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Einfuhr von Sendungen mit Verpackungsholz aus Drittländern

Hölzernes Verpackungsmaterial zum Transport und Schutz von Waren findet im weltweiten Handel überall Verwendung. Durch minderwertige Qualität und Befall mit Schädlingen sind in der Vergangenheit gefährliche Schadorganismen (z.B. der Laubholzbockkäfer und der Kiefernholznematode) eingeschleppt und verbreitet worden.

Holzverpackungen aus Drittländern (außer der Schweiz) dürffen nur in die EU eingeführt werden, wenn sie die Vorgaben des IPPC-Standards Nr. 15 (ISPM 15) über die vorgeschriebene Holzbehandlung und- markierung erfüllen. In der Neufassung des § 7b der Pflanzenbeschauverordnung vom 5.Juli 2013 wird die Abfertigung von Verpackungsholz (VPH) und die Zusammenarbeit von Zoll und Pflanzenschutzdiensten klar-gestellt.
Geregelt ist Verpackungsmaterial aus und mit Massivholzbestansteilen zum Transport, Schutz und Verstauen von Waren. Das sind z.B. Paletten, Kisten, Verschläge, Trommeln, Fässer, Palettenaufsatzrahmen aber auch Stauholz (z.B. einzelne Holzstücke und Keile zum Befestigen der Waren in Containern).
Holz mit einer Stärke von weniger als 6 mm sowie Verpackungen, die ausschließlich aus Span-, Tischler-, Faserplatten, Sperrholz etc. gebaut sind, unterliegen nicht den Anforderungen des ISPM Nr. 15. 

Anforderungen an geregeltes Verpackungsholz:(ISPM 15 und RL 2000/29 EG,IV, Teil A) 

  1. Verpackungsholz muss praktisch rindenfrei sein (d.h. Rindenreste müssen schmaler sein als 3 cm bei beliebiger Länge oder bei einer Breite von mehr als 3 cm nicht über 50 cm2 groß sein).
     
  2. Verpackungsholz muss einer der im ISPM Nr. 15 zulässigen Behandlung unterzogen werden:

                    - Heat treatment (HT): Erhitzung auf mind. 56°C für mind. 30 Minuten oder

                    - Begasung mit Methylbromid (MB): geforderte Konzentration in Abhängigkeit von
                      Temperatur und Behandlungsdauer siehe Tabelle im ISPM Nr. 15 )

  3. Verpackungsholz muss entsprechend der Vorgaben des ISPM Nr. 15 eine Kennzeichnung bzw. einen Stempel tragen, aus dem hervorgeht, welcher Behandlung das Holz unterzogen wurde und in welchem Land und Betrieb es behandelt oder markiert wurde.

 Beispiel für eine Kennzeichnung gemäß IPPC-ISPM Nr. 15: 

 

 Sendungen mit sogenannten Risikowarenarten (s.u.), die aufgrund des Verpackungsholzes anmeldepflichtig sind, dürfen von der zuständigen Zolldienststelle in alle Zollverfahren mit Ausnahme des Versandverfahrens überführt werden, wenn eine Bescheinigung vom zuständigen Pflanzenschutzdienst vorliegt, die besagt, dass diese Waren beim Pflanzenschutzdienst angemeldet und kontrolliert wurden oder ohne Kontrolle freigegeben werden. Liegt diese Bescheinigung dem Zoll nicht vor, darf die Sendung nicht in ein o.g. Zollverfahren überführt werden.
Ähnlich soll es bei im Versandverfahren (z.B. T1) ablaufen. Der Einführer muss dem zuständigen Pflanzenschutzdienst am Bestimmungsort die Sendungen anmelden und die Bescheinigung dort bei Beendigung des Versandverfahrens dem Zoll vorlegen. 

Was ist anmeldepflichtig?
Anmeldepflichtig sind Sendungen mit Risikowarenarten, die auf, in oder mit Verpackungsholz nach ISPM 15 verpackt sind (siehe Zolltarifcodes). Holz mit einer Stärke von weniger als 6 mm sowie Holzwerkstoffe (Span-, Tischler-, Faserplatten, Sperrholz etc.) unterliegen nicht den Anforderungen des ISPM Nr. 15.  

KN-Positionen des Zolltarifcodes

 
Kapitel KN-Positionen des Zolltarifcodes 
85 2506, 2514, 2515, 2516, 2518, 2526 
68 6801, 6802, 6803, 6804, 6810, 6811 
69 6901, 6902, 6904, 6905, 6907, 6908, 6914 
73 7307, 7317, 7318, 7320 
74 7412, 7415 
84 8407, 8408, 8409, 8412, 8413, 8425, 8431, 8466, 8482, 8483 
87 8708, 8714 

 

Wie erfolgt die Anmeldung des VPH ?
Die Anmeldung aller relevanten Sendungen beim zuständigen Pflanzenschutzdienst erfolgt über das Internetportal PGZ-online. Hinweise und Tipps zur Anmeldung im Online-System finden Sie in den bereitstehenden Dateien.
Aufgrund der Anmeldedaten wird der Pflanzenschutzdienst nach Ankündigung stichprobenartige Kontrollen des hölzernen Verpackungsmaterials vornehmen.
Entsprechen die Verpackungshölzer bei diesen Kontrollen nicht den Einfuhranforderungen, d.h. keine ISPM Nr. 15-Markierung und/oder Schädlingsbefall, müssen sie vernichtet werden. 

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Kontakt:
Jobst Heller
Pflanzengesundheit, Import, Export, EU-Binnenmarkt, Information, Wetterstationen
Telefon: 0511 4005-2203
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Stand: 05.09.2013