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Erfolgreiche Fachgespräche "Tierwohl in der Schweinehaltung"

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen veranstaltete gemeinsam mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung die Fachgespräche Modell und Demonstrationsvorhaben Tierschutz "Tierwohl in der Schweinehaltung" am 22.03.2016 im Niedersachsenhof in Verden und am 05.04.2016 in Nordhorn.

Vertreterinnen der LWK Niedersachsen, der LWK Nordrhein-Westfalen, der LWK Schleswig-Holstein und der Fachhochschule Südwestfalen Soest hatten vor rund 110 Fachbesuchern Ergebnisse und Erfahrungen aus Projekten zur Verbesserung der Haltungsbedingungen bei Schweinen vorgestellt.

Die Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz sind Bestandteil der Tierwohl-Initiative „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist mit der Projektträgerschaft beauftragt. Das Ziel der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz ist der effektive Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist für die fachliche und administrative Betreuung der aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten MuD Tierschutz zuständig, Förderkennzeichen 2813MDT040, 2813MDT021, 2813MDT004, 2813MDT005 und 2813MDT001. www.mud-tierschutz.de

An dem Vorhaben „ Einzelbetriebliche Intensivberatung Schweine haltender Betriebe zur Reduzierung des Risikos von Schwanzbeißen“ der Kammer Niedersachsen hatten sich beispielsweise 16 konventionelle Betriebe beteiligt. Die Referentin begleitete die Betriebe über zwei Jahre, identifizierte Risikopotential auf den Höfen, beriet die Betriebsleiter unter anderem bezüglich Fütterung, Aufstallung, Tierverhalten und Management und dokumentierte die Ergebnisse. Die Verhaltensstörung Schwanzbeißen bei Schweinen gilt als ein Zeichen für Stress und Überforderung. Dabei ist es laut der Kammermitarbeiterin schwer, einen Faktor als alleinige Ursache ausfindig zu machen. Häufig sei es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, zudem abhängig vom jeweiligen Betrieb. Wichtig sei vor allem auch das Beobachten der Tiere, um eventuelle Verhaltensweisen, die auf ein Unwohlsein hindeuteten, schnell und frühzeitig erkennen zu können.

Neben der Vermeidung des Schwanzbeißens durch eine betriebsindividuelle Optimierung und Stabilisierung der Haltungsbedingungen gehören auch Strategien zur Reduzierung des Medikamenteneinsatzes in der Ferkelaufzucht sowie die Optimierung der Lüftung von Mastschweineställen zur Verbesserung des Tierwohls und der Tiergesundheit und der Energieeffizienz zu den Vorhaben der Tierwohl-Initiative.


Kontakt:
Dr. Heiko Janssen
Fachreferent Schweinezucht, Schweinehaltung
Telefon: 0441 801-637
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 05.07.2016