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Pilzkrankheiten und Fungizideinsatz in Zwiebeln

Ab Mitte Juni steht die Bekämpfung von Pilzkrankheiten in Zwiebeln wieder im Focus der Bestandesführung. Hier geht es nicht so sehr um die Wahl des richtigen Mittels, sondern vielmehr um den rechtzeitigen Behandlungsbeginn. Diesen Termin richtig zu treffen entscheidet zum einen über den Behandlungserfolg und zum anderen über die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme insgesamt. Die Gründe hierfür liegen überwiegend in der Biologie der Erreger, die das Zwiebellaub befallen können. Im Folgenden soll diese beleuchtet werden und auf deren Grundlage Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Fungizidstrategie gegeben werden.


Krankheiten der Zwiebel
Die wirtschaftlich bedeutendste Laubkrankheit in der Zwiebel ist der Falsche Mehltau.

Dieser kann bei frühem Befallsbeginn den Blattapparat zum Absterben bringen und dadurch den Ertrag am stärksten negativ beeinflussen. Das Tückische an dieser Krankheit ist die Tatsache, dass die Symptomausprägung erst zwei Wochen nach der Infektion beginnt. Ein epidemieartiges Ausbreiten und somit ein vollständiges Absterben des Blattapparates ist erst nach zwei Infektionszyclen, also frühestens nach 4 Wochen zu beobachten. Die heilende Wirkung der einzusetzenden Fungizide beschränkt sich allerdings auf wenige Stunden. Parallelen sind hier zur Krautfäule der Kartoffel zu sehen, mit der dieser Erreger verwandt ist. Wie für die Krautfäule gibt es dann auch für den Erreger des Falschen Mehltaus ein Prognosemodell unter www.isip.de, welches die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mittels Witterungsparameter errechnet. Die Aussagekraft dieser Prognose ist abhängig vom Entwicklungsstand und dem Entwicklungszustand der Zwiebeln.

Der Entwicklungstand der Zwiebel gibt Hinweis darauf, ob die Laubentwicklung soweit fortgeschritten ist, dass grundsätzlich die Möglichkeit einer Infektion besteht. Der Entwicklungszustand, also die tatsächliche Entwicklung auf dem Schlag, kann Anhaltspunkt dafür sein, ob es tatsächlich zu einem erhöhten Infektionsdruck kommt. Darüber hinaus müssen die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Hier gilt es die lokalen Klimaverhältnisse zu beobachten. Der Parameter, der in Niedersachsen am schwersten zu ermitteln ist, bezieht sich auf den Sporendruck in der Region. Generell gilt: "ohne Erreger, keine Krankheit".

Die Biologie des Erregers Falscher Mehltau setzt für eine erfolgreiche Infektion eine Luftfeuchtigkeit über 90% und Temperaturen zwischen 12 und 15°C voraus. Unter 6°C und über 24°C kann sich die Krankheit nicht mehr entwickeln. Besonders in taureichen Nächten kommt es zu einer Sporenbildung und zu Infektionen im Bestand. Es sind besonders dichte Bestände in geschützten Lagen gefährdet. Ein entsprechendes Mikroklima, welches eine Infektion begünstigt, kann sich ab dem 5. Laubblatt im Bestand entwickeln. Da sich frühreife Zwiebelsorten bei ansteigenden Temperaturen sehr üppig entwickeln können, sind diese dann besonders zu beobachten. Da es sich bei Falschem Mehltau um eine windbürtige Krankheit handelt, kann der Infektionsdruck in Regionen mit hoher Zwiebelanbaudichte ansteigen. Hier sind auch Kleingärten zu berücksichtigen, in denen häufig Steckzwiebeln angebaut werden, die vom Entwicklungstand weiter sind und von denen dann möglicherweise ein Sporenflug ausgeht.

Bereits gesetzte Infektionen des Falschen Mehltaus werden durch die meisten Pflanzenschutzmittel gar nicht oder nur unzureichend erfasst. Daher muss die erste Maßnahme vorbeugend erfolgen. Sollten die Zwiebeln also das entsprechende Entwicklungsstadium erreicht haben, müssen die beschriebenen Parameter Berücksichtigung finden. Ist die Entscheidung zu einer Behandlung gefallen, so stehen verschiedene Fungizide zur Auswahl.



Weitere Informationen, unter anderem  zur Bekämpfungsstrategie und Hinweise zur Applikationstechnik, finden Sie in der PDF-Datei im Anhang.

 

 


Kontakt:
Michael Dunker
Berater Pflanzenschutz, Pflanzenbau
Telefon: 0581 8073-162
Telefax: 0581 8073-99162
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Stand: 22.05.2017