Bezirksstelle Osnabrück
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Für die jungen Macher – Wie sich unsere frischgebackenen Landwirtschaftsmeister|Innen vorbereitet haben

Berufliche Bildung und Weiterbildung ist auf vielen Wegen möglich. In der Landwirtschaft steht der klassische Abschluss „Meister“ nach wie vor hoch im Kurs. In Bersenbrück findet regelmäßig ein Meisterkurs statt. Im Oktober 2021 starteten 19 junge motivierte Landwirte und Landwirtinnen ihre zweijährige Meisterfortbildung. Im Rahmen einer Feierstunde konnten die letztjährigen "frisch gebackenen" Meister ihre Meisterbriefe im Empfang nehmen.

Optimierungsbedarf gibt es in jedem Betrieb. Mögliche Schwachstellen systematisch aufzuspüren ist nicht so einfach und muss zunächst erlernt werden. Über die Landwirtschaftsmeisterprüfung haben junge Landwirte die Gelegenheit, sich intensiv mit Fragen der Betriebsorganisation und Unternehmensführung auseinanderzusetzen, dabei die vorhandenen Produktionszweige näher zu untersuchen und Möglichkeiten für Verbesserungen aufzuzeigen. 
In ihrer Meisterarbeit durchleuchten die Anwärter sämtliche Bereiche ihrer Betriebe in betriebswirtschaftlicher, aber zum Beispiel auch in düngerechtlicher Hinsicht. „Bei unseren angehenden Meistern sind steuerliche Betriebsteilungen fast schon die Regel“, so Franz-Josef Schoo, Bildungsbeauftragter der Bezirksstelle Osnabrück. Da müsse der gesamte Betrieb richtig erfasst werden. Wichtiger Bestandteil der Meisterausbildung ist die Planung der weiteren betrieblichen Entwicklung, die mittel- oder langfristigen Anpassungen an neue Umwelt- oder Tierhaltungsstandards stehen im Vordergrund. Die betriebs- und arbeitswirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Strategien werden analysiert, um geeignete Betriebsentwicklungen zu entscheiden. 

An der Außenstelle Bersenbrück beginnt alle zwei Jahre ein neuer Kurs, der nächste im Herbst 2023. Zu Beginn werden die praktischen Arbeitsprojekte vergeben. So ist genügend Zeit, eine aktuelle und für den Betriebsschwerpunkt wichtige Fragestellung zu bearbeiten. An der Katholischen Landvolkhochschule Oesede werden die Themen Berufs- und Arbeitspädagogik sowie Mitarbeiterführung vermittelt. Ergänzend wird im Meisterkurs für zwei Tage das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem besucht, hier steht die Produktionstechnik im Vordergrund. Der Fachunterricht zur Betriebswirtschaft, Sozioökonomie, zum Pflanzenbau/-schutz sowie zur Tierhaltung findet an zwei bis drei Vormittagen in der Woche an der Außenstelle Bersenbrück statt. Daneben werden gemeinsam Vortragsveranstaltungen besucht, Feldbegänge und Besichtigungen im vor- und nachgelagerten Bereich durchgeführt. Die Meisterprüfung führt u.a. auch zur Ausbildungsberechtigung.

Landwirtschaftliche Mitunternehmerin
Ein großer Teil des Fachunterrichts findet auf den Anwärterbetrieben statt.Production Perig / stock.adobe.com
Eine Besonderheit in Bersenbrück ist seit vielen Jahren die von Gerd Hermeling und seinem Kollegen Dr. Georg Teepker organisierte „Sommertour“. Etwa von Mai bis September findet ein großer Teil des Fachunterrichts, speziell in der Tierhaltung, auf den Anwärterbetrieben statt. „Unser Ziel dabei ist, dass jeder Anwärter jeden Betrieb des laufenden Kurses kennenlernt“, erzählt Dr. Georg Teepker. Die Neugier, wie es bei Berufskollegen läuft, ist immer groß. Entsprechend hoch ist auch die Motivation, den eigenen Betrieb interessant darzustellen. „Besondere Bereiche wie spezielle Vermarktungswege, Dienstleistungsangebote oder auch die besondere örtliche Lage eines Betriebes sorgen dabei für intensive Diskussionen“, erzählt Gerd Hermeling. Zum „Unterricht“ auf dem Betrieb gehört nicht nur die Vorstellung des eigenen Arbeitsprojektes des jeweiligen Meisteranwärters, sondern immer auch ein Kurzreferat eines anderen Meisteranwärters zu einem Fachthema aus der Tierhaltung. Der Austausch zu fachlichen Schwerpunkten, die nicht den eigenen Betrieb betreffen, sind sehr wichtig. Die intensive Vorbereitung auf die eigenen Betriebsbesuche und die fachlichen Beiträge kommen sehr gut an. Ein respektvoller Umgang der Gruppe miteinander ist dabei immer Richtschnur. 

Feierliche Übergabe der Meisterbriefe
Feierliche Übergabe der MeisterbriefeGerd Hermeling
Nach über zweieinhalb Jahren nach dem Startschuss – davon zwei Jahre Vorbereitungskurs und fast ein dreiviertel Jahr Wartezeit wegen Corona – konnten nunmehr 15 Absolventen des Meisterkurses Bersenbrück ihre Meisterbriefe im Rahmen einer Feierstunde im Saal Böhmann in Eggermühlen in Empfang nehmen. Nachdem der Bildungsbeauftragte und Kursleiter Franz-Josef Schoo die Absolventen mit ihren Partnern und Partnerinnen sowie den Eltern begrüßt hatte, sprach der Kreislandwirt des Landkreises Osnabrück Johannes Schürbrock den frischgebackenen Meisterinnen und Meistern die herzlichsten Glückwünsche aus. Er ermunterte die Absolventen ihr erworbenes großes Know-how auch in den verschiedenen ehrenamtlichen Gremien einzusetzen. „Sie werden gebraucht – es sind für Sie immer Plätze frei“ so der Tenor seiner Ausführungen.

Gratulation für den jahrgangsbesten Landwirtschaftsmeister
Gratulation für den jahrgangsbesten LandwirtschaftsmeisterGerd Hermeling
Eine besondere Ehrung konnte Franz-Josef Schoo mit einem gewissen Stolz vornehmen. Hendrik Büscher aus Südmerzen war in 2021 der jahrgangsbeste Landwirtschaftsmeister nicht nur in Bersenbrück, sondern in ganz Niedersachsen!

Der Meisterkurs ist keineswegs nur etwas für Landwirte mit eigenem Betrieb. Eine zunehmende Anzahl der Meisteranwärter ist als Arbeitnehmer tätig. Der Meisterkurs bietet offensichtlich auch für Landwirte ohne eigenen Betrieb eine Perspektive sich für Leitungsaufgaben in landwirtschaftlichen oder der Landwirtschaft vor- bzw. nachgelagerten Betrieben zu qualifizieren. Es gibt aktuell eine sehr attraktive Förderung für die Meisteranwärter. Sprechen Sie uns gerne an. Wir unterstützen Sie bei Ihrer zukünftigen Fort- und Weiterbildung. 
 

Kontakte

Franz-Josef Schoo
Franz-Josef Schoo

Förderung, Betriebswirtschaft, Bildungsbeauftragter Beruf Landwirt/-in

05439 9407-12

05439 9407-39

  franz-josef.schoo~lwk-niedersachsen.de


Dr. Georg Teepker
Dr. Georg Teepker

Leiter Fachgruppe Betrieb / Tier

0541 56008-134

0152 5478 2122

  georg.teepker~lwk-niedersachsen.de


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