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Es muss nicht immer nur der Mais sein - Ergebnisse der Grünroggen und Getreide - GPS - Versuche 2017

An die Vorzüglichkeit des Maises kommt so schnell kein anderes Biogassubstrat heran. Trotzdem gibt es einige sehr gute Gründe für die Nutzung von Getreide-GPS als zusätzliche Substratkomponente.

 

 

Seit dem 1. Januar 2017 gilt das geänderte Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG). Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird nun über Ausschreibungen geregelt. Das gilt auch für Biogasanlagen.

Auch wenn die Ausrichtung der Biogasanlagen politisch bedingt zukünftig eine andere sein wird, muss die Substratversorgung der Bestandsanlagen weiter optimal laufen.

Nach dem neuen EEG wird u.a. der sogenannte „Maisdeckel“, der sich auf den Einsatz von Mais in jeglicher Form und Getreidekorn bezieht, weiter verschärft.

Hiervon nicht betroffen sind z.B. die alternativ für den Einsatz in der Biogasanlage ebenfalls gut geeigneten Substrate Getreide-GPS, Energierüben und Grassilage.

Weitere Gründe, die für den Anbau von Getreide-GPS sprechen sind z.B. die Möglichkeit, maisbetonte Fruchtfolgen aufzulockern und Zwischenfrüchte zu integrieren. Dadurch kann nicht nur der Druck mit Krankheiten und Schädlingen gesenkt werden, sondern auch Arbeitsspitzen werden entzerrt. Eine gut durchdachte Energiepflanzenfruchtfolge minimiert das Risiko auftretender Witterungsextreme, deren Zunahme man in diesem Jahr einmal mehr gewahr wurde.

Außerdem besteht die Möglichkeit, im Verlauf der Vegetation flexibel zu reagieren und eventuell kalkulierte Getreide-GPS Flächen doch zu dreschen und als Korn zu vermarkten. Allerdings zeigen die neuen speziell auf Biomasse-Ertragsleistung gezüchteten Sorten bei sehr hohen Gesamt-Biomasseerträgen zum Teil schwächere Kornerträge. Hier ist im Einzelfall Beratung einzuholen. Neben den speziellen Grünschnitt- und Getreide GPS- Sorten prüfen wir in unseren Versuchen daher auch Sorten, die potentiell für eine Doppelnutzung geeignet sind.

Inzwischen werden die Versuche mit Grünroggen, GPS-Roggen und GPS-Triticale bereits langjährig durchgeführt. Die im Herbst 2016 angelegten Versuche zum Winterroggen waren an drei Standorten (Poppenburg, Werlte, Obershagen) sowie die Wintertriticaleversuche an vier Versuchsstandorten (zusätzlich Otterham) angesiedelt (s. Tab. 1). Insbesondere der Marschstandort Otterham (LK Aurich), der in den letzten Jahren mit sehr hohen GPS-Erträgen aufwarten konnte, bewies, dass der GPS-Anbau sich als durchaus konkurrenzfähig gegenüber dem Mais behaupten kann.

Die Winterroggensorten zur Grünroggennutzung wurden mit zwei unterschiedlichen Ernteterminen in Obershagen und Werlte geprüft (s. Tab 2).

 

Entwicklungsbedingungen der Versuche 2016 / 17

Die Aussaat des Getreides konnte an fast allen Standorten wie geplant bis Anfang Oktober realisiert werden – mit Ausnahme von Obershagen. Bedingt durch den warmen Herbst entwickelten sich die Bestände schon in 2016 gut.

Die Wintermonate waren im Vergleich zum langjährigen Mittel etwas zu warm und viel zu trocken. Im November gab es erstmalig Frost und Schnee, vor allem der Dezember war sehr warm und trocken. Ab Mitte Januar herrschten Minustemperaturen bis Mitte Februar. Der März fiel im Vergleich zu den Vorjahren etwas wärmer aus, der April dafür kühler mit regional starken Frosteinbrüchen in der 2. Monatshälfte. Da die Durchschnittstemperaturen in Summe im Zeitraum März - Mai unterdurchschnittlich waren, folgte eine verhaltene Entwicklung der Bestände im Frühjahr. Der April war nicht nur zu kalt, sondern auch zu trocken und so gab es bereits im Mai die ersten Trockenschäden in den Beständen. Diese wurden durch den unterdurchschnittlich trockenen weiteren Verlauf dieses Monats noch verstärkt.

Insbesondere die GPS-Versuche in Obershagen wurden durch die wechselhafte, trockene Witterung zu Vegetationsbeginn negativ beeinflusst- verstärkt durch den Entwicklungsnachteil infolge der verspäteten Aussaat. Hier wurde noch relativ spät, am 31.5., durch eine einmalige Beregnung mit 20 mm versucht, das Schlimmste zu verhindern. Auch die GPS-Versuche am Standort Poppenburg litten unter der wechselhaften Witterung. Es konnten Unterschiede in der Spätfrostempfindlichkeit der einzelnen Arten und Sorten beobachtet werden.

Die Grünroggenbestände wurden zu den geplanten Terminen (Anfang und Mitte Mai) minimal verzögert geerntet. Auch die Ernte der GPS-Versuche konnte termingerecht durchgeführt werden. In Poppenburg kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer leichten Verzögerung des Erntetermins. In Werlte wurde von der sonst üblichen differenzierten Beerntung der Triticale und des Roggens abgesehen und ein mittlerer Erntetermin gewählt, da die Triticale in diesem Jahr nicht so gut entwickelt war wie in anderen Jahren an diesem Standort.

Grünroggen

Grünschnittroggen – Sorten zeichnen sich im Vergleich zu herkömmlichen Roggensorten durch ein früher einsetzendes Massenwachstum, größere Pflanzenlängen und einen niedrigeren Kornertrag aus. Derartige Sorten sind besonders gut für den Winterzwischenfruchtanbau geeignet und liefern schon früh im Jahr einen entsprechenden Biomasseaufwuchs.

Grünroggen wird primär angebaut, um pro Fläche einen möglichst hohen Gesamtertrag durch die Kombination einer früh genutzten Winterung und der anschließenden Hauptkultur – in der Regel Mais – zu erzielen.

Der genaue Erntezeitpunkt ist abhängig von der Folge- (Hauptfrucht) und kann dabei von Ende April bis Ende Mai erfolgen. Sollte der Mai eher zu kühl ausfallen, würde sich der anschließende Mais sehr zögerlich entwickeln, ein Grünroggen würde die Vegetationszeit noch stärker in Ertrag umsetzen können. Bei Trockenmassegehalten unter 20 % ist ein Anwelken - bedingt durch die hohe Sickersaftbildung - auf ca. 25 - 28 % unvermeidbar. In der Praxis stellt sich die Ablage im Schwad und die nach etwa einem Tag stattfindende Aufnahme mit einer Pick-Up-Vorrichtung und anschließendem Häckseln als gute Lösung dar.

Versuchsergebnisse Grünroggen

Größtenteils wurden die schon mehrjährig geprüften Grünroggensorten auch 2016 wieder angebaut. Zu den Kandidaten gehören Protector, Turbogreen, Borfuro und Conduct (s. Tab. 3).

In Obershagen wurde die Ernte am 09.05. sowie am 24.05., in Werlte am 10.05. und 24.05. durchgeführt. Beim frühen Erntetermin in Obershagen erreichten die Trockenmasseerträge ein Niveau von 55 dt TM/ha im Mittel der Sorten. Etwa zwei Wochen später konnte der Ertrag noch um beachtliche 30 dt TM/ha gesteigert werden. Ein Anwelken war zu diesem Termin nicht mehr notwendig, die TM-Gehalte lagen bei allen Sorten jenseits der 27 %. Ähnlich wie in den Vorjahren konnten die etablierten Sorten Protector und Turbogreen ertraglich wieder überzeugen, mit TM-Erträgen von über 100 dt TM/ha zum späteren Erntetermin. Aber auch der Borfuro bewies in diesem Jahr, dass er noch sehr gut mithalten kann und war zum 2. Erntetermin sogar Spitzenreiter im Mittel über beide Standorte.

In Werlte lag das Ertragsniveau zu beiden Ernteterminen mit ca. 40 dt /ha Differenz sehr viel höher als in Obershagen. Ertraglich setzte sich in diesem Jahr der Borfuro mit 113,2 dt TM /ha im Mittel über beide Erntetermine an die Spitze, nahezu gleichauf mit Protector mit 113,1 dt TM /ha gefolgt von Turbogreen. Conduct erreichte über 100 dt TM/ha. In der Abreife konnten die Sorten in Werlte bis zum zweiten Erntetermin weniger stark zulegen als in Obershagen. Die TM-Gehalte lagen bei allen Sorten bis auf Protector unterhalb von 23 %.

Das Bundessortenamt hat in 2017 die beiden neuen Sorten Lunator und Powergreen zur Grünschnittnutzung (Winterzwischenfruchtanbau) zugelassen. Beide zeichnen sich durch ein hohes Ertragspotential, vergleichbar den aktuellen Hochertragssorten aus, bei gleichzeitig guter Standfestigkeit.

 

GPS

Getreide-GPS zählt neben dem Mais zu den bedeutenden Substraten in der Biogasproduktion, wobei sich durchaus konkurrenzfähige Erträge erzielen lassen.

Der Unterschied zum Anbau von Grünroggen ist der Erntezeitpunkt bzw. das Entwicklungsstadium. Das GPS-Getreide wird deutlich später, zum Ende der Milchreife im Übergang zur Teigreife, geerntet. Der optimale Erntezeitpunkt ist zu einem TM-Gehalt von 28 – 32 % erreicht. Unterhalb von 28 % ist mit einer erhöhten Sickersaftbildung im Silo zu rechnen. Insbesondere bei hohen Siloanlagen sollten bedingt durch die hohe Drucklast Werte oberhalb von 30 % Trockenmasse erreicht sein. In der Fruchtfolge lässt sich das GPS-Getreide in ein Zweikulturnutzungssystem einbauen. Dabei kann nach der GPS-Ernte z.B. noch eine frühe Maissorte folgen. Hier ist die Wasserverfügbarkeit des Standortes zu berücksichtigen. Außerdem steht auch noch genügend Vegetationszeit zur Verfügung, um Zwischenfrüchte inklusive Feldgras - Ansaaten optimal zu etablieren.

Versuchsergebnisse GPS-Getreide

Winterroggen

Der Winterroggen wurde an den Versuchsstandorten Werlte und Poppenburg optimaler Weise noch Ende September ausgesät, in Obershagen erst am 17.10.2016.

Im Bereich Winterroggen wurden an den 3 Standorten (Poppenburg, Werlte, Obershagen) 6 Sorten, davon 4 in Körnernutzung zugelassene und 2 in Silonutzung zugelassene Sorten geprüft (s. Tab. 4 und 6). Während Helltop, SU Performer, KWS Binntto und SU Nasri vom BSA in der Körnernutzung geprüft und zugelassen wurden, sind KWS Progas und der neu zugelassene KWS Propower als reine Silonutzungssorten geprüft.

Der Standort Obershagen war 2017 besonders im April von unterdurchschnittlichen Niederschlägen geprägt. Bereits über die Wintermonate hinweg lagen die Niederschläge wie auf allen anderen Standorten auch weit unter dem langjährigen Mittel. Nach dem durchschnittlich warmen März folgten die Spätfröste Anfang bzw. Mitte April. In Kombination mit der verspäteten Aussaat wirkte sich diese Witterung insbesondere am Standort Obershagen sehr ungünstig auf die Versuche aus. Daran konnte auch die einmalige Beregnungsgabe nicht mehr viel ändern. In Poppenburg entwickelten sich die Bestände zwar etwas besser, aber auch hier war der ungünstige Einfluss der Witterung zu Vegetationsbeginn zu sehen. Der Krankheitsdruck war in 2017 im Getreide allgemein niedrig, jedoch zeigte das Getreide durch verbräunte Blattspitzen sehr deutlich den witterungsbedingten Stress. Die wachstumsregulatorische Maßnahme war in diesem Jahr schwierig zu platzieren und brachte, insbesondere am Standort Poppenburg, sichtbar noch zusätzlichen Stress für die GPS-Versuche.

Obgleich ein Pilzbefall die Methanproduktion nicht stört und man nicht ganz so viel Augenmerk auf die Pflanzengesundheit legen muss wie bei der Körnernutzung, erweisen sich nicht nekrotisierte, möglichst gesunde GPS- Pflanzenbestände als optimal für Verdichtung und Silierung.

Am Standort Werlte bildeten sich trotz der unterdurchschnittlichen Niederschläge im April und Mai sehr dichte und hohe Winterroggen GPS-Bestände.

Im Mittel zeigte sich an allen Standorten die Sorte KWS Progas, mittlerweile schon mehrjährig, mit 181 dt TM / ha besonders ertragsstark. Auf gleichem Niveau (181 dt TM / ha) konnte sich die in diesem Jahr neu zugelassene Sorte KWS Propower behaupten. Sehr positiv hervorzuheben, ist bei dieser bisher einjährig in unseren Versuchen geprüften Sorte, ihre gegenüber KWS Progas deutlich verbesserte Standfestigkeit und erheblich geringere Anfälligkeit gegenüber Braunrost.

Insbesondere der Standort Werlte lieferte zur Ernte am 28.06. über alle Standorte wie auch im Vorjahr die höchsten Erträge mit beachtlichen 207 dt TM / ha im Mittel der Sorten. In Poppenburg wurden im Schnitt ca. 180 dt TM / ha erzielt, in Obershagen auf einem insgesamt niedrigeren Niveau etwa 130 dt TM / ha. Auffällig ist die im Vergleich zu den anderen Sorten an allen Standorten schwächer abschneidende Sorte Helltop. Zur Begründung der Ergebnisse lässt sich das Merkmal Ähren / qm heranziehen. Bei diesem schneidet die Sorte wie schon im Vorjahr auf allen Standorten am schlechtesten ab. Der bereits 2-jährig geprüfte SU Performer liefert stabil hohe Erträge bei guter Gesundheit. Für eine Bewertung der einjährig geprüften Kandidaten SU Nasri und KWS Binntto ist es noch zu früh. Weiter Versuchsjahre sind abzuwarten.

Mehrjährige Ergebnisse: Winterroggen-GPS

Die mehrjährigen Ergebnisse der GPS-Prüfungen (s. Tab. 6) zeigen deutlich den züchterischen Vorsprung neuerer Sorten.

Besonders die Sorte KWS Progas ist durch ihre starken Leistungen als mehrjährig geprüfte Sorte an allen Standorten für den GPS-Anbau zu empfehlen.

Wintertriticale

Zusätzlich zum Roggen wurden 2016 auch wieder Triticaleprüfungen (s. Tab. 5 und 7) zur Verwendung als GPS angelegt. Die Versuche standen wie der Winterroggen auf den drei oben genannten Standorten und in Otterham, einem Marschstandort. Sowohl in der Praxis als auch in den Versuchen zeigt sich bereits mehrjährig, dass die Triticale insbesondere auf besseren Standorten in der Lage ist, ihre Vorteile auszuspielen.

Die Aussaat erfolgte parallel zur Roggenaussaat und in Otterham termingerecht am 27.09.2016. Die Ernte wurde an den Standorten Poppenburg, Obershagen und Werlte, anders als in anderen Jahren, parallel zum Winterroggen vorgenommen und in Otterham am 04.07.2017. Insgesamt betrachtet waren in diesem Jahr keine günstigen Bedingungen für die Triticale vorzufinden. So präsentierten sich auch die Bestände in Obershagen, Poppenburg und Werlte schlechter als in den Vorjahren. Noch mehr als der Roggen litt die Triticale unter der Trockenheit in Verbindung mit den Spätfrösten. Dies spiegeln auch die durchschnittlichen Erträge wider, wonach die Triticale in diesem Jahr mit 164 dt / ha im Mittel über alle Sorten und Standorte mit rund 10 dt / ha weniger hinter dem Roggen mit durchschnittlich 174 dt / ha im Mittel über alle Sorten und Standorte zurückbleibt.

In der Prüfung standen in diesem Jahr mit Tender PZO, HYTMax und Borowik 3 vom BSA in der Silonutzung geprüfte Sorten, Lombardo und Securo als Körnernutzungssorten und Cosinus mit der Prüfung in beiden Nutzungsrichtungen.

Die insgesamt höchsten Erträge konnten demzufolge auch wiederum an unserem Marschstandort in Otterham generiert werden, im Durchschnitt lagen diese bei knapp 200 dt TM/ha. Auffällig dabei ist, dass alle Sorten einen Ertrag von über 190 dt TM / ha erreichten. Die mittlerweile 4-jährig geprüfte Sorte HYT Max konnte am Standort Otterham ihre volle Stärke zeigen, mit dem Höchstertrag von 207,5 dt TM / ha. An anderen Standorten, wie z.B. in Werlte und Obershagen fiel die Sorte hingegen ertraglich etwas ab. Auch am Standort Poppenburg stand der HYTMax nach der wechselhaften Witterung zu Vegetationsbeginn augenscheinlich nicht gut, die höhere Anfälligkeit gegenüber Gelbrost war zu sehen. Trotzdem schneidet der mittlerweile bereits 4-jährig geprüfte HYTMax am Ende wieder mit einer sehr guten und insgesamt 2. besten Ertragsleistung ab.

Die bereits 2-jährig mitgeprüfte Sorte Tender PZO zeigte im Mittel über alle Standorte eine deutlich herausragende Ertragsleistung von durchschnittlich 174 dt / ha. Positiv hervorzuheben ist neben dem Ertragspotential die sehr gute Standfestigkeit der Sorte neben der sehr geringen Anfälligkeit für Mehltau und Braunrost.

Aber auch etablierte Kandidaten wie z.B. Securo konnten wieder überzeugen. Die bereits 2-jährig geprüfte Sorte Borowik bestätigte ebenfalls ihr sehr gutes Ertragsergebnis des Vorjahres. Die schon seit 2009 zugelassene und langjährig in unseren Versuchen geprüfte Sorte Cosinus konnte, anders als zuvor, in diesem Jahr ertraglich nicht mithalten. Für eine Bewertung der erst einjährig geprüften Sorte Lombardo ist es noch zu früh.

Ein besonders schlechtes Ertragsniveau ist mit durchschnittlich nur 114 dt /ha und damit deutlich unterhalb dem des Roggens am Standort Obershagen zu verzeichnen. Die Gründe liegen in den bereits beschriebenen suboptimalen Entwicklungsbedingungen in Kombination mit der späten Saat. Auffällig ist aber, dass hier die Sorte Cosinus noch am 2. besten und die Sorte HYTMax unter diesen extremen Trockenstress-Bedingungen am schlechtesten abschneidet. Aber auch auf dem Lössstandort Poppenburg lagen die Erträge in diesem Jahr mit durchschnittlich 175 dt TM / ha 6 dt / ha unter den dortigen Roggenerträgen. An diesem Standort zeigt sich wiederum das überragende Ertragspotential der Sorte Tender PZO, allerdings dicht gefolgt von HYTMax.

Besonders bei der überall schon im 2. Jahr sehr stark abschneidenden Sorte Tender PZO hat sich gezeigt, dass das Boniturmerkmal Ähren / qm bei einem hohen Wert nicht gleichzeitig auf einen hohen Ertrag schließen lässt. In diesem Fall sind mit einer durchschnittlichen Anzahl Ähren / qm wie auch schon im Vorjahr Höchsterträge realisiert worden.

Mehrjährige Ergebnisse: Wintertriticale-GPS

Über mehrere Jahre betrachtet ist zu erkennen, dass ältere Sorten nicht mehr an die Höchsterträge neuerer, speziell für die GPS-Nutzung gezüchteter Kandidaten herankommen (s. Tab. 6). Auch hier ist als Grund der züchterische Fortschritt zu nennen.

 

Zusammenfassung

Insgesamt zeigten die Versuche, dass auf dem Markt sehr gute Sorten, auch speziell für den GPS-Anbau, zur Verfügung stehen. Ein züchterischer Fortschritt ist deutlich erkennbar. Die Wintertriticale zeigte in 2017, anders als in den Vorjahren, keine Vorteile auf den Hochertragsstandorten, mit Ausnahme des Marschsstandortes Otterham. Entscheidend ist immer die optimale Produktionstechnik in Kombination mit den Aussaat- und Ernteterminen. Weiterhin gilt umso mehr, den Winterroggenanbau auf trockenstressgefährdeten Standorten vorzuziehen. Der Grünroggen bzw. GPS-Anbau zur Nutzung in der Biogasanlage ist ein wertvoller Baustein zur Auflockerung von Energiepflanzenfruchtfolgen. Zusätzliche Vorteile bieten die Winterbegrünung, die verminderte Erosionsanfälligkeit und Nährstoffkonservierung über Winter. Des Weiteren können organische Dünger flexibler eingesetzt werden.

 

 


Kontakt:
Thekla-Karina Niehoff
Beraterin Energiepflanzen
Telefon: 0511 3665-4207
Telefax: 0511 4005-3207
E-Mail:
Dr. Matthias Benke
Leiter Fachbereich Grünland und Futterbau
Telefon: 0441 801-420
Telefax: 0441 801-432
E-Mail:


Stand: 01.09.2017



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