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Demonstrationsvorhaben "Einnetzen von Obstkulturen zum Schutz gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)" erfolgreich gestartet

Am 01. März 2017 startete das Demonstrationsvorhaben zur Einnetzung von Obstkulturen zur Bekämpfung der Kirschessigfliegen in Niedersachsen. Das niedersächsische Projekt ist Teil eines bundesweiten Vorhabens, das im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die Bundesanstalt für Ernährung (BLE) gefördert wird. In enger Kooperation mit 6 Kirschanbaubetrieben im Alten Land sollen Netzanlagen technisch optimiert werden. Daneben wird auch der Bekämpfungserfolg und die mögliche Auswirkung auf das Kleinklima, sowie auf ausgewählte Nutz- und Schadorganismen erfasst.


Die Kirschessigfliege (D. suzukii) breitet sich seit 2012 in Niedersachsen aus. Seit 2015 treten besonders im Kirsch- und Beerenobstanbau zum Teil erhebliche Schäden auf. Durch ihre Fähigkeit intakte Früchte zu befallen und die kurze Generationszeit werden die Anbauer bei der Bekämpfung vor besondere Herausforderungen gestellt. In der Bekämpfungsstrategie spielen neben chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen vor allem nichtchemische Maßnahmen eine herausragende Rolle. Das Einnetzen von Obstkulturen stellt eine praktikable, technische Schutzmaßnahme dar. Erste positive Erfahrungen zu diesem Verfahren liegen auch in niedersächsischen Betrieben bereits vor. Es hat sich aber auch gezeigt, dass noch viele Fragen zur Einnetzung offen sind und die zeitnahe Umsetzung in die obstbauliche Praxis verbessert werden kann.

An dieser Stelle knüpft das Demonstrationsvorhaben an. Ziel des Vorhabens ist es die Demonstrationsbetriebe bei der Durchführung der Einnetzung zu begleiten, die Systeme auf Schwachstellen zu überprüfen und gegebenenfalls technische Optimierungen durchzuführen. Diese Erfahrungen sollen in Seminaren und Führungen an andere Betriebe weitergegeben werden. Begleitend zu den technischen Aspekten sollen auch die Auswirkungen des Netzes auf das Kleinklima, auf das Auftreten von Nützlingen und auf andere Schadorganismen im Vergleich zu offenen Anlagen, sowie betriebswirtschaftliche Aspekte herausgearbeitet werden.

In Niedersachsen erfolgt die Bearbeitung des beim Pflanzenschutzamt angesiedelten Projektes durch Julian Lindstaedt und Jan-Henrik Wiebusch in enger Zusammenarbeit mit der Obstbauversuchsanstalt Jork (OVA) und dem Obstversuchsring Altes Land e.V. (OVR). Neben Niedersachsen sind auch das LTZ Augustenberg in Baden-Württemberg und die LWK Nordrhein-Westfalen an dem Projekt beteiligt. Die bundesweite Koordination erfolgt durch das Institut für Obstbau des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Dossenheim.

 

Kick-off Meeting zum Demonstrationsvorhabens am 09. März 2017 in Dossenheim: von links nach rechts: Sandra Weißbrodt (BLE), Dr. Kirsten Köppler (LTZ Augustenberg), Bianca Böhnke (JKI), Clemens Augel (LTZ Augustenberg), Dr. Heidrun Vogt (JKI), Dr. Adrian Engel (LWK NRW), Dr. Silke Ditzer (LWK NRW), Dr. Vivian Vilich (BMEL), Julian Lindstaedt, Dr. Alexandra Wichura, Jan-Henrik Wiebusch (alle LWK Niedersachsen), Jovanka Saltzmann (JKI)

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Modellvorhaben/Pflanzliche-Erzeugung/EinnetzenObstkulturen/einnetzen-obstkulturen_node.html (öffnet ein neues Fenster)


Kontakt:
Dr. Alexandra Wichura
Leiterin Pflanzenschutz im Gemüse- und Obstbau
Telefon: 0511 4005-2173
Telefax: 0511 4005-3173
E-Mail:
Julian Lindstaedt
Betreuer Demonstrationsvorhaben
Telefon: 04162 6016-183
Telefax: 04162 6016-600
E-Mail:


Stand: 08.06.2017