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Versuchsergebnisse zum Einsatz von Rapsextraktionsschrot bei Milchkühen

Unter nachhaltiger Landwirtschaft versteht man Zielstellungen und Handlungsweisen, welche die Res-sourceneffizienz steigern, die Umwelt schützen, die Wirtschaftlichkeit sicherstellen und Sozialverträglichkeit gewährleisten. Die DLG definiert dazu Indikatoren, mit denen die Nachhaltigkeit des Wirtschaf-tens beschrieben bzw. beurteilt werden kann. Im Bereich der Ökologie werden dabei u. a. der betriebliche Stickstoff- und Phosphorsaldo und im Bereich der Ökonomie u. a. Betriebseinkommen und Gewinnrate als wichtige Kriterien benannt, die sich auch als Herausforderung an die Milchkuhfütterung stellen. Dass es Möglichkeiten gibt, diesen Anforderungen durch eine bedarfs- und kostenorientierte Versorgung von Herden mit hoher Leistung gleichzeitig zu entsprechen, sollen nachfolgende Versuchsergebnisse zeigen.

Die Art und der Umfang der Proteinversorgung von Milchkühen beeinflusst deren Leistungsvermögen, aber auch erheblich die jeweiligen betrieblichen N-Bilanzen sowie die entstehenden Futterkosten. Dies trifft besonders für die Auswahl der Proteinkonzentrate und deren Einsatzmengen zu. In diesem Zusammenhang wird immer noch intensiv diskutiert, ob Sojaextraktionsschrot (SES) komplett durch Rapsextraktionsschrot (RES) in Rationen für Kühe mit hoher Milchleistung ersetzt werden kann. Ein Blick auf die tabellierten Futterwerte der Extraktionsschrote zeigt, dass SES mehr Rohprotein und nutzbares Rohprotein (nXP) sowie Energie enthält. RES weist aber einen höheren Anteil an unabbaubarem Rohprotein (UDP) auf, was für die Versorgung von Hochleistungskühen ebenfalls wichtig ist und den Abstand beim entscheidenden Gehalt an nXP zwischen den beiden Extraktionsschroten letztendlich geringer ausfallen lässt als beim Rohprotein. Was den Austausch von SES gegen RES für Milchkuhhalter besonders interessant macht, ist die Preisdifferenz. Meist liegt der Rapsschrotpreis bei zwei Dritteln des Sojapreises, gegenwärtig etwas höher. Wenn es um nachhaltige Landwirtschaft geht, darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Proteinkonzentrateinsatz auf Rapsbasis gegenüber Sojaprodukten aus Südamerika die Möglichkeit erschließt, mit einheimischen Futtermittel und bei Bedarf auch GVO-frei zu arbeiten.

Die weiteren Ergebnisse entnehmen Sie bitte dem Dateianhang.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fachreferentin Fütterung von Rindern und Schweinen, Futtermittelrecht, Futterberatungsdienst e.V., Versuchswesen Tier
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Telefax: 0511 3665-4521
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Stand: 20.05.2013