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Landessortenversuche 2010: Körnerlegumionosen

Während die Anbaufläche für Ackerbohnen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 120 Hektar zurückgegangen ist, zeigt sich bei den Futtererbsen ein Rückgang von rund 250 Hektar. Bei den großen Feldfrüchten wäre eine solche Flächenveränderung nicht erwähnenswert und auch kaum messbar. Anders stellt sich die Situation bei den Körnerleguminosen dar. Lesen Sie hier, wie sich die Körnerleguminosen in den Landessortenversuchen zeigten.

Vor allem bei den Erbsen ist der Anbau nahezu unbedeutend und wird von den durch den Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation erfassten Kulturen nur noch von Sommerraps und Rübsen unterboten. Vor dem Hintergrund, dass der prozentual größere Anteil dieser Kulturen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben angebaut wird, wird deutlich, dass die Bedeutung des konventionellen Körnerleguminosenanbaus vor allem bei Futtererbsen gegen Null strebt.

Im Hinblick auf den guten Vorfruchtwert, die Strukturverbesserung des Oberbodens und die positive Auflockerung der Fruchtfolge ist die Entwicklung bedauerlich, jedoch offenbar nicht aufzuhalten. Vor dem Hintergrund der momentan hohen Notierungen für Sojaextraktionsschrot wäre es interessant, pflanzliche Eiweißträger für die Tierernährung in gewissem Maße durch heimische Körnerleguminosen zu ersetzen. Die wirtschaftlichen Anreize sind allerdings leider nach wie vor gering, so dass nur wenige Landwirte sich für einen Anbau entscheiden. Gezielte Fördermaßnahmen könnten unter Umständen dazu beitragen, den Anbau auszudehnen. Diese sind momentan, zumindest in Niedersachsen, aber nicht in Aussicht.

Aufgrund des sehr eingeschränkten Anbaus sind die züchterischen Aktivitäten in den vergangenen Jahren recht stark zurückgefahren worden. Nur noch wenige Züchterhäuser bearbeiten Futtererbsen und Ackerbohnen. Es besteht die Gefahr, dass der Züchtungsfortschritt auf der Strecke bleibt und züchterisch nicht mehr bearbeitete Kulturen letztendlich vielleicht sogar zu einer Verarmung der Fruchtartendiversität führen.

Die Erträge der  Sorten

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung ist auch der Prüfumfang in den Landessortenversuchen recht stark reduziert worden. Die seit mehreren Jahren praktizierte Prüfung in Anbauregionen führt dazu, dass die Ergebnisse aus benachbarten Bundesländern genutzt und Daten zur Verfügung gestellt werden können.

Futtererbsen

In der Anbauregion Marsch, Geest, Hügelland Nord ist Alvesta erneut die beste Sorte. Casablanca liegt mit einem knapp überdurchschnittlichen Ertrag ebenfalls auf dem Niveau der Vorjahre. Etwas schwächer dagegen ist Respect, die sich jedoch durch eine sehr gute Standfestigkeit auszeichnet. Dieser Aspekt sollte bei Futtererbsen mindestens genau so stark berücksichtigt werden, wie die Ertragsleistung der Sorte. Unter den neuen Kandidaten präsentiert sich Salamanca sehr vielversprechend. Zudem scheint die Sorte über eine gute Standfestigkeit zu verfügen. KWS Amiata und KWS La Mancha dagegen überzeugen eher nicht.

Auf den Sand- und Lehmböden Nordwest liegt unter den mehrjährig geprüften Sorten Alvesta konstant an der Spitze des gesamten Sortimentes. Leicht überdurchschnittlich ist Casablanca. Rocket dagegen erbringt einen Ertrag unterhalb des Standardmittels. Knapp dahinter präsentiert sich Respect, die somit das enttäuschende Ergebnis aus 2009 zumindest etwas ausgleichen kann und dennoch aufgrund der Standfestigkeit Beachtung finden sollte. Während Santana in den Vorjahren stets überzeugende Erträge lieferte, fällt sie in diesem Jahr stark ab. Gleiches gilt auch für Gregor.

Unter den vier erstmals geprüften Sorten positioniert sich Auckland auf gleicher Höhe mit Alvesta an der Spitze. KWS Amiata und Salamanca erbringen gutmittlere Erträge. KWS La Mancha dagegen enttäuscht.

Ackerbohnen

Nachdem in den Landessortenversuchen der Küstenregion zur Ernte 2009 sehr hohe Erträge erreicht werden konnten, fallen diese im mehrjährigen Vergleich aktuell recht niedrig aus. Unter diesen Bedingungen ist Fuego erneut die beste Sorte. Ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt liegt Tangenta. Nach einem besseren Vorjahr positioniert sich Isabell wieder auf Durchschnittsniveau. Espresso dagegen liegt weit abgeschlagen hinten.

Etwas umfangreicher gestaltete sich das Sortiment auf den Lehmböden West. Auch hier liegt Fuego an der Spitze. Isabell präsentiert sich durchschnittlich, dicht gefolgt von Tangenta. Tattoo und Espresso fallen nach teilweise deutlich besseren Ergebnissen im Jahr 2009 recht stark ab.


Kontakt:
Andreas Lege
Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen
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Stand: 28.02.2011