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Kein Kaltbrand mehr

Der Kaltbrand zur dauerhaften und gut sichtbaren Kennzeichnung von Rindern ist als unerlaubter Eingriff im Tierschutzgesetz nicht explizit genannt. Mit Erlass vom 02. März 2016 hat das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz festgestellt, dass beim Kaltbrand auf pigmentierter Haut die oberen Hautschichten und damit die pigmentbildenden Zellen der Haarfollikel zerstört werden.

Durch die fehlenden Pigmentzellen kann an diesen Stellen nur noch weißes Fell nachwachsen. Da es sich um Gewebezerstörung handelt und nach § 6 Abs. 1 Tierschutzgesetz das Zerstören von Geweben eines Wirbeltieres verboten ist, ist der Kaltbrand bei Rindern untersagt. Somit darf die Kennzeichnung durch Kaltbrand nicht mehr angewandt werden.

Mit aktuellem Schreiben vom 25.05.2016 teilt das ML mit, dass sich diese Klarstellung auf Rinder bezieht, die ab dem 01.01.2017 durch Kaltbrand gekennzeichnet worden sind. Die Landkreise bzw. Veterinärämter werden gebeten, bis Ende 2016 anlassbezogen zu informieren und sind angewiesen, ab dem 01.01.2017 sowohl fachrechtlich als auch anlässlich von Vor-Ort-Kontrollen im Rahmen von Cross-Compliance auf die Einhaltung der Vorgaben zu achten. Hier findet die Vorgabe aus der EU-Richtlinie 98/58 Anwendung, wonach ein Eingriff dann verboten ist, wenn dies einzelstaatlich geregelt ist.

Damit entfällt für die Betriebe eine Kennzeichnungsmöglichkeit, die für die Identifikation  auf größere Entfernung, aber vor allem auch im Melkstand, sehr hilfreich war. Insbesondere während der Milchleistungsprüfung konnte durch diese Art der Kennzeichnung das gefährliche Herumturnen im Melkstand zum Ablesen der Ohrmarken vermieden werden. Auch bei Weidehaltung größerer Herden erleichtert der weit sichtbare Kaltbrand das Erkennen der Tiere und damit das Herdenmanagement.

Insbesondere Betriebe ohne Transponder oder elektronische Kuherkennung werden damit in andere Verfahren der Kuherkennung investieren müssen, was momentan schwerfällt.

 


Kontakt:
Heidi Meine-Schwenker
Rindermast, Tierschutz Rind, Tiertransporte
Telefon: 0441 801-692
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Stand: 11.07.2016