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Auktionsbericht Landschafrassen 2017

Die Landesschafzuchtverbände Weser-Ems und Niedersachsen führten Körungen und Auktionen für Landschafe in Uelsen und Verden durch. Das Angebot war reichlich und nicht alle angebotenen Böcke konnten verkauft werden.

Bei verschiedenen Landschafrassen gewinnt die Zucht auf Scrapieresistenz an Bedeutung. Nachdem im Sommer Zuchttiere der Rasse Graue Gehörnte Heidschnucke in die Schweiz, Coburger Fuchsschafe nach Rumänien und England und Bentheimer Landschafe in die Niederlande verkauft werden konnten, und hierfür nur Tiere mit dem Genotyp ARR/ARR berücksichtigt werden durften, hat sich das Kaufverhalten einiger Landschafzüchter geändert und es werden vermehrt scrapieresistente Böcke gekauft und eingesetzt. Einige Züchter haben nur noch scrapieresistente Tiere im Stall und streben die Anerkennung scrapieresistenter Bestand durch die LWK Niedersachsen an.

An den Auktionen für die Rassen Bentheimer Landschaf, Weiße Hornlose Heidschnucke und Weiße Gehörnte Heidschnucke dürfen Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen. Dadurch wird der genetische Austausch zwischen den Populationen in den einzelnen Landesverbänden gefördert. Insbesondere Züchter aus Nordrhein-Westfalen nutzen die Gelegenheit, ihre Bentheimer und Heidschnucken in Niedersachsen vorzustellen. Die zum 23. Mal durchgeführte Bentheimer Eliteauktion war wiederum eingebunden in den Grafschafter Haus- und Nutztiertag. Am Lammessen in der Reithalle in Uelsen nahmen neben unserem Landtagspräsidenten Busemann zahlreiche Ehrengäste teil. Der Vorsitzende des Verbandes, Heiko Schmidt, bedankte sich beim Landkreis, bei der Gemeinde Uelsen, bei der Naturschutzstiftung und beim Tierpark Nordhorn für die langjährige Unterstützung dieser Veranstaltung.Trotz des regnerischen Wetters kam das attraktive Programm (Schafschau, Stutenschau der Kaltblüter, Voltigieren, Ponyreiten, Schafschur, Wolle spinnen, Hütevorführung usw.) beim Publikum gut an.

1500 Euro für Bentheimer Jährlingsbock

Insgesamt 76 Bentheimer Böcke standen im Katalog der Veranstaltung. Aber nicht alle Tiere genügten den Anforderungen. Von der Körkommission wurden 48 Jährlingsböcke und 9 Lammböcke gekört. 40 Jährlinge der Zuchtwertklasse I wurden in vier Altersklassen eingeteilt und rangiert. Als Preisrichter fungierten Georg Flötotto, Verl und Klaus Gerdes, Oldenburg. Die Preisrichter waren mit der Qualität des Jahrgangs sehr zufrieden. Einige Zuchtböcke hatten sehr helle Köpfe und waren kaum pigmentiert. Die typische schwarze Zeichnung rund um die Augen und an den Ohren sollte von den Züchtern bei der Selektion etwas stärker beachtet werden.  Klassensieger stellten die Züchter Steenken, Werpeloh, Holtkamp, Hamminkeln, Blekkerhof Uelsen und Schmitz, Werpeloh.  Siegerbock wurde schließlich ein 85 kg schwerer und typvoller Jungbock aus der bekannten Zucht von Steenken. Der Bock hatte bereits bei der Körung jeweils die Noten 8 für die Qualität der Wolle, die Ausprägung der Bemuskelung und für das tadellose Exterieur bekommen. Der Züchter wurde vom Landtagspräsidenten persönlich mit der bronzenen Plakette des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums geehrt.  Der Heilpädagogische Bauernhof Uelsen (Blekkerhof) hatte den Reservesieger und bekam die goldene Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Züchter Mersch, Bad Bentheim und de Lange, Isterberg präsentierten die besten Lammböcke. Letzterer erhielt die silberne Preismünze der LWK. Die Versteigerung der Böcke verlief anfangs flott und es konnten 40 aufgetriebene Böcke verkauft werden. Die erzielten Durchschnittspreise entsprachen etwa den Ergebnissen des Vorjahres, aber im Vorjahr konnten insgesamt 10 Böcke mehr abgesetzt werden. Spannend wurde es noch einmal bei der Versteigerung des viertletzten Jährlingsbockes. Dieses Tier aus der Zucht von Holtkamp war mit besten Noten gekört worden und hatte in seiner Klasse den Ib-Preis bekommen. Nach einem packenden Bieterduell wurde dieser hoffnungsvolle Jungbock für den Spitzenpreis von 1.500 Euro der Schäferei Ulenhof in der Diepholzer Moorniederung zugeschlagen. Der Züchter Steenken freute sich über den Höchstpreis bei den Lammböcken.1.000 Euro bot ein Züchter aus Nordrhein-Westfalen für seinen zweitplatzierten Jungbock.

 

Kör- und Absatzveranstaltung für Landschafrassen in Verden

Der niedersächsische Landschaftag hat seinen festen Platz in der Niedersachsenhalle in Verden gefunden. Zum diesjährigen Landschaftag hatten 27 Beschicker 95 Zuchttiere vier verschiedener Rassen angemeldet. Vor allem der Auftrieb an Fuchsschafen war deutlich größer als im Vorjahr, aber mit 27 gekörten Böcken, die fast alle verkauft werden konnten, bildeten die Weißen Hornlosen Heidschnucken wiederum das größte Kontingent der Veranstaltung.

10 Jährlingsböcke wurden bei der Körung in die Zuchtwertklasse I eingeordnet und in zwei Gruppen rangiert. Sieger wurde das Ia- Tier der jüngeren Klasse, ein Bock aus der Zucht von Barth, Rüssen. Der Züchter wurde mit der bronzenen Plakette des Landwirtschaftsministers geehrt. Zum Reservesieger bei den Jährlingen erklärten die beiden Preisrichter, Humpert, Marienmünster und Faber, Hannover, einen prächtigen hornlosen Heidschnuckenbock aus der Zucht von Dreyer, Rehden. Der Bock war zuvor mit den Höchstnoten von 8/9/8 für die Merkmalle Wolle / Bemuskelung / Exterieur gekört worden. Die beiden Züchter stellten jewiels auch die beiden Ib-Böcke bei den Jährlingen. Bei der anschließenden Versteigerung konnten die Jährlingsböcke für durchschnittlich 492 Euro (Vorjahr:541 Euro) verkauft werden. Die Züchter Halanke, Rehburg-Loccum und Seel, Lemförde, stellten den Sieger und den Reservesieger bei den Lammböcken dieser Rasse und wurden mit einer silbernen Plakette bzw. einer Ehrenurkunde der LWK ausgezeichnet. Zwölf Lammböcke konnten im Auktionsring zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 285 Euro (Vorjahr: 379 Euro) einem neuen Besitzer zugeschlagen werden.

Recht groß war wieder das Angebot an Böcken der Rasse Weiße Gehörnte Heidschnucke. Sieben Jährlingsböcke und vierzehn Lammböcke aus sechs Zuchtbetrieben wurden gekört und zum Verkauf angeboten. Den besten Jährlingsbock hatte wie im Vorjahr Schuling aus Bakum.  Die Lammböcke wurden in zwei Gruppen gerichtet. Böving aus Haaren und Zwollinnski aus Dassel hatten jeweils einen Klassensieger. Der ältere von beiden setzte sich durch und sein Züchter, Böving, erhielt die goldene Preismünze der Landwirtschaftskammer.  Leider konnte nur knapp die Hälfte der Böcke dieser Rasse in Verden verkauft werden. Es wäre schön, wenn alle Züchter dieser Rasse den Auktionsstandort in Verden annehmen und durch Beschickung und Kauf bereichern würden.

In diesem Jahr war die Beteiligung der Fuchsschafzüchter am nds. Landschaftag erfreulich groß. Neun Züchter boten 22 Böcke und vier weibliche Tiere zum Verkauf an. Auch wenn im Sommer schon einige ausgesuchte Jungböcke nach Rumänien exportiert worden waren, konnte sich die Qualität der Tiere durchaus sehen lassen. Zehn in Körklasse I eingestufte Jährlingsböcke wurden in zwei Altersgruppen eingeteilt und rangiert. Die Geschwister Barr aus Jade nahmen zum ersten Mal an einer Körveranstaltung teil. Sie präsentierten die beiden jüngsten Jährlingsböcke, die in ihrer Altersklasse vorne standen. Der Klassensieger setzte von Barr setzte sich auch gegen den älteren aus der Zucht von Warmer aus Uplengen durch und wurde zum Siegerbock erklärt.  Die züchterische Leistung wurde mit der silbernen Plakette des Landwirtschaftsministeriums belohnt.  Der knapp 80 kg schwere Bock erzielte bei der Versteigerung den Höchstpreis von 700 Euro. Der Züchter Meyer aus Wingst hatte den besten Lammbock und erhielt die bronzene Plakette der LWK. Die Jährlingsböcke wurden für durchschnittlich 413 Euro und die Lammböcke für 374 Euro verkauft. Alle vier gemeldeten Jungschafe konnten abgesetzt werden. Zwei davon werden demnächst nach England transportiert und die englische Rassenvielfalt bereichern.

Weiterhin wurden auf dem Landschaftag noch einige Böcke der Rasse Geschecktes Bergschaf gekört. Für diese Böcke fand sich am Auktionstag leider kein Käufer. Diese und noch weitere gute Zuchtböcke anderer Landschafrassen stehen zum Verkauf in den Züchterställen. Die Schafzuchtverbände sind bei der Vermittlung gerne behilflich.

Den Preisspiegel entnehmen Sie der anhängenden Datei.


Kontakt:
Klaus Gerdes
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-611
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 26.10.2017