Schweinemast: Bis 120 oder bis 130 kg mästen?
Die Frage nach hohen Endgewichten stellt sich derzeit für viele Schweinebetriebe zum einen wegen der hohen Futterkosten und zum anderen wegen der geänderten Preismasken eher nicht. Doch Ereignisse, wie z.B. die letztjährige Dioxinkrise, oder auch Seuchenzüge, die eine verlängerte Mast zur Folge haben, werfen die Frage auf, in welchem Umfang sich Tageszunahmen und Futterverbräuche infolge höherer Endgewichte verschlechtern. Auch werden für bestimmte Herkünfte höhere Endgewichte diskutiert, um die geforderten Gewichte der einzelnen Teilstücke zu erreichen.
Welche Leistungen von Mastschweinen mit einem Endgewicht von 130 kg erzielt werden können, wurde in einem Fütterungsversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der die DLG-Versorgungsempfehlungen mit den Vorgaben des RAM-Futters verglich, zusätzlich geprüft. Der Versuch wurde in der LPA Quakenbrück mit Tieren der Herkunft BHZP db-Naima in Einzelhaltung durchgeführt. Jeweils eine Hälfte der beiden Futtergruppen wurde bis 120 kg und die andere Hälfte bis 130 kg Lebendgewicht gemästet. Die Hälfte der Kastrate wurde ad libitum und die andere ab 90 kg rationiert gefüttert (max.36 MJ ME/Tag). Um zu prüfen, ob Sauen und Kastrate unterschiedlich auf die verlängerte Mast reagieren, wurden die Geschlechtergruppen getrennt ausgewertet. Die bis 120 kg gemästeten Kastrate erzielten Tageszunahmen von 989 g, die Tiere bis 130 kg Endgewicht nahmen 970 g täglich zu. Bei den Sauen lagen die Tageszunahmen bei 973 bzw. 938 g (130 kg).
Tabelle 1: Leistungen in der Mast bis 120 und 130 kg Endgewicht
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Kastrat |
Sau |
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120 kg |
130 kg |
120 kg |
130 kg |
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Anzahl Tiere |
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28 |
27 |
27 |
27 |
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Tageszunahmen |
g |
989 |
970 |
973 |
938 |
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Schlachtkörpergewicht |
kg |
94,6a |
103,2b |
95,4A |
102,8B |
a,b: signifikante Unterschiede zwischen den Kastraten (p<0,05)
A,B: signifikante Unterschiede zwischen den Sauen (p<0,05)
Während sich der Futterverbrauch/kg Zuwachs bei den Kastraten nicht unterschied, war die Differenz zwischen 2,56 und 2,72 kg bei den Sauen signifikant. Erwartungsgemäß waren die Gewichte der vier Teilstücke bei beiden Geschlechtern in der 130 kg-Variante höher, die Unterschiede im Bauchfleischanteil hingegen waren nicht abzusichern. Die Indexpunkte je kg Schlachtkörpergewicht lagen in den 130 kg-Varianten zwar niedriger, der Unterschied war jedoch nur bei den Sauen signifikant.
Leistungen in der Endmast
Um zu erfahren, welche Leistungen die Mastschweine in der Endmast erzielen, wurden die Tiere ab einem Lebendgewicht von 90 kg 14tägig gewogen. In der folgenden Tabelle sind jedoch nur zwei Wiegeabschnitte aufgeführt, da zum Mastende die Tierzahlen je Gruppe so reduziert waren, dass keine plausiblen Ergebnisse erzielt wurden. Der erste Wiegeabschnitt (Tag 0 bis Tag 14) beinhaltet den Zeitraum von dem Tag, an dem die Tiere 90 kg wogen bis 14 Tage danach, der zweite Wiegeabschnitt (Tag 15 bis Tag 28) schließt sich dann an und umfasst wiederum 14 Tage. Im ersten Wiegeabschnitt werden mit 950 bzw. 1004 g hohe Tageszunahmen erreicht, je kg Zuwachs werden 3,28 bzw. 3,13 kg Futter benötigt. Im zweiten Wiegabschnitt von ca. 104 bis 117 kg nehmen die Schweine mit im Mittel mehr als 940 g/Tag noch enorm zu, wobei der Futterverbrauch bei 3,44 kg/kg Zuwachs liegt. In dieser Zeit fressen sie 3,20 kg täglich.
Tabelle 2: Mastleistung ab 90 kg Lebendgewicht
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DLG-Gruppe |
RAM-Gruppe |
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Anzahl Tiere |
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55 |
54 |
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1. Wiegung (Tag 14): |
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2. Wiegung (Tag 28): |
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Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine Erhöhung des üblichen Endgewichtes um 10 kg die Leistung nicht dramatisch verschlechtert. Um aber allgemeine Empfehlungen ableiten zu wollen, bedarf es weiterer Untersuchungen.




