Webcode: 01032279

Kleine Hochsee- und Küstenfischerei in Niedersachsen 2016 – weniger Menge, aber gute Preise: ein erfreuliches Jahr

In Niedersachsen sind derzeit 132 Fischereibetriebe der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei beheimatet. Dies sind in der Küstenfischerei, neben vier Muschelfischereibetrieben, fast ausschließlich Krabbenfischer. In der Kleinen Hochseefischerei sind die Hauptzielarten: Scholle, Kaisergranat, Kabeljau, Seezunge und Steinbutt.

2016 war für die Niedersächsischen Fischer, trotz geringerer Fangmengen im Vergleich zum Vorjahr, wirtschaftlich ein erfreuliches Jahr. Es wurden rd. 32.000 t Fisch und Nordseekrabben, mit einem Gesamterlös von rd. 64,8 Mio. € angelandet (ohne Muschelfischerei). Damit stiegen die Erlöse insgesamt um 14%, bei gleichzeitiger Abnahme der Fangmenge um 15%.

Die durchweg guten Erzeugerpreise sorgten für ein wirtschaftlich erfreuliches Jahr. In der Kleinen Hochseefischerei war zudem ausreichend Quote vorhanden, so dass die Fangmöglichkeiten gut ausgeschöpft werden konnten. Das ist wiederum auf die Möglichkeit des Quotentausches innerhalb der EU zurückzuführen. Sorge bereitet in diesem Zusammenhang die Unsicherheit über die Auswirkungen des Brexit, weil mit dem UK ein wichtiger Tauschpartner aus der EU austritt.

In der Krabbenfischerei konnte mit 8,09 € ein historisch hoher Jahresdurchschnittspreis und damit ein Umsatzplus von 24% im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Dies war der ganzjährig niedrigen Fangmenge (- 38%) und einer guten Nachfrage geschuldet. Natürliche Bestandsschwankungen und ein besonders starker Wittlingsjahrgang (Wittling: Fischart aus der Familie der Dorsche; frisst viel und gerne Krabben) werden als Ursachen für die geringeren Fangmengen angesehen.

Doch auch wenn das wirtschaftliche Auskommen gesichert ist, gibt es weiter Problemfelder. Die größte Sorge der niedersächsischen Fischereibetriebe ist, die zunehmende Gebietskonkurrenz und der damit drohende Fanggebietsverlust. So gilt es, sich neben Flussbaumaßnahmen, Windparks, Kabelverlegungen und Naturschutzgebieten zu behaupten. Dies ist, vor dem Hintergrund einer kaum vorhandenen Rechtsposition der Fischer und zunehmend ideologisch geprägten Ansätzen im Natur- und Umweltschutz, sowie dem politisch priorisierten Ausbau der Windenergie eine riesige Herausforderung, der sich die Fischerei stellt. Denn: ohne Fanggebiete gibt es auch bei guten wirtschaftlichen Bedingungen keine Fischerei!


Kontakt:
Hilke Looden
Fischerei
Telefon: 0441 801-623
Telefax: 0441 81791
E-Mail:


Stand: 10.05.2017