Bezirksstelle Emsland
Webcode:01037281

Was darf ich im Herbst düngen?

Grundsätzlich gilt: In diesem Herbst gelten auch in den roten Gebieten noch die bekannten Regelungen aus dem Vorjahr. Nur nach Getreide zu Winterraps, Wintergerste, Feldfutter und Gründüngungszwischenfrucht ist es möglich im Herbst zu düngen, wenn ein Düngebedarf besteht. Zu beachten ist allerdings, dass eine Düngung im Herbst zu Raps oder Gerste im Frühjahr vollumfänglich auf den Düngebedarf anzurechnen ist. Daher stellt sich die Frage, ob diese Maßnahme wirklich effizient und notwendig ist. Versuche zu dieser Thematik in den letzten Jahren, haben gezeigt, dass der Stickstoff in den meisten Fällen im Frühjahr deutlich effizienter angelegt ist als im Herbst. Nach und zu allen anderen Kulturen ist keine N- Düngung möglich!

Die sofortige Einarbeitung von Gülle ist eine der kostengünstigsten Maßnahmen zur Minderung von Ammoniakemissionen
GülleausbringungAnsgar Lasar
Gemäß der Düngeverordnung ist die Düngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht nur eingeschränkt erlaubt. Voraussetzung der Düngung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss. Ob eine im Herbst angebaute Kultur einen N-Düngebedarf hat oder nicht ist dabei auch vom Humusgehalt des Bodens und der Düngungshistorie abhängig. Beträgt der Bodenhumusgehalt über 4 % liefert der Boden in der Regel genügend Stickstoff nach. Im Bodenuntersuchungsergebnis ist die Humusklassifizierung mit den Symbolen „h“ „sh“, „a“ oder „H“ gekennzeichnet ist. Weiterhin ist entscheidend, ob eine Fläche langjährig organisch gedüngt wurde oder nicht. Da es für diesen Begriff keine klare Definition gibt, wurde festgelegt, dass die Phosphorversorgung des Bodens als Maßstab herangezogen werden kann: Wenn die Phosphorgehalte im Boden mehr als 13 mg P/100 g Boden betragen, wird davon ausgegangen, dass diese Fläche langjährig organisch gedüngt wurde.

Beachten Sie bitte, dass nicht nur organische Düngemittel, sondern auch N- Mineraldünger bei der Planung einzubeziehen sind!

Wenn Sie ihre Zwischenfrüchte für das Greening anrechnen lassen möchten, beachten Sie bitte, dass die Aussaat bis zum 01.10. stattgefunden haben muss und bei öVF kein mineralischer Dünger und Klärschlamm möglich sind, sondern nur organische Düngung erlaubt ist.

Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema finden Sie auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Niedersachen unter dem Webcode 01036991 oder im Hinweis zum Integrierten Pflanzenschutz der Fachgruppe 3 der Bezirksstelle Emsland.

Bei Fragen melden Sie sich gerne bei Ihrer Bezirksstelle in Meppen!

 

Kontakte

Dipl.-Ing. agr.
Holger Hoffstall

Leiter Fachgruppe Pflanze

 05931 403-206

  holger.hoffstall~lwk-niedersachsen.de


Vera Bruns
M.Sc.
Vera Bruns

Beraterin Pflanzenbau u. Pflanzenschutz, Saatgutanerkennung und Saatgutverkehrskontrolle

 05931 403-205

  vera.bruns~lwk-niedersachsen.de


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