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Schafe: Auktionsbericht Wirtschaftsrassen

Gute Böcke kosten Geld

Die beiden Landesschafzuchtverbände Niedersachsen und Weser-Ems veranstalteten Schafauktionen für Wirtschaftsrassen in Cloppenburg, Mecklenhorst und Rodenkirchen. Besonders gefragt waren in diesem Jahr Böcke der Rasse Ostfriesisches Milchschaf und stark bemuskelte Fleischschafböcke. Alle Verkaufstiere wurden vorab hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Scrapie genotypisiert. Mehr als 90 Prozent der Verkaufstiere bei den Wirtschaftsrassen hatten den Genotyp ARR/ARR und gelten somit als scrapieresistent. Böcke mit dem unerwünschten VRQ-Allel wurden nicht aufgetrieben und dürfen auch nicht in der Herdbuchzucht eingesetzt werden.

Beginn in Cloppenburg

Die erste große Körung und Schafauktion fand in der Münsterlandhalle in Cloppenburg statt. Angemeldet waren 136 Zuchttiere, Milchschafe und Texel, vier Böcke der Rasse Berrichon du Cher  und erstmals sechs Lammböcke der französischen Fleischschafrasse Charollais. Alle Tier kamen aus maedi-unverdächtigen Beständen. Die Milchschafböcke wurden zudem vorab auf Brucellose Ovis untersucht und mit Exportattesten ausgestattet. Der Aufwand hat sich auch in diesem Jahr gelohnt und 20 Zuchttiere konnten an zwei Betriebe in  England und an einen Kunden in Tschechien verkauft werden. Von 51 angebotenen Michschaflammböcken wurden 42 zu einem Durchschnittspreis von 525 Euro verkauft  Den Höchstpreis von 1.500 Euro erzielte der Reservesieger aus der Zucht von Melbaum, Haselünne. Dieser hervorragende Jungbock aus einer Drillingsgeburt war mit den Noten 7/8/8 für die Merkmale Wolle, Bemuskelung und Äußere Erscheinung gekört worden  und wurde bei der Prämierung Klassensieger in der Gruppe der älteren Böcke.  Der züchterische Erfolg wurde mit der goldenen Preismünze der LWK Niedersachsen belohnt. Die Höchstnote 9 im Merkmal Äußere Erscheinung bekam der jüngste Bock der Veranstaltung. Das Tier aus der Zucht von Beckmann-Ihnen, Emden, wurde zunächst Klassensieger und später Siegerbock. Der Züchter wurde mit der silbernen Plakette des Landwirtschaftsministers geehrt. Obwohl der Bock als letzter zur Versteigerung in den Ring geführt wurde, entwickelte sich ein spannendes Bieterduell. Ein Milchschaffarmer aus Dorset hatte mit 1.150 Euro das letzte Gebot.  Auch der dritte Ia-Bock kam aus dem Züchterstall von Beckmann-Ihnen und Schröder aus Moordorf präsentierte das beste weibliche Tier. Erfreulicherweise wurden auf der Auktion auch zahlreiche schwarze Lammböcke und Jungschafe angeboten. Um den Austausch unter den Züchtern zu verbessern, konnten sich erstmals bundesweit Züchter schwarzer Milchschafe beteiligen. Fünf Züchter aus vier Zuchtverbänden präsentierten zwölf Böcke, wovon neun in Zuchtwertklasse I gekört wurden. Die Züchterin Ahrends aus Eggelingen präsentierte den besten Bock und das beste Jungschaf und wurde mit einer Plakkette des Bundesverbandes, VDL, ausgezeichnet. Neun weibliche Ostfriesische Michschafe  konnten für durchschnittlich 267 Euro (Vorjahr: 250) verkauft werden.

Neben den Milchschafen wurden 43 (Vorjahr:29) Texelböcke zum Verkauf angeboten. Alle Jungböcke waren im Alter von 80 – 120 Lebenstagen im Rahmen einer Feldprüfung gewogen und selektiert worden. Dabei wurden per Ultraschall auch die Muskeldicke und die Fettauflage gemessen. Kaufinteressenten konnten also gezielt züchterisch wertvolle Tiere auswählen. Die  sechs Jährlinge kosteten durchschnittlich 503 und die 27 verkauften Lammböcke 471 (Vorjahr:429) Euro. Neun Jungböcke fanden keinen neuen Besitzer.  Die Lammböcke wurden in drei Altersklassen eingeteilt und rangiert.  Zwei Klassensieger, darunter den Siegerbock, stellte der Züchter  Fettköter, Westerwalsede und wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums und einem Ehrenpreis der Stadt Cloppenburg ausgezeichnet. Reservesieger wurde ein gut  bemuskelter Lammbock von Zießow, Delmenhorst. Der Züchter hatte auch den besten Jährlingsbock und erhielt als Auszeichnung die silberne Preismünze der Landwirtschaftskammer. Das beste weibliche Texelschaf hatte Warnke aus Bassen und bekam dafür eine VDL-Plakette. Erfreulicherweise waren auch in diesem Jahr zahlreiche Deichschäfer und Herdenschäfer zur Auktion gekommen und ersteigerten gut bemuskelte und fleischbetonte Zuchtböcke zur Erzeugung von guten Mastlämmern.  Sie interessierten sich auch für die von Düvel, Elvershausen und Zießow, Delmenhorst, vorgestellten Böcke der Rassen Berrichon du Cher und Charollais. Die  Zuchtschafe der Rasse Charollais wurden erst im vergangenen Jahr aus Irland importiert und in diesem Jahr erstmals Jungböcke auf einer niedersächsischen Schafauktion vorgestellt. Die sechs angebotenen Tiere wurden für einen sehr guten Durchschnittspreis von 725 Euro verkauft.

Einen Tag später fand die Absatzveranstaltung vom Landesschafzuchtverband Niedersachsen für Lamm- und Jährlingsböcke der Rassen Schwarzkopf, Leineschaf, Suffolk, Berrichon und Merinofleischschaf in Mecklenhorst statt. Von 68 (Vorjahr: 84) gekörten und zur Auktion aufgetriebenen Böcken konnten an dem Tag 52 (Vorjahr:54) verkauft werden. Besonders erfreulich war die große Nachfrage nach Böcken der Rasse Leineschaf.  Wie im Vorjahr präsentierte der Züchter Wittkop aus Echem den besten Lammbock und wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums ausgezeichnet. Der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes,  Rehse, lobte in seiner Begrüßung das Engagement und die Leistung des Züchters Wittkop. Seit 30 Jahren stellt er Leineschafböcke zur Körung vor. Zusammengerechnet hat er ca. 200 Zuchtböcke und etwa 1200 weibliche Zuchttiere erzeugt und damit maßgeblich zum Erhalt und zur Vermehrung der gefährdeten Schafrasse Leineschaf beigetragen. Der Reservesieger bei den Lammböcken kam aus dem Stall von Ruröde, Siedenburg. 8/8/8 lauteten die Körnoten  für den besten Jährlingsbock von Rühe aus Gielde. Der Züchter, der erstmals mit einem Zuchtbock auf einer Körveranstaltung vertreten war, freute sich über die gute Bewertung und den Spitzenpreis von 1.100 Euro, den ein Deichschäfer und Züchter an der Elbe für das Tier bot.  Die drei angebotenen Jährlingsböcke erzielten durchschnittlich stolze 817 Euro und die Lammböcke  konnten für 433 Euro im Schnitt zugeschlagen werden. Verkaufsfördernd bei den Leineschafen wirkt sich die Gewährung einer Ankaufsbeihilfe der Stiftung Leineschaf aus. Die 28 in Zuchtwertklasse I gekörten Schwarzkopflammböcke wurden von den Preisrichtern Fischer, Sommerland, und Rose, Grethem, in vier Altersklassen eingeteilt. Lange aus Garbsen (2), Pferdmenges aus Bad Gandersheim und Rehse aus Klein Bünstorf stellten jeweils die Klassensieger. Für die beiden Siegertiere erhielten Lange / Rehse Plaketten des Ministeriums und der LWK. Der Siegerbock von Lange erzielte den Spitzenpreis von 900 Euro. Mit dem Durchschnittspreis von 421 Euro  für 27 verkaufte Lammböcke waren die Schwarzkopfzüchter zufrieden. Berrichon – Züchter Düvel aus Elvershausen konnte seine beiden Jungböcke im Schnitt für 470 Euro verkaufen und die vier verkauften  Lammböcke der Rasse Suffolk erzielten durchschnittlich 343 Euro. Der Züchter Schellin aus Wesendorf stellte bei den Suffolk  die beiden Klassensieger. Die Züchter Bartelt, Bienenbüttel und Rehse hatten  zusammen vier  Merinofleischschafböcke aufgetrieben. Leider fand nur ein Bock  dieser selten gewordenen Rasse einen neuen Besitzer. Eine lange Schlange bildete sich in Mecklenhorst vor dem LKW des Wollhändlers Rittmeier aus Rosdorf.  Zahlreiche Schafhalter nutzten die Gelegenheit, dort ihre Schweißwolle abzugeben und zu verkaufen.

Gute Verkaufspreise in Rodenkirchen

Die Züchter vom  Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems und vom Stader Schafzuchtverband sind mit dem Auktionsverlauf in Rodenkirchen überwiegend zufrieden. Insgesamt wurden 121 Zuchttiere angeboten (Vorjahr:139) und 96 Tiere (Vorjahr:108) an Käufer aus mehreren Bundesländern verkauft.  Die Ausstellung der prächtigen Zuchtböcke, die nordwestdeutsche Spinnmeisterschaft und das vielfältige Rahmenprogramm rund ums Schaf lockten nicht nur Fachbesucher an. Aukea Lindeburg aus Großefehn gewann zum sechsten  Mal in Folge die Spinnmeisterschaften und konnte den Wanderpokal erneut mit nach Hause nehmen.  Bei dem Wettbewerb geht es darum, aus 10 Gramm Wolle in 15 Minuten einen möglichst langen Wollfaden zu spinnen. Zum Wettbewerb hatten sich über 50 Teilnehmer angemeldet. 54,92 Meter lang war der von Frau Lindeburg gesponnene Wollfaden, womit sie den Wettbewerb mit deutlichem Vorsprung für sich entschied.

Mit 550 Euro erzielten die 26 verkauften Suffolk -Jährlingsböcke erneut den höchsten Durchschnittspreis. Ein Deichschäfer aus der Wesermarsch bot 1050 und 1000 Euro für zwei Spitzenböcke der Züchter Rüdebusch, Augustgroden und Dreher, Halsbek. Die beiden Züchter stellten auch die drei Klassensieger. Der Siegerbock von Rüdebusch hatte die Höchstnote 9 in  Merkmal Typ/ Äußere Erscheinung bekommen. Der Züchter wurde mit der silbernen Plakette des Ministeriums ausgezeichnet. Fass aus  Wilhelmshaven hatte wie im Vorjahr den Klassensieger bei den Lammböcken und wurde mit der bronzenen Plakette der LWK geehrt.  Alle elf angebotenen Lammböcke wurden verkauft und kosteten durchschnittlich knapp 500 Euro. Alle sechs Berrichonböcke konnten versteigert werden. Den Höchstpreis  von 500 Euro erzielte der Ic -Bock von Brand aus Bissendorf. Der Ia-Bock von Hädler aus Cloppenburg wurde für 420 Euro zugeschlagen. Die beiden Jährlingsböcke der Rasse Blauköpfiges Fleischschaf von Barth aus Twistringen wurden für 350/400 Euro versteigert. Insgesamt standen in Rodenkirchen nur vier Texelböcke zum Verkauf. Der beste Lammbock von Warnke aus Butjadingen wurde für 570 Euro an einen Züchter in Schleswig-Holstein verkauft.

Die beiden Züchter Schiefner, Ritterhude, und Fick, Drochtersen vom Stader Schafzuchtverband zeigten in diesem Jahr die Siegerböcke bei der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf. Der Ia-Jährlingsbock von Schiefner erzielte den Höchstpreis von 850 Euro. Die 18 in Klasse I gekörten Lammböcke wurden in zwei Klassen gerichtet. Der Ia-Bock von Fick wurde Siegerbock und der Züchter mit der silbernen Plakette des Ministeriums belohnt. Voigt aus Berne hatte den Reservesieger und erhielt eine VDL-Plakette. 18 verkaufte Lammböcke kosteten im Schnitt 372 Euro. Die Zuchtlämmer von Vrielink aus Nordhorn und Voigt konnten für durchschnittlich knapp 270 Euro verkauft werden. Der Züchter Voigt hatte eines seiner  Jungschafe  gestiftet. Es wurde für erfreuliche 326 Euro zugunsten der von der Züchterin Avramut-Lampe initiierten Nachwuchsarbeit versteigert. Mit dem Geld sollen Jungzüchter geschult und Vorführwettbewerbe unterstützt werden.

Knapp ein Drittel der in Rodenkirchen angebotenen Tiere gehörten der Rasse Weißköpfiges Fleischschaf an. 17 Lammböcke konkurrierten um den Titel des Siegerbockes. Die Preisrichter Wefer, Butjadingen und Gerdes, Oldenburg bestimmten – wie im Vorjahr- ein Tier von  Linneweber, Nordenham,  und eins von Warnke, Butjadingen, zu Klassensiegern. Sieger wurde der mit den Noten 8/9/8 (Merkmale Wolle, Bemuskelung, Äußere Erscheinung) gekörte, 83 kg schwere Jungbock aus dem Betrieb Linneweber. Der Züchter freute sich über die silberne Preismünze der Landwirtschaftskammer. 10 Lammböcke  konnten für durchschnittlich 320 Euro versteigert werden. Die beiden besten Jährlingsböcke kamen aus dem Züchterstall der Familie Schmidt aus Berne. Der Betrieb erhielt die bronzene Preismünze der LWK Niedersachsen. Beide Böcke konnten für je 600 Euro abgesetzt werden. Leider fanden sechs Jährlingsböcke dieser Rasse keinen neuen Besitzer. Dagegen konnten alle sieben angebotenen weiblichen Tiere abgesetzt werden. Sie kosteten durchschnittlich knapp 250 Euro. Das Ia- Tier kam ebenfalls aus dem Betrieb Linneweber.

Bei der Vermittlung von leistungsgeprüften und gekörten Zuchtböcken sowie ausgesuchten Jungschafen sind die niedersächsischen Schafzuchtverbände gerne behilflich.

Preisspiegel

Ort/Rasse Auftrieb/
Verkauf
Niedrigster
preis Euro
Durchschnitts-
preis Euro
Höchstpreis
Euro
Cloppenburg:Ostfriesische Milchschafe        
Jährlingsböcke 4/3 380 427 500
Lammböcke 51/42 300 525 1.500
Mutterlämmer 17/9 220 267 620
Cloppenburg: Texel        
Jährlingsböcke 7/6 300 503 850
Lammböcke 36/27 300 471 900
Muterlämmer 2/2 220 240 260
Cloppenburg: Berrichon du Cher        
Lammböcke 2/2 400 500 600
Cloppenburg: Charollais        
Lammböcke 6/6 450 725 1.450
Mecklenhorst: Leineschafe        
Jährlingsböcke 4/3 550 817 1.100
Lammböcke 15/13 230 433 750
Mecklenhorst: Suffolk        
Jährlingsböcke 1/1 420 420 420
Lammböcke 5/4 300 343 400
Mecklenhorst: Berrichon du Cher        
Lammböcke 2/2 470 485 500
Mecklenhorst: Schwarzkopf        
Jährlingsböcke 1/1 450 450 450
Lammböcke 33/27 200 421 900
Mecklenhorst: Merionofleisch        
Jährlingsböcke 3/1 380 380 380
Lammböcke 1/0      
Rodenkirchen: Schwarzköpfe        
Altböcke 1/1 400 400 400
Jährlingsböcke 8/4 350 488 850
Lammböcke 19/18 200 372 700
Mutterlämmer 5/5 200 269 326
Rodenkirchen: Weißköpfe        
Altbock 2/1 400 400 400
Jährlingsböcke 10/4 350 513 600
Lammböcke 16/10 200 320 500
Mutterlämmer 7/7 180 249 500
Rodenkirchen: Blauköpfe        
Jährlingsböcke 2/2 350 417 450
Rodenkirchen: Suffolk        
Jährlingsböcke 32/26 300 550 1.050
Lammböcke 11/11 200 499 920
Rodenkirchen: Texel        
Jährlingsböcke 1/0      
Lammböcke 3/3 320 413 570
Rodenkirchen: Berrichon du Cher        
Lammböcke 6/6 200 357 500
Uelsen: Weißköpfe        
Lammböcke 3/1 300 300 300
Uelsen: Schwarzköpfe        
Jährlingsböcke 1/0      
Lammböcke 6/1 250 250 250

 


Kontakt:
Klaus Gerdes
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-611
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 11.03.2016