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Neues Projekt zur teilflächenspezifischen N-Düngung gestartet

Das Projekt Precise Nitrogen untersucht, ob Mikroklimasensoren und Fernerkundungsdaten dabei helfen können, die Stickstoffdüngung im Winterweizen auf Schlagebene zu optimieren.
Finanziert durch die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP Agri) arbeiten Wissenschaftler der Universität Göttingen, des Julius Kühn-Instituts, der LUFA Nord-West, der LWK Niedersachsen und des NAN e.V. zusammen mit vier Projektbetrieben daran, digitale Techniken in der Praxis nutzbar zu machen.

Teilflächenbewirtschaftung
Die Teilflächenbewirtschaftung oder Präzisionslandwirtschaft gilt als Schlüssel um Dünge- und Pflanzenschutzmengen innerhalb eines Schlages besser zu verteilen. Denn in der Praxis ist die Entwicklung der Pflanzenbestände oft sehr heterogen und so auch der Bedarf an Dünge- und Pflanzenschutzaufwendungen. Neben landwirtschaftlichem Erfahrungswissen liefern Satellitendaten, elektrische Leitfähigkeitsmessungen oder die gründliche Kartierung des Bodens zusätzliche Informationen, um bei der Bewirtschaftung innerhalb eines Schlags zu differenzieren. Das Ziel ist letztlich immer, das Ertragspotenzial in allen Teilarealen auszuschöpfen, die Qualitätsziele des Produkts zu erreichen (Stichwort Proteingehalt im Weizen) und gleichzeitig die Emissionen in die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Dynamischer Boden
Die große Unbekannte ist und bleibt die Pflanzenverfügbarkeit des im Boden befindlichen Stickstoffs. Je nach Standort ist ein sehr großer Stickstoffvorrat von mehreren Tonnen pro Hektar vorhanden, doch davon ist nur ein Bruchteil pflanzenverfügbar. Zwar kann die etablierte Nmin-Methode den verfügbaren Bodenstickstoff zu Beginn der Vegetationsperiode bestimmen, die weitere Nährstoffdynamik von Frühjahr bis Herbst lässt sich hiermit aber nicht zuverlässig erfassen. Dies liegt vor allem daran, dass verschiedene Bodenbedingungen und das von Jahr zu Jahr unterschiedliche Witterungsgeschehen starke Auswirkungen auf die mikrobielle N-Freisetzung im Boden haben. Neben pH-Wert und Schadstoffen beeinflussen vor allem Bodentemperatur und -feuchte die Stickstoffdynamik im Boden maßgeblich. Da Niederschläge oft nur kleinräumig fallen, bilden die Daten von fest installierten Wetterstationen die Bedingungen im Feld oft nicht genau genug ab. 

Erfassung von Mikroklimadaten
Eine Abhilfe könnten kostengünstige Mikroklimasensoren schaffen, die in Precise Nitrogen erstmalig großflächig unter Praxisbedingungen getestet werden. Die Sensoren werden mitten im Weizenbestand installiert und messen über einen Elektroimpuls fortlaufend Bodentemperatur und -feuchte. Die so ermittelten Daten senden sie unter Nutzung eines niederfrequenten Funksignals an eine ans Internet angeschlossene Funk-Basisstation. Somit sind die erhobenen Mikroklimadaten in Echtzeit abrufbar. Diese Datengrundlage bietet die Möglichkeit, vorhandene Simulationsmodelle zu Boden- und Pflanzendynamik zu verbessern. Zusätzlich werden frei verfügbare Satellitendaten sowie Bewirtschaftungsdaten im Modell verarbeitet. Das so entstandene On-Farm-Management-System ermöglicht es eine individuelle Düngeempfehlung abzuleiten.

 

Mikroklimasensor der Agvolution GmbH
Mikroklimasensor der Agvolution GmbHLinda Tendler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Praxisversuche sind geplant
Ob die Modellprognose gegenüber herkömmlicher Verfahren besser geeignet ist die Nährstoffdynamik im Boden abzubilden, wird sich in den Versuchsjahren 2021 und 2022 zeigen. Hier werden die Düngeempfehlungen nach dem On-Farm-Management-System im Vergleich zu anderen Düngevarianten auf vier Betrieben im Praxiseinsatz getestet. 
Dabei reichen die betrachteten Standorte, die alle im Raum Braunschweiger Land liegen, von sehr fruchtbaren Böden mit mächtiger Lössauflage bis zu sandigen Böden unter Bewässerung. Neben sehr homogenen Schlägen werden auch solche mit stark wechselnden Bodenbedingungen untersucht. So kann der Frage nachgegangen werden, ob sich die Teilflächenbewirtschaftung auch auf vermeintlich homogenen Standorten lohnt.
Der Einfluss der verschiedenen Düngesysteme wird durch vegetationsbegleitende Messungen wie der Bestimmung des Nitratgehalts im Pflanzensaft fortlaufend begleitet. Auch Drohenüberfliegungen mit moderner Kameratechnik sind innerhalb des Projekts eingeplant.
Letztlich entscheidet das Ertragsergebnis, ob das innovative Düngesystem durch eine optimierte N-Düngung dazu beitragen kann Ansprüche von Ökonomie und Ökologie miteinander zu vereinen.

 

 

 

 

Vorgehen im Projekt Precise Nitrogen
Vorgehen im Projekt Precise NitrogenLinda Tendler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft “Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft” (EIP Agri) gefördert.
 

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Kontakte


Linda Tendler

0531 28997-245

linda.tendler~lwk-niedersachsen.de

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