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CCM für Mastschweine

Corn-Cob-Mix (Maiskorn-Spindel-Gemisch) ist eine energie- und stärkereiche Komponente in der Schweinefütterung. CCM weist fast schon Körnermaisqualität auf, da kaum noch Spindeln mit geerntet werden. Deshalb ist die Bezeichnung „Körnermaissilage“ oftmals zutreffender als CCM.

Die Analysen der letzten Jahre zeigen, dass: CCM im Mittel mit geringen Rohfasergehalten von 2,8 bis 3,3 % in der Trockensubstanz geerntet wurde, die Stärkegehalte lagen bei über 70 %,  und die ME-Gehalte erreichten mit 14,0 MJ (88% TS)  das Niveau von Weizen. Da im Körnermais in diesem Jahr z.T. sehr hohe Gehalte der Fusariumtoxine DON (Deoxynivalenon) und ZEA (Zearalenon) ermittelt wurden, sollten auch beim CCM verdächtige Partien untersucht werden. Für eine erste Einschätzung bietet sich der ELISA-Test an, dessen Preis bei 30 € je Toxin liegt. Die aufwändige Exaktbestimmung mit der HPLC-Methode kostet bei der LUFA 93 € je Toxin.

Übersicht 1: CCM enthält wenig Rohfaser (Angaben je kg TS)

 

 

2014

2013

2012

2011

Trockensubstanz

Rohfaser

Rohprotein

Stärke

ME Schwein

pH-Wert

%

g

g

g

MJ

 

65,1

28

89

717

16,1

4,4

62,3

33

97

701

15,8

4,4

62,6

33

96

706

15,8

4,4

63,5

32

100

705

15,9

4,4

Im Vergleich dazu Körnermais (89 Proben, 100 % TS, LUFA Nord-West):
71,7 % TS, 97 g  Rohprotein, 25 g Rohfaser, 717 g Stärke, 16,5 MJ ME, 2,6 Lysin

Nicht zu rohfaserarm füttern
In diesem Jahr wurde CCM mit sehr wenig Rohfaser geerntet, so lag der Rohfasergehalt im Durchschnitt von mehr als 500 untersuchten Proben bei nur 2,8 % in 100 % TS. Rohfaserarmes CCM liefert zwar viel Energie, und für energiereiche Schweinefutter sind CCM-Rohfasergehalte von weniger als 4 % (bezogen auf TS) günstig. Bei hohen CCM-Anteilen ist aber darauf zu achten – insbesondere in Verbindung mit Weizen, Roggen oder Triticale –, dass genügend Rohfaser in der Mischung ist. Bei Mastschweinen sollte ein Wert von 3,5 % nicht unterschritten werden, für die Darmgesundheit sind höhere Werte förderlich. Eine bessere Strukturversorgung der Sauen durch faserreicheres CCM zu erreichen, ist nicht so vielversprechend wie allgemein erhofft, da sich die Rohfaser anderer Faserkomponenten,  z. B. Sojaschalen, physiologisch deutlich günstiger auswirkt. Auch Gerste kommt für diesen Zweck in Betracht.

Bei CCM-reichen Rationen sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Tryptophan geachtet werden, da Mais arm an dieser essenziellen Aminosäure ist. In diesem Jahr liegt der Fettgehalt bei 51 g /kg TS und damit um 5 g höher als im Vorjahr. Da das Maisfett hohe Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren (Polyensäuren) enthält, wird immer wieder auf den Einfluss auf die Speckkonsistenz hingewiesen. Da CCM einen Silierprozess durchlaufen hat, ist noch nicht ganz geklärt, ob CCM auf die Fettkonsistenz genauso wie der Körnermais wirkt. In einem Mastversuch der LWK mit 50 % Körnermais war zwar der Richtwert für den Anteil an Polyensäuren im Nackenspeck überschritten, grob sensorisch betrachtet gab es aber keine Auffälligkeiten.

Wie viele Spindeln?
Früher wurde allgemein ein Spindelanteil von 50 bis 80 % empfohlen. Mehr Spindeln bedeutet mehr Ertrag vom Acker. Zu beachten ist aber, dass bei hohen Spindelanteilen das Mykotoxinrisiko zunimmt. In alten Untersuchungen erbrachte ein um 10 % erhöhter Spindelanteil  einen Mehrertrag von etwa 2 bis 3 dt CCM (Basis 53 % TS) je ha, ausgehend von einem Korn:Spindel-Gewichtsverhältnis von 82:18 (auf TS-Basis). Heutige Sorten dürften eher einen Spindelanteil von 16 bis 17 % aufweisen, oder auch darunter. So wurden in österreichischen Untersuchungen Spindelanteile von unter 12 % im Maiskolben ermittelt. Mit größeren Sortenunterschieden ist also zu rechnen. Bei einem unterstellten Rohfasergehalt in der Spindel von 34 % in der TS würde bei einem Korn-Spindel-Verhältnis von 83:17 der Rohfasergehalt im CCM von ca. 32 auf 55 g je kg TS steigen, wenn sich der Spindelanteil im CCM von 10 auf 50 % erhöht. Würden alle Spindeln mitgeerntet, läge der Rohfasergehalt rechnerisch bei rund 80 g/kg TS. Aufgrund der Sortenunterschiede sowohl im Korn:Spindel-Verhältnis als auch im Rohfasergehalt der Spindeln (300 bis 380 g je kg TS in NRW, 1980) können diese Berechnungen nur grobe Anhaltswerte bieten. Entscheidend ist die betriebseigene CCM-Analyse, sie ist für eine exakte Rationsberechnung unabdingbar. Die NIRS-Untersuchung ist für 31 €, die Siebanalyse für 6 € bei der LUFA erhältlich. 

Vermahlen und verdichten
Was den Vermahlungsgrad betrifft, sollten mindestens 80 % der Teilchen  < 2 mm und max. 50 % < 1 mm sein. Eine zu feine Vemahlung kann die Magengesundheit beeinträchtigen. Um Probleme beim Verdichten der Silage zu vermeiden, sollten TS-Gehalte > 65 % nicht angestrebt werden. In diesem Jahr liegt aber der Mittelwert aber schon bei 65 %, was auf eine weit fortgeschrittene Abreife zum Erntetermin hindeutet. Zu hohe TS-Gehalte erschweren eine intensive Milchsäuregärung. Silierzusätze sind bei hohen TS-Gehalten empfehlenswert, so z. B. Säuren oder die weniger korrosiven NC-Produkte bei sehr trockenem CCM. Feuchte Chargen können bei einer Trockenfütterung problematisch sein, da das Futter in den Förderleitungen verklebt und im Automaten schlechter nachrutscht (Schimmelbildung!).

Für die Lagerstabilität ist eine ausreichende Verdichtung ganz entscheidend. Gerade in Betrieben mit ganzjähriger CCM-Fütterung kommt es darauf an, die aerobe Stabilität zu gewährleisten. Ansonsten können sich die Mikroorganismen, insbesondere Hefen, explosionsartig vermehren. Die Folge sind Nacherwärmungen im CCM-Haufen und hohe Nährstoffverluste. Weiterhin sind glatte Anschnittflächen und ein Vorschub von mindestens 15 cm/Tag (im Sommer > 20 cm/Tag) erforderlich.

Wie viel CCM ist in der Mischung? Hier wird der Anteil schon einmal überschätzt, da CCM ein feuchtes Futtermittel ist.

Übersicht 2: CCM-Anteile in der Ration

Anteil von CCM in der Ration auf Basis Frischsubstanz (60 % TS)

Anteil von CCM in der Ration auf Basis
88 % TS

40 %

60 %

80 %

31 %

51 %

73 %

Abschließend  ein Beispiel für eine dreiphasige Fütterung mit CCM.

Übersicht 3: Beispiele für eine Flüssigfutterration mit CCM (Angaben in %)

Mastabschnitt kg

 

30 - 60

60 - 90

90 - 120

Gerste

CCM (3,5 % Rohfaser i. TS)

Sojaschrot (42 % RP)

Mineralfutter

Wasser

 

9,5

17,2

6,0

0,80

66,5

9,5

18,25

5,0

0,75

66,5

9,5

19,8

3,5

0,70

66,5

1 kg Fließfutter

 

TS

MJ/kg

24,5

3,69

25,0

3,67

24,6

3,63

 

 


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4521
E-Mail:


Stand: 11.03.2016