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Auswirkungen reduzierter Proteingehalte auf die Leistung und auf die N-Ausscheidung von Milchkühen

In einem Fütterungsversuch am Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden in Kooperation mit der LWK Niedersachsen wurden die Effekte einer Absenkung der Proteingehalte in Rationen für Kühe mit hohem Milchleistungspotenzial im 1. Laktationsdrittel geprüft.   

 1. Zielsetzung

Mit der Absenkung der Rohproteingehalte und der Ruminalen-N-Bilanz (RNB) in Rationen für Milchkühe besteht die Möglichkeit, N-Ausscheidungen zu reduzieren, betriebliche N-Bilanzen zu optimieren und die Effizienz des Futter-N-Einsatzes zu erhöhen. Teilweise wird in speziellen Strategien praktischer Fütterungsberatung eine deutlich unterhalb der Bedarfsangaben der GfE abgesenkte Proteinversorgung als  Möglichkeit zur Verbesserung der Tiergesundheit dargestellt. Mit der Fütterung von Rationen mit reduzierten Proteingehalten können die Anteile an Proteinkonzentraten im Futter und so die Futterkosten gesenkt werden. Andererseits ist bei einer Proteinversorgung unterhalb des Bedarfs mit Milchleistungseinbußen zu rechnen. In einem Fütterungsversuch am Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden in Kooperation mit der LWK Niedersachsen wurden die Effekte einer Absenkung der Proteingehalte in Rationen für Kühe mit hohem Milchleistungspotenzial im 1. Laktationsdrittel geprüft. 

2. Material und Methoden   

75 DH-Kühe wurden in der Reihenfolge der Abkalbung sowie unter Berücksichtigung von Merkmalen der Leistung und der körperlichen Entwicklung einer Versuchsgruppe (Proteingehalt der TMR reduziert, PR) oder einer Kontrollgruppe (Proteingehalt der TMR nach Norm, PN) zugeteilt (Tabelle 1). Die Zusammensetzungen der TMR aus den eingesetzten Einzelkomponenten als Mittel der Ladeprotokolle des Futtermischwagens im Versuchszeitraum zeigt die Tabelle 2. Im Versuchsverlauf wurden Anpassungen der Rationen aufgrund aktueller Analysenwerte der eingesetzten Futtermittel und zur Einhaltung der Zielwerte der Rationsberechnung vorgenommen. Die grundsätzlich angestrebte Differenzierung der Proteingehalte und die weitestgehende Angleichung der Gehalte an Energie sowie an leicht verdaulichen und an Strukturkohlenhydraten blieben dabei bestehen.

Alle Kühe erhielten während der Vorbereitungsfütterung vor der Kalbung die gleiche Ration mit geringem Rohproteingehalt und negativer RNB (6,5 MJ NEL/kg TM, 130 g XP, - 2 g RNB, 144 g nXP) und während der ersten Laktationswoche vor der Einstallung in das Versuchsabteil die Ration der Versuchsgruppe mit reduziertem Proteingehalt. 

Insgesamt 33 Kühe aus jeder Gruppe wurden in jeweils 3 Stichprobengruppen von 11 Tieren, die innerhalb eines Monatszeitraumes abgekalbt hatten, zusammengefasst. Von den Tieren einer Stichprobengruppe wurden dreimal im Versuchsverlauf im Abstand von ca. 30 Tagen Harnproben gewonnen und daraus jeweils eine Poolprobe gebildet. Darin erfolgten Messungen der Gehalte an N und Kreatinin und daraus unter Einbeziehung der Lebendmassen der Kühe Schätzungen der täglichen Harn-N-Auscheidungen nach Chen und Oskov (2003) sowie Chizzot et al. (2007).

Zeitgleich kam es für diese Stichprobengruppen und nach gleichem Verfahren zur Erstellung von Blut- und Milchpoolproben. Im Blut wurden die Gehalte an im Pansen synthetisierten Vitamine (B12, H) in Wiederholungsmessungen untersucht, in der Milch spezielle ungerade und verzweigte Milchfettsäuren (odd branched chain fatty acid, OBCFA) mittels Gaschromatographie. Anhand der analysierten OBCFA sollten nach Vlaeminck et al. (2005, 2006) sowie Fievez et al. (2012) mögliche Unterschiede in den Fermentations- und Syntheseprozessen im Pansen der Kühe beurteilt werden.

Die statistische Auswertung für die Daten der Futteraufnahmen sowie der Milchleistungen und Milchinhaltsstoffe erfolgte mittels gemischtem linearen Modell (Testtagsmodell) mit der SAS-Prozedur MIXED. Neben den interessierenden festen Effekt der Proteinversorgung waren als weitere Einflussgrößen Laktationstag (fest) sowie wiederholte Leistungen (zufällig)] zu berücksichtigen. Für die untersuchten Stoffwechselparameter, die OBCFA in der Milch sowie für Körpermassen und Rückenfettdicken erfolgte die Prüfung der Mittelwertdifferenzen auf Signifikanz mittels t-Test für eine unabhängige Stichprobe, die der Vitamine im Blut mittels gemischtem Modell mit Messwertwiederholung (Programm SPSS).  

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte der angehängten pdf-Datei.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4521
E-Mail:


Stand: 13.06.2014