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Cross Compliance gilt jetzt auch für Pferdehalter

Am 12. Mai 2016 hat das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Erlass herausgegeben, in dem Fakten für die Kontrolle der Pferdehaltung auf GAP-Betrieben genannt werden. Da dort Auflagen und Verpflichtungen notiert sind, die ggf. zur Minderung von Prämien führen können, sollen hier einige Punkte dargestellt werden, die die Landwirte mit Pferdehaltung beachten müssen.

Anders als bei vielen anderen landwirtschaftlichen Nutztieren ist die verantwortliche Person der Landwirt, der zwar Halter der Tiere ist, aber häufig nicht Besitzer oder Eigentümer. Der Halter ist verantwortlich!

Bei der Pferdehaltung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb geht es um Pferde, die

  • im Rahmen der Pensionspferdehaltung gehalten werden. Hierbei ist es unerheblich, wie die Pferde betreut werden bzw. welche Leistungen erbracht werden.
  • um Pferde für Sport und Freizeit, die zum Eigentum des landwirtschaftlichen Betriebes gehören,
  • zur Zucht von Reit- und Sportpferden genutzt werden,
  • für die Fleischproduktion gehalten werden, auch wenn nur lt. Equidenpass die Möglichkeit der Schlachtung besteht.

Die Pferdehaltung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, der Prämien erhält, unterliegt ebenfalls dem CC-System wie die Haltung anderer landwirtschaftlicher Nutztiere. Hierbei geht es besonders um das Vorliegen eines Arzneimittelbestandsbuches und um das Vorhandensein der Equidenpässe. Gerade für Pferdebesitzer/-eigentümer, die mit ihren Pferden häufig auf Turnieren etc. unterwegs sind, ist es einfacher, den Pass für die eigenen Pferde zu Hause zu haben. Hier muss nach Einzellösungen auf den Betrieben gesucht werden. In einigen Ställen gibt es durchaus gelungene Regelungen, die beidem gerecht werden. Für Pferde, die in dem Equidenpass als „Schlachttier“ gekennzeichnet sind, müssen die Dokumentationen für die Arzneimittelabgabe vorhanden sein. Bei den eigenen Pferden kann der Landwirt die Arzneimittelabgaben ohne Not dokumentieren, bei Pensionspferden, deren Besitzer mehrmals in der Woche zum Pferde kommen, ist das schwierig. Hier bestellt der Besitzer selbst den Tierarzt und erhält den Abgabebeleg, wenn sein Pferd als „Schlachttier“ eingetragen ist. Der Pensionsstallbetreiber erfährt häufig nichts vom Tierarztbesuch. Hier müssen auf jeden Fall Absprachen zwischen Pensionsgeber und –nehmer getroffen werden. Diese Vereinbarungen könnten in einem schriftlichen Einstellervertrag vermerkt werden.

Auch bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz in der Pferdehaltung muss mit einem Prämienabzug für den gesamten Betrieb gerechnet werden. Es gibt Anforderungen, die allgemein für alle landwirtschaftlichen Nutztiere gelten. Für Pferde können die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesetzpunkten (2009) vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für viele Themen zugrunde gelegt werden.

Einige Punkte aus dem Tierschutzgesetz:

  • Für die Fütterung und Pflege der Tiere müssen Personen vorhanden sein, die über die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten aufweisen und die zuverlässig sind.
  • Den Pferden muss die Möglichkeit nach artgemäßer Bewegung ermöglicht werden. Die Unterbringung muss verhaltensgerecht erfolgen. Die Gebäude bzw. die Anlagen müssen so konzipiert sein, wie es nach dem Stand der Technik möglich ist und dass dadurch Verletzungen ausgeschlossen werden können.  Stalltemperatur, Staub- und Schadgaskonzentrationen dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Eine ausreichende Beleuchtung ist sicher zu stellen.
  • Den Pferden ist ausreichend Tränkwasser zur Verfügung zu stellen, des gleichen benötigen die Pferde qualitätvolles Grundfutter sowie ggf. Kraftfutter und Mineralfutter.

Kontakt:
Ulrike Struck
Fachreferentin Pferdezucht und -haltung
Telefon: 0581 8073-300
Telefax: 0581 8073-160
E-Mail:


Stand: 04.08.2016