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Die (un)bekannte Kirschessigfliege - Drosophila suzukii: Ein Überblick

Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, breitet sich seit 2011 in Deutschland aus. Seit 2012 ist sie auch in Niedersachsen auffindbar und verursachte im Jahr 2014 zum ersten Mal Schäden in Beerenobst, Kirschen und Pflaumen. Dr. Alexandra Wichura und Prof. Dr. Roland Weber haben die eigenen Beobachtungen und das bislang bekannte Wissen über diese Fliege in einem Artikel zusammengefasst.

Die 2008 nach Südeuropa eingeschleppte Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) hat sich in wenigen Jahren bis nach Niedersachsen ausgebreitet und dort in den Vegetationsperioden 2014 und 2015 erste wirtschaftliche Schäden verursacht. Der aktuelle internationale Kenntnisstand zu diesem Schädling wird daher in diesem Artikel zusammengefasst. Sämtliche Entwicklungsstadien sowie typische Schadbilder werden beschrieben und illustriert. Die Befallsbiologie von D. suzukii ist gekennzeichnet durch eine hohe Mortalität im Winter und eine starke Vermehrung unter günstigen Bedingungen während der Saison. D. suzukii besitzt einen sehr breiten Wirtspflanzenkreis. Besonders gefährdet sind Beerenobstarten sowie Süß- und Sauerkirschen. Auch viele Nicht-Kulturpflanzen werden befallen. Faktoren, die die Eignung einer Wirtspflanze beeinflussen, werden erläutert. Nutzen und Grenzen einer Befallsbeobachtung durch Essigfallen werden aufgezeigt. Die wichtigste Bekämpfungsmaßnahme besteht in der sauberen, rechtzeitigen und kompletten Beerntung von Beständen, verbunden mit der Vernichtung von Befallsmaterial. Verschiedene insektizide Wirkstoffgruppen besitzen mäßige bis hohe Wirkungsgrade gegen D. suzukii. Die hohe Wirkung von Spinosad (SpinTor) wird durch die fehlende Regenbeständigkeit geschmälert. Eine genaue Terminierung der SpinTor-Behandlungen ist daher entscheidend und kann durch die sorgfältige Beobachtung des beginnenden Fruchtbefalls erreicht werden. Die Einnetzung von Strauchbeeren- und Steinobstanlagen kann eine effektive Maßnahme sein, indem sie die wirtschaftlich relevante Befallzunahme um ein bis zwei Generationen verzögert. Maschenweiten von etwa 1 mm sind geeignet. Hingegen erscheint der Massenfang mit Essig- oder Rotweinfallen nicht als praxisrelevante Option für niedersächsische Betriebe. Eine sichere Bekämpfung der Kirschessigfliege ist möglich, sofern verschiedene Optionen konzentriert genutzt werden.

 

Die vollständige Veröffentlichung finden Sie als PDF-Datei im Anhang.


Kontakt:
Dr. Alexandra Wichura
Leiterin Sachgebiet Pflanzenschutz im Gemüse- und Obstbau
Telefon: 0511 4005-2173
Telefax: 0511 4005-3173
E-Mail:


Stand: 27.11.2015