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Hinweis zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers und der Pflaumensägewespe

Pflaumenwickler und Pflaumensägewespen treten jedes Jahr wieder im Haus- und Kleingarten auf. Informationen zum Schadbild, zur Biologie der Schädlinge sowie Bekämpfungstipps finden Sie im nachfolgenden Artikel.


Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana)

Der Pflaumenwickler gehört zu den Hauptschädlingen an Pflaumen, Hauszwetschen, Mirabellen, aber auch Aprikose und Pfirsich. Die Schädigung der Früchte erfolgt durch den Fraß der Pflaumenwicklerlarven im Inneren der sich entwickelnden Pflaumen. Die Larven sind rötlich mit braunem Kopf. Sie fressen das den Pflaumenstein umgebende Fruchtfleisch. Die Frucht ist mit Kotkrümeln gefüllt. Von außen sichtbar wird der Befall an der bläulichen Verfärbung der jungen Früchte, die dann auch abfallen. Später in der Saison werden noch unreife Früchte notreif. An einem Gummitropfen, der aus dem Einbohrloch herausquillt, ist erkennbar, dass die Larve in die Frucht eingedrungen ist.

Der Pflaumenwickler tritt in zwei Generationen pro Jahr auf. Der Falterflug der ersten Generation ist im Mai/Juni zu beobachten. Die Weibchen beginnen zwei bis drei Wochen nach der Blüte der Obstbäume mit der Eiablage. Nach 10 – 14 Tagen schlüpfen die Raupen der ersten Generation und fressen sich in die noch unreifen kleinen Früchte. Die befallenen Früchte werden abgestoßen. Dies geschieht oft zusammen mit dem natürlichen Junifall und wird daher häufig nicht als Folge des Befalls mit Pflaumenwicklerlarven bemerkt. Wenn die Früchte abgestoßen werden und zu Boden fallen, verlassen die ausgewachsenen Larven die Früchte und verpuppen sich am Stamm des Baumes oder in geeigneten Bodenritzen. Nach kurzer Zeit schlüpft bereits die zweite Generation des Falters. Er fliegt in den Abend- und Nachtstunden im Juli/August. Das Weibchen legt seine Eier auf den nach unten gekehrten Seiten noch unreifer Früchte ab.

Die geschlüpften Larven bohren sich nach kurzem Umherwandern in die Frucht ein, ohne vorher von der Fruchtoberhaut zu fressen. Die Larven fressen im Inneren der Frucht. Die nach ca. 4 Wochen erwachsenen Raupen verlassen die inzwischen abgefallene Frucht oder seilen sich mit einem Faden zu Boden ab. Sie suchen sich ein Versteck in der Baumrinde oder an der Bodenoberfläche, wo sie geschützt in einem Kokon überwintern und sich im folgenden Frühjahr verpuppen. Im Mai schlüpft dann der fertige Falter.


Die Pflaumensägewespe (Hoplocampa flava und H. minuta)

Sehr viel unregelmäßiger, aber teilweise doch stark schädigend, tritt die Pflaumensägewespe auf. Es gibt zwei Sägewespenarten, die im Pflaumenanbau schädigen: die Gelbe sowie die Schwarze Pflaumensägewespe, wobei letztere häufiger anzutreffen ist. Beide Arten ähneln sich in ihrer Lebensweise sehr stark. Sie bilden pro Jahr nur eine Generation. Die Wespe legt ihre Eier im April/Mai an die Kelchblätter von meist noch nicht geöffneten Blüten ab. Dafür bohrt sie mit einer Säge an ihrem Hinterleib eine Eitasche in die Blütenkelche. An den Kelchzipfeln der Blüte sind schwarzgrüne kleine Flecken zu sehen, an denen der Eiablageort der Pflaumensägewespe zu erkennen ist. Die schlüpfenden Larven sind weiß/gelblich mit einem braunen Kopf.

Die Larven schädigen durch ihren Fraß an den sich entwickelnden Fruchtknoten und den Früchten, die zum Teil auch ausgehöhlt werden. Die Früchte sind mit Kot gefüllt. Nach dem Fraß im Inneren einer Frucht wandern die Larven zu einer neuen Frucht. Ein Tier kann auf diese Weise drei bis fünf Früchte zerstören. Die Larven strömen einen wanzenartigen Geruch aus. Im Unterschied zu einem Befall mit dem Pflaumenwickler werden die befallenen Früchte mit dem Stiel zusammen abgestoßen. Die Larven überwintern eingesponnen in einen Kokon ca. 10 cm tief im Boden. Die Verpuppung erfolgt dort im nächsten Frühjahr.

Die erwachsenen Wespen sind je nach Art gelb oder schwarz mit gelben Beinen und sind ca. 4-6 mm groß. Beim Herumlaufen auf den Blüten trillern sie auffällig und für Sägewespen typisch mit ihren Fühlern. Der Flug ist während der Zwetschenblüte im April/Mai, also vor dem Flug des Pflaumenwicklers. Die Tiere leben als Wespe nur ca. 2 Wochen.

 


Das vollständige Merkblatt für den Haus- und Kleingarten mit weiteren Abbildungen und Hinweisen zur Bekämpfung können Sie sich mit der beiliegenden PDF-Datei herunterladen und/oder ausdrucken.

  

Für weitere Fragen stehen Ihnen unserer Experten bei der Hotline für Hobbygärtner zur Verfügung:

Pflanzenschutzamt Niedersachsen
Pflanzenschutz-Hotline 0441/801-789
Februar bis November dienstags von 10-12 Uhr
Mitte März bis September zusätzlich donnerstags von 10-12 Uhr

 

 

 

 



Stand: 27.03.2017