die Jahre. Tulus dagegen präsentiert sich schwächer. Unter den zweijährig geprüften Sorten schneiden Remiko und Mikado sehr erfreulich ab. Leider werden diese recht viel versprechenden Sorten vom Züchter nicht weiter verfolgt. Zur Aussaat 2013 wird noch Saatgut zur Verfügung stehen, die Sorten dann aber vom Markt genommen. Adverdo erreicht einen Ertrag in Höhe des Standardmittels nachdem er zur Ernte 2012 sehr gut abschnitt. KWS Aveo dagegen kann aktuell nur unterdurchschnittlich abschneiden.
Unter den neuen Sorten erreicht SU Agendus das beste Ergebnis aller Sorten in dieser Anbauregion. Securo dagegen überzeugt weniger.

Auf den Lehmen West schneidet Tulus unter den Kandidaten mit mindestens dreijähriger Prüfung unterdurchschnittlich ab, nachdem die Sorte in den Vorjahren eine hohe Ertragstreue auf gutem Niveau unter verschiedensten Witterungsbedingungen zeigte. Grenado fällt bereits zum zweiten Mal deutlicher zurück.
Mikado kann in seinem zweiten Prüfjahr erneut gute Ergebnisse liefern. KWS Aveo präsentiert sich durchschnittlich. Adverdo zeigt sich eher schwach.
Neu im Versuch war SU Agendus. Die Sorte bestätigt die guten Leistungen aus der Wertprüfung. Securo erreicht ein gutmittleres Ergebnis.

Im Hügelland steht das vergleichsweise kleinste Sortiment. Tulus präsentiert sich knapp durchschnittlich.
Die zweijährig geprüfte Sorte Mikado zeigt sich auch unter dem aktuell sehr hohen Ertragsniveau als beste Sorte. KWS Aveo liefert wie schon im Vorjahr ein durchschnittliches Ergebnis ab. Adverdo zeigt sich dagegen erneut deutlich schwächer.
Securo präsentiert sich im Ertrag als interessante neue Sorte. SU Agendus dagegen schneidet, im Gegensatz zu den anderen Anbauregionen, hier wesentlich schwächer ab.

Proteingehalte

Die Proteingehalte liegen in diesem Jahr wieder höher als im sehr schwachen Vorjahr, als sich der durch die hohen Erträge bedingte „Verdünnungseffekt“ bemerkbar machte. Tulus, Mikado und Securo liefern aktuell die besten Ergebnisse während die Proteingehalte von Remiko, Grenado, Dinaro und Adverdo eher schwach ausfallen.

Auswirkungen von Intensitätsminderungen

Die Beobachtungen in den Landessortenversuchen zeigten in diesem Jahr einen eher geringen Krankheitsbefall hinsichtlich der Rosterkrankungen, wogegen Mehltau häufiger auftrat. Vor allem Adverdo und Grenado zeigten hier starken Befall. Positiv dagegen waren in Bezug auf diese Krankheit Mikado, KWS Aveo, Securo und SU Agendus. Über einen längeren Zeitraum betrachtet scheinen die Zeiten, in denen Triticale eine robuste Getreideart darstellte, die relativ unempfindlich gegenüber Pflanzenkrankheiten war, aber leider vorbei zu sein. Vor diesem Hintergrund muss dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch in Triticale eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Kosten für Fungizid- und Wachstumsreglermaßnahmen beliefen sich in den Landessortenversuchen in diesem Jahr auf 138 Euro/ha.  Bei einem für die Berechnungen herangezogenen Marktpreis von 17,50 €/dt inklusive Mehrwertsteuer müssen die Behandlungen zu einem Mehrertrag von mindestens 7,9 Dezitonnen führen, um eine Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
Bei Betrachtung der direktkostenfreien Leistung im Schnitt über alle Sorten fällt auf, dass diese in der unbehandelten Variante deutlich niedriger liegt als in der behandelten Stufe. Die Pflanzenschutzmaßnahmen führten in diesem Jahr ausnahmslos zu wirtschaftlichen Mehrerträgen.

 


Kontakt:
Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 16.09.2013