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Staatsehrenpreis für Tierzucht an den Betrieb Henning Müller, Westerstede, vergeben

Der Shetlandpony-Zuchtbetrieb „Henning Müller“ aus Westerstede erhielt am 11.10.2017 aus der Hand von dem Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer, den Staatsehrenpreis für Tierzucht.

Die Veranstaltung zur Preisübergabe begann zunächst auf dem Hof in Westerstede, wo Henning Müller die zahlreichen geladenen Gäste begrüßte und Ihnen einen kurzen Überblick über seine Ponyzucht und den landwirtschaftlichen Betrieb gab.

Anschließend konnten die Shetlandponys im Stall besichtigt werden. Henning Müller stellte dabei dar, worauf es ihm bei seiner Zucht ankommt. In einer anschließenden Gruppenaufstellung stellten die 3 Generationen der Züchterfamilie Müller drei Generationen von Shetlandponys mit der Familie Mirka, Weshorns Milena und Weshorns Hannes aus der Zucht von Müller vor.

Danach wurde die Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Mühlenhof in Westerloy fortgesetzt.

In seiner Laudatio stellte Minister Meyer zunächst dar, weshalb der Preis an den Züchter Müller vergeben werden sollte, und ging dabei auch auf die Entwicklung des Betriebes ein: Die Hofstelle befindet sich seit nahezu 160 Jahren im Familienbesitz. Der Hof umfasste zunächst 12 ha Eigentum und wurde mit Milchkühen und Schweinen geführt.

In den 80er-Jahren erfolgt dann eine Neuausrichtung: die Schweine verließen den Hof und es erfolgte eine Umstellung auf einen Ferienhof für Kinder.  Bis zu 1.000 Kinder pro Jahr machten dort Ferien auf dem Bauernhof. Dazu wurde das Wohnhaus des Betriebes so umgebaut, dass bis zu 18 allein reisende Kinder zeitgleich in der Familie Platz hatten, wohnten und verpflegt werden konnten.Viele davon kamen aus dem benachbarten Oldenburg, aber auch einzelne Ferienkinder aus Spanien oder Australien fanden den Weg zu Familie Müller.

Für die Kinder wurden Ponys eingestallt und Reitunterricht angeboten. Familie Müller entschied sich dafür, mit Shetlandponys zu arbeiten, weil diese dafür bekannt sind, außerordentlich sanftmütig, freundlich und umgänglich zu sein. Henning Müller begann die Ponyzucht im Alter von 7 Jahren. Zur Konfirmation schenkten ihm seine Eltern den Shetlandponyhengst Ibo, der 1988 Körungssieger in Cloppenburg war. Parallel gab Henning Reitunterricht im elterlichen Betrieb und kaufte sich von dem verdienten Geld kontinuierlich seine Zuchtstuten zu. Heute umfasst der derzeitige Bestand sieben Stuten, ein Fohlen und einen Deckhengst, den Henning Müller gemeinsam mit seinem Partner Mark Voss, im Nebenerwerb versorgt. Züchterisch geht der Pferdebestand auf die bekannten Zuchtstätten Mengers in Nordenham und Düring in Travenort zurück. Viele der Zuchtpferde stammen noch von Frau Dürings Shetlandponys ab, die sie über den Zoo Hagenbeck von den Shetland-Inseln direkt hat importieren lassen.

Aus der Zuchtstätte Müller stammen inzwischen neun gekörte Shetlandpony-Hengste, davon zwei Siegerhengste, Weshorns Imo und Weshorns Havel, und neun selbstgezogene Staatsprämienstuten und vier Verbandsprämienstuten sowie zwei Elitestuten (Kiwa und Mirka). Die Stute Weshorns Milena wurde 2015 FN-Bundesprämienstute und die Stute Larina bereits 2002 in Hamburg FN-Bundessiegerstute. Neben den weiteren - hier nicht vollständig aufgeführten - Erfolgen hob Minster Meyer auch besonders das ehrenamtliche Engagement von Henning Müller hervor. So ist er seit 1999 als Rassevertreter im Pferdestammbuch Weser-Ems und auch in der Regionalgruppe Weser-Ems der Interessensgemeinschaft der Shetlandponys engagiert. Seit 15 Jahren ist er auch Organisator des niedersächsischen Shettysporttages und als Moderator verschiedenster Zuchtschauen immer ein geschätzter und gern gesehener Gast.

Nach der Verlesung der Laudatio erfolgte schließlich die Überreichung des Staatsehrenpreises.

Anschließend übermittelte auch der stellvertretende Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Herr Heinrich Grupe, seine Glückwünsche. In seiner Rede hob er noch einmal die Verdienste der Züchterfamilie Müller in der Zucht hervor. Waren es bei den Eltern Henning und Lisa noch eher die Milchrinderzucht und die Schweinezucht, die den Schwerpunkt der Landwirtschaft bildeten, kam mit den Ferienkindern und dem heranwachsenden Sohn Henning immer mehr die Ponyzucht hinzu. Dabei zogen immer alle Familienmitglieder gemeinsam an einem Strang.

Als weitere Redner schlossen sich der stellvertr. Landrat Heino Hots und der Bürgermeister Klaus Groß sowie auch der Vorsitzende des Pferdestammbuches Weser-Ems, Ewald Wichmann, den Glückwünschen an.

   

 


Kontakt:
Dr. Hans-Gerd Brunken
Tierzucht, Tierhaltung
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Stand: 24.10.2017