Bezirksstelle Emsland
Webcode:01040991
Stand:30.09.2022

GAP-Regelungen 2023 - Aktueller Stand

Nach der Einigung der Agrarminister von Bund und Bundesländern gibt es zumindest für das Jahr 2023 einigermaßen Planbarkeit. Endgültige Sicherheit wird es wohl erst mit der Genehmigung des deutschen Strategieplanes durch die EU-Kommission geben. Hier der aktuelle Stand.

Blühfläche in Echem
Blühfläche in EchemReinhold Koch
Wesentlich für die Anbauplanung sind die Konditionalitäten, also die Bedingungen, die für den Erhalt der Einkommensgrundstützung (ca.156 €/ha) und der Umverteilungsstützung (ca. 69 € für die ersten 40 ha; ca. 42 Euro für den 41. – 60. Hektar) notwendig sind.


Flächenstilllegung (GLÖZ 8)

Die notwendige Flächenstilllegung von 4 % der Ackerfläche wird für 2023 so verändert, dass sie auch durch den Anbau von Getreide (ohne Mais), Leguminosen oder Sonnenblumen erfüllt ist.

Ausnahme: Wenn im Rahmen der Ökologischen Vorrangfläche oder der Herausnahme aus der Produktion Ackerflächen im Jahr 2021 und 2022 stillgelegt waren, so müssen sie auch weiter als Teil der 4%igen Stilllegung stillgelegt bleiben. 


Fruchtwechsel auf Ackerland (GLÖZ 7)

Mit dem 31.12.2022 endet die bisherige Anbaudiversifizierung. Die ab dem 01.01.2023 eigentlich folgende Fruchtwechselverpflichtung wird 2023 ausgesetzt. Somit wäre es im Extremfall möglich, die Ackerfläche mit 4 % Getreide (siehe Flächenstillegung) und 
96 % Mais zu bestellen. Doch Vorsicht!: Im Jahr 2024 gibt es dann erhebliche Probleme bei der Einhaltung der Fruchtfolgeverpflichtung.                                                                                                                                                                                            

Fruchtwechselverpflichtung GAP 2023-2027
Fruchtwechselverpflichtung GAP 2023-2027Hermann Diekmann
 Obwohl sie im Detail noch nicht feststeht, wird sie voraussichtlich für mindestens 33% des betrieblichen Ackerlandes gegenüber dem Vorjahr einen Fruchtwechsel fordern. Für weitere mindestens 33 % des Ackerlandes muss ebenfalls ein Fruchtwechsel stattfinden oder vor dem 2. Anbau der gleichen Hauptfrucht eine Zwischenfrucht angebaut werden. Für das restliche Ackerland ist spätestens im 3. Jahr (1. Basisjahr ist 2022) ein Fruchtwechsel durchzuführen.

Der rechnersich maximale Maisanteil im Mittel der kommenden Jahre liegt damit bei gut 63%. In der Praxis kann er etwas geringer ausfallen. Diese Begrenzung des Maisanteil ist auch schon 2023 einzuhalten, wenn auch in den Folgejahren ein GAP-Antrag gestellt werden soll.

Die Fruchtwechselverpflichtung gilt nicht für bestimmte Kulturen wie Ackergras oder Grassamenproduktion. Grundsätzlich befreit von der Fruchtwechselverpflichtung sind Betriebe unter 10 Hektar Ackerfläche sowie zertifizierte Ökobetriebe.,  

 

Mindestbodenbedeckung im Winter (GLÖZ 6)

Die neuen GAP-Regelungen gelten erst ab dem 01.01.2023, so dass die Mindestbodenbedeckung erst im Winter 2023 - 24 gefordert werden kann.

Achtung: Anders verhält es sich mit Vorgaben der Düngeverordnung: Bisher wurde in Roten Gebieten zur Erfüllung des Zwischenfruchtanbaugebots, wenn die Vorfrucht vor dem 01.10. geerntet wird und die nachfolgende Sommerung gedüngt werden soll, die Aussaat von Roggen als Gründüngungszwischenfrucht seitens des nds. Landwirtschaftsministeriums (ML) nicht akzeptiert, weil vor dem Aspekt des Grundwasserschutzes auf die deutlich höhere Nährstoffaufnahme zweiblättriger Zwischenfruchtarten hingewiesen wurde. 

Aufgrund der Trockenheit in diesem Jahr und der damit verbundenen erhöhten Schwierigkeit bei der Etablierung von Zwischenfrüchten - gerade von solchen mit einem hohen Keimwasserbedarf - wird in diesem Herbst zunächst einmalig der Anbau von Roggen als Zwischenfrucht auch in roten Gebieten vom ML akzeptiert. Voraussetzung ist eine aktive Aussaat, welche natürlich sowohl durch eine Drillmaschine, als auch durch den Lehner- oder Düngerstreuer gewährleistet wird. Am Ende zählt das Ergebnis.
 

Pufferstreifen entlang von Gewässern (GLÖZ 4)

Gewässerrandstreifen dürfen in einer Breite von 3 Metern in jedem Falle nicht gedüngt werden. Auch der chemische Pflanzenschutz ist untersagt.

Auf der Ebene des Fachrechts werden seit dem 01. Juli 2022 ebenfalls strengere Regeln angewendet: So gelten die oben genannten Verbote bei Gewässer 1. Ordnung auf einer Breite von 10 Metern, bei Gewässern 2. Ordnung auf den ersten 5 Metern und bei Gewässern 3. Ordnung auf den ersten 3 Metern ab Böschungsoberkante. Im Rahmen des Niedersächsischen Weges wurde für diese Einschränkungen pauschale Ausgleichszahlungen in Höhe von um die 700 Euro je Hektar tatsächlich betroffener Fläche vereinbart, die im Rahmen der ANDI-Antragstellung 2023 mit beantragt werden können.

Sogenannte „trockenfallende Gewässer“ (weniger als 6 Monate wasserführend; in einem offiziellen Verzeichnis geführt) sind vom Ausgleich ausgeschlossen, werden aber vermutlich von den Verboten GLÖZ 4 erfasst werden. 

„Gewässer von untergeordneter Bedeutung“ (= Entwässern nur die Flächen eines Eigentümers) sind von den Randstreifenregelungen sowohl im Förderrecht als auch im Fachrecht nicht betroffen, so dass hier nur ein Vorsorgeabstand von einem Meter einzuhalten ist. Ausgenommen von kleinen Stichgräben kann es jedoch sehr problematisch sein nachzuweisen, dass der Graben nur Flächen eines Eigentümers entwässert. Dies gilt in gleicher Weise für Wege-Straßen-Seiten-Gräben. Es ist die Aufgabe jedes Einzelnen, hier eine realistische Einschätzung vorzunehmen und entsprechend zu handeln.

Da es 2023 keine Flächenstilllegung gibt, können - vorbehaltlich der Genehmigung der EU - für die Gewässerrandstreifen im kommenden Jahr die Ausgleichszahlungen nach dem Niedersächsischen Weg beantragt werden (Nähere Informationen). Dabei ist es egal, ob die Fläche bis zur Böschungskante bestellt und auch beerntet wird. "Lediglich" Düngung und Pflanzenschutz sind untersagt. Die Praktikabilität ist natürlich von der angebauten Kultur abhängig. Alternativ kann der Gewässerrandstreifen separat eingesät werden. Dazu bieten sich Kleegras oder eine Gräsermischung an. Beispielhaft sei an dieser Stelle nochmals die Mischung LJ Gewässerrand mit 50 % Rotschwingel, 30 % Dt. Weidelgras, 10 % Weißklee und je 5 % Rot- und Inkarnatklee genannt.

 

Dauergrünland (GLÖZ 1, GLÖZ 9)

Für die Umwandlung von Dauergrünland (DGL) gelten abhängig vom Jahr der Entstehung des Dauergrünlandes folgende Regelungen: 
DGL bereits vor 2015: Genehmigung und Bereitsstellung Ersatzdauergrünland sind notwendig.
DGL 2015 – 2020: Genehmigung ist notwendig. Nicht aber Ersatzdauergrünland.
DGL ab 2021: Weder eine Genehmigung noch Ersatzdauergrünland sind notwendig; es besteht lediglich eine Anzeigepflicht.

Für umweltsensibles Dauergrünland (= Dauergrünland in FFH- und Vogelschutzgebieten) gilt ein grundsätzliches Umwandlungsverbot und eine Anzeigepflicht für Maßnahmen der Grasnarbenerzeugung.

Die mehrfach angekündigten Informationsveranstaltungen werden wegen der anhaltenden Unsicherheiten verschoben. Sobald der noch von Deutschland zu überarbeitende Strategieplan von der EU genehmigt ist, werden wir emslandweit Informationsveranstaltungen zur neuen GAP anbieten.

Für Fragen stehen Ihnen die GAP-Berater der Bezirksstelle Emsland gern zur Verfügung:
Robert Borchers, Außenstelle Aschendorf, 04962/9183-36
Otto Pieper, Außenstelle Aschendorf, 04962/9183-25
Johannes Bauer, Bezirksstelle Emsland, 05931/403-105
Reinhard Kurlemann, Bezirksstelle Emsland, 05931/403-106
Hermann Diekmann, Außenstelle Lingen, 0591/966 5 669-111
Hendrik Jan Slikkers, Außenstelle Grafschaft Bentheim, 05941/9265-25

 

 

 

 


 

Kontakte

Hermann Diekmann

Hermann Diekmann

Außenstellenbeauftragter Außenstelle Lingen

0591 9665669-111

hermann.diekmann~lwk-niedersachsen.de

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