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Notfutter Stroh

Immer dann, wenn wenig Raufutter geerntet worden ist, stoßen Rindviehbetriebe bei der Suche nach Strukturfutter unwillkürlich auf Stroh. Vorteilhaft sind die relativ günstige Beschaffung (eigene Ernte, Zukauf vom Handel aus Ackerregionen) und die Möglichkeit der Außenlagerung. Demgegenüber stehen Nachteile wie der geringe Futterwert (schlechte Verdaulichkeit (viel Lignin), hoher Rohfasergehalt) und die hohen Nährstoffkosten.

Geringer Futterwert
Die Stroharten unterscheiden sich nur wenig im Nährstoffgehalt, wohl aber in der Futteraufnahme.

Futterwert von Stroh (DLG, 1997)

 

NEL

MJ/kg

ME

MJ/kg

Rohfaser

g/kg

Rohprotein

g/kg

nXP

g/kg

Haferstroh

Gerstestroh

Weizenstroh

Roggenstroh

3,2

3,2

3,0

2,8

5,8

5,8

5,5

5,2

378

380

369

406

30

34

32

32

83

71

65

64

So wird das etwas weichere Stroh von Hafer und Gerste besser als Roggen- und Weizenstroh gefressen. Durch Häckseln und Einsatz von Melasse wird allgemein ein etwas höherer Verzehr erreicht.

In futterknappen Zeiten sollte Stroh zunächst an ältere Jungrinder (ab 2. Lebensjahr) und Trockensteher verfüttert werden. Mengen von 4 bis 6 kg/Tag stellen hier die Obergrenze dar. Bei der Fütterung von hochlaktierenden Milchkühen sollten keine Kompromisse eingegangen werden. Hier dient Stroh lediglich als Strukturausgleich.  Nennenswerte Mengen von etwa 3 bis 4 kg sollten nur bei Kühen mit niedrigen Milchleistungen eingesetzt werden. Denn 4 kg Stroh liefern zwar viel Struktur, decken den Erhaltungsbedarf einer Kuh energetisch aber nur zu gut einem Drittel.

 In der Bullenmast  lässt sich Grundfutter durch Getreide und Stroh ersetzen. So nahmen  Mastbullen in einem Versuch  fast 6 kg Getreide und  etwa 1,4 kg  Weizenstroh auf. In der Regel sollten nicht mehr als 1,5 bis 2 kg Stroh in der Mast verfüttert werden. Was an Stroh aufgenommen werden kann, zeigen Ergebnisse der Eigenleistungsprüfung, in der eine TMR mit fast 27 % Stroh (dazu Kraftfutter und Melasse) gefüttert wird. Bullen  nehmen in der Prüfperiode durchaus mehr als 2,5 kg Stroh/Tag auf. 

Bei 6,00 €/dt Stroh ergeben sich Kosten von etwa 0,19 bis 0,20 €/10 MJ NEL, im Vergleich liegt gute Maissilage bei einem Preis von 3,00 €/dt bei ca 0,14 €/10 MJ NEL.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fachreferentin Fütterung von Rindern und Schweinen, Futtermittelrecht, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-1479
Telefax: 0511 3665-1521
E-Mail:


Stand: 20.07.2010