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Lupinen in der Schweinemast

Der Anbau und die Verfütterung von Körnerleguminosen soll in Deutschland ausgeweitet werden. Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer Eiweißpflanzenstrategie das Ziel, mehr Eiweiß vom eigenen Acker zu produzieren. Mit Ausnahme der Fütterung in ökologisch wirtschaftenden Betrieben spielt der Einsatz heimischer Hülsenfrüchte in der Schweinemast bisher allerdings nur eine unbedeutende Rolle, und auch in Ökobetrieben ist der Anbau durch die Leguminosenmüdigkeit zurückgegangen.

Versuchsdurchführung in der LPA Quakenbrück

In der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück wurden je 60 Ferkel (Pi x Danzucht) nach Gewicht und Geschlecht (je 50 % Kastrate und weibliche Tiere) auf zwei Futtergruppen verteilt und in Einzelbuchten gehalten. Während das Futter der Versuchsgruppe in der Anfangsmast 15 % und in der Mittel- und Endmast 20 % Lupinen enthielt, stellten Soja- und Rapsextraktionsschrot sowie Schlempefutter die einzigen Eiweißkomponenten in der Kontrollgruppe dar. Das Futter der  Lupinen-Gruppe enthielt gegenüber der Kontrollgruppe in der Anfangsmast rund 4 % Sojaschrot  und 0,9 % Rapsschrot weniger, in der Mittelmast wurden der Sojaschrotanteil um 3 und der Rapsschrotanteil um 4,5 % reduziert, und im Endmastfutter waren keine Extraktionsschrote mehr enthalten. Damit der Rohproteingehalt von 14 % im Endmastfutter eingehalten werden konnte, wurde der Lupinenanteil auf 20 % begrenzt. Die im Versuch eingesetzte Lupinensorte Boruta enthielt 29,3 % Rohprotein, 4,4 % Rohfett, 18,2 % Rohfaser, 1,54 % Lysin und 0,19 % Methionin.

Tabelle 1: Übersicht über die zwei Futtergruppen

 

 

Kontrollgruppe

Lupinen-Gruppe

 

 

 

Lupinenanteil

Mastabschnitt

 kg

 

26 - 60

 

60 - 90

 90 - 124

15 %
26 - 60

20 %
60 - 90

20 %
90 - 124

Rohprotein

Lysin

ME

%

%

MJ/kg

17,0

1,10

13,4

15,5

 0,95

13,0

14,0

 0,90

13,0

17,0

1,10

13,4

15,5

 0,95

13,0

14,0

 0,90

13,0

Die Prüfung umfasste den Gewichtsbereich von 26 bis 124 kg. Zwischenwägungen wurden bei jedem Futterwechsel vorgenommen.

Tabelle 2: Futteranalysen

 

 

 

Kontrolle

VM

Kontrolle

MM

Kontrolle

EM

Lupinen

VM

Lupinen

MM

Lupinen

EM

Rohprotein

ME

Lysin                          

Methionin+Cystin

Threonin

Phosphor

%

MJ/kg

%

%

%

%

16,3

13,3

1,09

0,60

0,65

0,47

15,0

13,1

0,93

0,53

0,54

0,50

13,2

12,8

0,87

0,49

0,46

0,49

16,3

13,2

1,02

0,57

0,62

0,53

15,0

12,9

0,91

0,52

0,52

0,48

14,3

12,8

0,92

0,52

0,51

0,52

Tageszunahmen von 970 g

In diesem Versuch erreichten die Schweine durchschnittliche Tageszunahmen von 971 g,  der  Futteraufwand je kg Zuwachs lag bei 2,56 kg. Die Mastleistungen beider Gruppen waren gleich. In der Endmast ab 90 kg nahmen die Tiere mit im Mittel fast 1030 g noch mehr zu als in der Mittelmast. Die mit Lupinen gefütterten Schweine fraßen mit 2,50 kg/Tag noch etwas mehr als die Kontrolltiere, in der Anfangsmast war der Unterschied signifikant. Die in der Praxis immer noch diskutierten Akzeptanzprobleme treten folglich nicht auf.

Die Schweine wurden im Vion-Schlachthof in Emstek geschlachtet, die Klassifizierung der Schlachtkörper erfolgte nach AutoFOM. Bis auf die Indexpunkte/kg Schlachtkörpergewicht wurden keine signifikanten Unterschiede in der Schlachtkörperbewertung festgestellt. Die Kontrolltiere erzielten 1,022 und die mit Lupinen gefütterten Schweine 1,011. In der Kontrollgruppe schieden vier Tiere vorzeitig aus, die Ursachen waren Darmverdrehung, Entwicklungsstörung und zweimal Lungenentzündung.

Gegenüber Soja- und Rapsextraktionsschrot weisen die heimischen Körnerleguminosen geringere Rohproteingehalte auf, so enthalten Ackerbohnen etwa 25 bis 26 % und Erbsen 20 bis 22 %. Bei den Lupinen werden Blaue, Weiße und Gelbe Lupinen unterschieden, ihre Eiweißgehalte reichen von etwa 29 bis 38 %. Wegen der Anfälligkeit gegenüber der Pilzkrankheit Anthraknose spielt derzeit nur die Blaue Lupine eine gewisse Rolle. Die Lupinen zeichnen sich im Vergleich zu Ackerbohnen und Erbsen durch eine höhere praecaecale Verdaulichkeit der Aminosäuren aus. Da kaum aktuelle Ergebnisse aus Fütterungsversuchen vorliegen, führte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück einen Versuch durch, um zu prüfen, welche Leistungen Mastschweine heutiger Genetik mit Lupinen als Proteinergänzung erzielen können. In zuvor abgeschlossenen Mastversuchen mit Ackerbohnen und Erbsen wurden sehr gute Ergebnisse erreicht.

Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte der angehängten Datei.


Kontakt:
Andrea Meyer
Fütterung von Rindern und Schweinen, Futterberatungsdienst e.V.
Telefon: 0511 3665-4479
Telefax: 0511 3665-4521
E-Mail:
Wolfgang Vogt
Versuchswesen
Telefon: 05431 90309-12
Telefax: 05431 90309-16
E-Mail:


Stand: 11.03.2016



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