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Steigender Befall mit Kirschessigfliege im Beerenobst ist aktuell zu beobachten

Seit 2012 breitet sich die ursprünglich aus Asien stammende Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in Niedersachsen aus. Letztes Jahr kam es dabei zu ersten größeren Schäden in Beerenobstkulturen. Auch in diesem Jahr ist seit Mitte August ein ansteigender Befall mit Kirschessigfliege in Beerenfrüchten in heimischen Hausgärten zu beobachten.

 

Betroffen sind besonders Herbsthimbeeren, Brombeeren, remontierende Erdbeeren, späte Heidelbeersorten und Holunder. Bei einem Befall verfärben sich die Früchte unterhalb der Fruchthaut dunkel und Furcht sinkt an dieser Stelle leicht ein. Wenn man die Früchte öffnet, sind kleine Fliegenmaden in den Früchten zu erkennen. Sehr attraktiv für die Fliegen sind dunkelrote, reife bis überreife Früchte. Der Befall in hellroten und noch nicht vollständig reifen Früchten ist dagegen geringer.

Eine direkte Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich. Um den Befall zu minimieren, sollten die Früchte in möglichst kurzen Abständen durchgepflückt werden. Das Erreichen der Überreife ist zu vermeiden. Ebenfalls können feinmaschige Netze (0,8 mm x 0,8 mm) eingesetzt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Netze bereits vor dem Farbumschlag der Früchte angebracht werden müssen, da sich sonst die Fliegen innerhalb des Netzes vermehren können. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Netze gut geschlossen sind, damit keine Lücken vorhanden sind, durch die die Fliegen ins Innere gelangen können.

Am Markt sind von unterschiedlichen Anbietern Fallen für den Massenfang erhältlich, die mit gekauften oder selbstgemischten Köderflüssigkeiten befüllt werden können. Da die Fallen für die Fliegen weniger attraktiv sind, als die Wirtsfrüchte, kann durch die Fallen allerdings niemals eine völlige Befallsfreiheit erreicht werden, allenfalls eine Reduzierung des Befalls.

Es ist nicht bekannt, dass von den Fliegenlarven bei einem versehentlichen Verzehr ein gesundheitliches Risiko ausgeht. Die Larven können aus Him-, Brom- und Heidelbeeren durch zwei bis drei Stunden wässern in handwarmen Wasser vollständig ausgetrieben werden. Da sich die Larven am Grund des Gefäßes sammeln, können die Früchte danach abgeschöpft werden.

 

 

 

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ab 1. März bis 1. Oktober zusätzlich auch donnerstags 10-12 Uhr

 

 

 



Stand: 31.08.2016