Bezirksstelle Emsland
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Pastinake lecker, gesund und aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Bis ins 18. Jahrhundert zählten Pastinaken, auch Germanenwurzel genannt, bei uns zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Man fand sie damals fast in jedem Kochtopf, bis sie durch Kartoffeln und Möhren verdrängt und in einen langen Dornröschenschlaf geschickt wurden.

 

Pastinaken
 Pastinaken PublicDomainPicturen / pixabay.com

Das Ende des Dornröschenschlafes

Pastinaken sind wieder im kulinarischen Trend und nicht nur bei Sterneköchen gefragt. Kein Wunder, denn sie punkten in Sachen Geschmack, Gesundheit und Vielseitigkeit.

Geschmack: Pastinaken schmecken leicht süßlich, würzig und angenehm nussig. Ihr Aroma verbessert sich, wenn die Pflanze etwas Frost abbekommen hat. Im Verbund mit KK, den Kartoffeln und Karotten, schmecken sie besonders intensiv. Zusammen mit Kartoffeln lassen sie sich daher z. B. auch hervorragend zu einem Kartoffelpüree mit besonderer Geschmacksnote verarbeiten.

Gesund & leicht bekömmlich. Reich an Mineralien, ätherischen Ölen, Ballaststoffen und Kohlenhydraten. Sie sättigen sehr gut und sind - da sie leicht verdaulich sind - besonders für Menschen mit empfindlichen Magen oder als Babynahrung geeignet und auch sehr beliebt.

Saison, Ernte: Die Ernte beginnt im September, Oktober. Von November bis zum Frühjahr (März) ist das Angebot besonders vielfältig. Pastinaken sind winterhart und bei Temperaturen unter zwei Grad Celsius monatelang lagerfähig.

Einkauf: Je kleiner desto besser. Kleine Pastinaken sind besonders zart. Die Haut sollte straff, fest und weder welk noch verschrumpelt sein.

Lagerung: Pastinaken lassen sich ideal in einer Erdmiete oder in einem kühlen Keller lagern. Alternativ ist das Gemüsefach des Kühlschrankes der richtige Lagerort. Dazu die Pastinaken in ein feuchtes aber nicht nasses Küchentuch einwickeln, damit die Wurzeln weder austrocknen noch schimmeln.

Verarbeitung Wie Möhren lassen sich auch Pastinaken zubereiten: Gründlich unter fließendem Wasser waschen, putzen, schälen und dann entsprechend der Vorgaben des Rezeptes ganz, halbiert und in Scheiben geschnitten garen. Oder roh belassen, klein schneiden und genießen oder raspeln und in einen Salat geben.

So schmecken Pastinaken. Roh, gedünstet, frittiert oder knusprig gebraten, als deftiger Eintopf, Salat oder Suppe. Als Püree oder Soufflé. In Gemüseeintöpfen zusammen mit Kartoffeln, Möhren, Kürbis ohne oder mit Fleisch. Als Beilage zu Braten oder kurz gebratenem Fleisch oder auch zu Bratfisch....

Tipp: Aufgrund ihrer leichten Süße eignen sich Pastinaken auch als Zutat in Süßspeisen. Wie wäre es mit einem Pastinaken-Muffin oder Pastinaken-Schoko-Törtchen?

Wer das winterharte regionale Wurzelgemüse nicht im eigenen Garten hat und direkt beim Erzeuger kaufen möchte, sollte unter www.service-vom-hof.de nachsehen.

 

Rezeptvorschläge

 

Pastinaken-Suppe mit gerösteten Haselnüssen

Für 4 Personen

Zutaten:

700 g        Pastinaken (ergibt ca. 500 g geputzt)

    1          Stückchen Ingwer-Knolle (ca. 2 cm lang)

    1          Zwiebel

    2  EL    Rapsöl

    ¼ TL    Kreuzkümmel

    ¼ TL    Cayenne-Pfeffer

800  ml    Gemüsebrühe (Instant)

200  ml    fettarme Milch (1,5 Prozent Fett)

  40  g      gehobelte Haselnüsse

     Jodsalz

     Pfeffer

 

Zubereitung:

Pastinaken waschen, putzen, schälen und grob würfeln. Ingwer dünn schälen und fein hacken oder auf einer scharfen Reibe zerkleinern. Zwiebeln abziehen und fein würfeln. Rapsöl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten dünsten.

Ingwer, Kreuzkümmel und Cayenne-Pfeffer zufügen, umrühren und kurz mitdünsten.

Pastinaken zugeben, gut umrühren, Gemüsebrühe angießen und Pastinaken bei geringer bis mittlerer Hitze ca. 15 Minuten garen. Die Pastinaken sollten weich, aber nicht matschig sein.

Suppe fein pürieren, Milch zufügen, nochmals abschmecken und mit Salz und Pfeffer würzen.

Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Suppe auf vier Teller verteilen und Haselnüsse aufstreuen. Sofort servieren.

TIPP:

Statt frischen Ingwer können Sie auch ¼ TL Ingwerpulver verwenden. Falls Sie keinen Ingwer mögen, geben Sie beim Abschmecken einfach die fein abgeriebene Schale einer halben Zitrone hinzu.

 

 

Kartoffel-Pastinaken-Püree mit Hackfleisch-Bällchen

Für 4 Personen

Zutaten:

600 g       Kartoffeln

250 g       Pastinaken

                 Salz

    2          Möhren

    2 EL     Rapsöl

400 g       Rinderhackfleisch

    1           Ei

  60 g       kernige Haferflocken (4 EL)

     Pfeffer

     Paprikapulver

150 ml      heiße Milch (3,5 % Fett)

    1 EL     Butter (15 g)

    5 g       Basilikumblätter (1 Handvoll)

 

Zubereitung:

Kartoffeln und Pastinake schälen, waschen, klein schneiden und in kochendem Salzwasser ca. 15 Min. garen.

Möhren putzen, schälen und raspeln. 1 EL Öl in einer heißen Pfanne erhitzen. Möhrenraspeln darin bei mittlerer Hitze etwa 4 Minuten braten, dann mit Hackfleisch, Ei und Haferflocken verkneten. Hackmasse mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und daraus mit feuchten Händen ca. 12 Bällchen formen. In einer Pfanne restliches Öl erhitzen. Hackbällchen darin von allen Seiten 10 Minuten braten.

Inzwischen Kartoffeln und Pastinake abgießen, kurz ausdampfen lassen und mit einem Kartoffelstamper zerstampfen. Milch und Butter unterrühren. Püree mit Salz und Pfeffer abschmecken. Basilikum waschen, trocken schütteln und in Streifen schneiden.
Hackbällchen mit dem Püree servieren und mit Basilikum bestreuen.

 

 

Pastinaken-Mandel-Muffins

Für 12 Muffins

Zutaten:

150 g       Pastinaken

150 g       Weizenmehl

    2 TL     Backpulver

  75 g       gemahlene Mandeln

175 g       Butter (weich)

    1 Pk.    Vanillezucker

                 Salz

    3           Eier (Kl. M)

100 g        Mandelkerne

    2 EL     Aprikosenkonfitüre

 

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Pastinaken putzen, schälen und grob raspeln. Mehl, Backpulver und Mandeln mischen.

Butter, Zucker, Vanillezucker und 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührgerätes mind.
5 Minuten cremig schlagen. Eier nacheinander jeweils mind. 1 Minute unterrühren. Mehlmischung kurz unterrühren. Die Pastinaken unterheben.

Den Teig in die Mulden eines mit je 2 Papiermanschetten ausgelegten Muffin-Blechs
(12 Stück) verteilen. Im Backofen (mittlere Schiene) ca.25 Minuten backen.

Mandelblättchen in einer heißen Pfanne ohne Fett 3 – 4 Min. goldbraun rösten.

Aprikosenkonfitüre mit 1 EL Wasser glattrühren. Abgekühlte Muffins damit besteichen und mit Mandelblättchen bestreut servieren.

Tipp:

Pastinaken lassen sich am besten auf der groben Seite einer Vierkantreibe raspeln.

 

 

 

 

 

 

Kontakte

Beate Langenhorst
Dipl.oec.troph.
Beate Langenhorst

Beraterin Ernährung, Lebensmittelqualität, Bauernhofcafe

 0591 9665669-118

  beate.langenhorst~lwk-niedersachsen.de


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