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Fungizide in Möhren gezielt einsetzen

In diesem Jahr sind die Bestände der Wasch- und Industriemöhren in Niedersachsen sehr unterschiedlich. Durch den Kälteeinbruch im April wurde der Aussaatzeitpunkt teilweise deutlich nach hinten verlegt. In dem Zeitraum bereits ausgesäte Bestände sind praktisch stehen geblieben. Auch nach der Erwärmung im Mai waren die Bedingungen in vielen Regionen durch die starke Trockenheit suboptimal. Die Folge sind große Unterschiede im Wachstum und in den Bestandesdichten. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf den Zeitpunkt des Auftretens und den Verlauf der Entwicklung von Pflanzenkrankheiten.

 

Die wichtigsten Möhrenkrankheiten

In Niedersachsen wird der Hauptschaden am Möhrenlaub durch Möhrenschwärze und Blattflecken verursacht. Echter Mehltau ist meist nicht ganz so bedeutend, es gibt aber gerade beim Echten Mehltau deutliche regionale und sortenbedingte Unterschiede.
Möhrenschwärze wird durch den Pilz Alternaria dauci verursacht. Teilweise treten Mischinfektionen mit anderen Alternaria-Arten auf. Als Symptom zeigen sich zu Beginn kleine braune unregelmäßige Flecken an den Fiederblättern der älteren Blätter. Die Flecken breiten sich aus und schließlich ist das gesamte Blatt und der Stängel braun bis schwarz. Jüngere Blätter sind oft noch grün. Befallsbeginn in Niedersachsen war in den letzten Jahren meist zwischen Mitte Juli und Mitte August.
Blattflecken, hervorgerufen durch den Erreger Cercospora carotae sind auf dem Feld kaum von Alternaria-Flecken zu unterscheiden. Allerdings findet man die ersten Flecken eher an den jüngeren Blättern und der Befallsbeginn ist etwas früher.
Echter Mehltau, verursacht durch den Pilz Erysiphe heraclei zeigt sich zuerst in Form einzelner weißer Pusteln auf der Blattoberseite der älteren Blätter. Die Pusteln breiten sich rasch aus und schließlich ist die gesamte Blattoberfläche von einem weißen mehlartigen Belag bedeckt. Die jungen Blätter sind noch grün. In Niedersachsen tritt Echter Mehltau meist erst nach dem Beginn der Möhrenschwärze auf.
Sclerotinia, hervorgerufen durch Sclerotinia sclerotiorum, ist bei Möhren ein Problem im Lager. Die Infektion erfolgt auf dem Feld gegen Ende der Kultur über den Wurzelhals. Im Lager zeigt sich dann das weiße, watteartige Myzel mit den schwarzen Sclerotien darin. Dieser Pilz überdauert sehr lange im Boden. Wichtiger als alle Bekämpfungsmaßnahmen auf dem Feld ist hier die Fruchtfolgegestaltung.

 

Den vollständigen Artikel mit Informationen zu den Schadpilzen, zur Gestaltung der Spritzstrategie sowie eine Zusammenstellung der zugelassenen Fungizide in Möhren (Stand Juni 2017) finden Sie in der PDF-Datei im Anhang.

 

 


Kontakt:
Ulrike Weier
Pflanzenschutz im Gemüse- und Obstbau
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Stand: 02.08.2017