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Weniger Phosphor im Getreide?

Die Phosphorreserven der Welt sind begrenzt, und infolge der hohen Preise für mineralischen Phosphor wurde häufiger an der Phosphordüngung gespart. Welchen Einfluss hat dies auf den Phosphorgehalt von Futtermitteln, speziell von Getreide?

Da Getreide nur selten auf Phosphor untersucht wird, ist es deshalb angebracht, diesen essenziellen Mineralstoff von Zeit zu Zeit zu untersuchen, um zu überprüfen, ob die vorliegenden z. T. schon recht alten Tabellenwerte noch stimmen. Auch werden immer wieder in der Praxis niedrige Phosphorgehalte in der Gülle gefunden und die von offiziellen Stellen heraus gegebenen höheren Gehalte in Frage gestellt.

Für eine bedarfsgerechte Versorgung der Tiere ist es wichtig, den Phosphorgehalt der Futterkomponenten möglichst genau einzuschätzen, um gegebenenfalls über Mineralfutter entsprechend ergänzen zu können. Dadurch wird ein Luxuskonsum bzw. eine Unterversorgung vermieden, was nicht nur für das Tier, sondern auch für die Umwelt wichtig ist.

Nicht nur für die Tier- und Pflanzenernährung, sondern auch für die Düngeverordnung (Nährstoffvergleich) und den qualifizierten Flächennachweis ist die Höhe des P-Gehaltes  von Bedeutung. Es spielt schon eine Rolle, ob Weizen 3,2 oder nur 2,7 g P/kg enthält. Bei  80 dt/ha ergibt sich daraus ein Phospatentzug von 45,8 bzw. 55 kg/ha – das sind immerhin 20 % Unterschied! Höhere Entzüge erlauben z.B. mehr Tierplätze/ha.  Nun wurde auf der einen Seite wegen des teuren mineralischen Phosphors häufig an der Phosphordüngung gespart, auf der anderen Seite sind die Böden aber in den Veredlungsregionen reichlich mit Wirtschaftsdüngern versorgt. Je besser der Boden mit Phosphor versorgt ist, desto höher sind in der Regel die Gehalte in den Pflanzen.

Um herauszufinden, wie viel Phosphor im Getreide von hoch versorgten Böden enthalten ist, wurde in diesem Jahr ein Projekt zusammen mit fünf Beratungsringen schwerpunktmäßig in Weser-Ems durchgeführt. Gerste-, Roggen- und Weizenproben, die von Böden der Gehaltsklassen D und E stammten (wo also aus Sicht der Pflanzenernährung keine Düngung nötig ist), wurden von der LUFA Nord-West auf Phosphor untersucht. Dabei wurden auch die Bodenart, die P-Düngermenge und z.T. die Getreidesorte erfasst. Neben  48 Proben der Gehaltsklasse D und E wurden auch 14 Proben der Klasse C untersucht. Werden letztere nicht berücksichtigt, ergeben sich aber keine höheren P-Gehalte.

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Kontakt:
Andrea Meyer
Fachreferentin Fütterung von Rindern und Schweinen, Futtermittelrecht, Futterberatungsdienst e.V., Versuchswesen Tier
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4521
E-Mail:


Stand: 11.03.2016



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