Bezirksstelle Osnabrück

Hochwasser: Auswirkungen auf die Direktzahlungen?

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Viele Landwirte in Niedersachsen sind vom Hochwasser betroffen: Flächen stehen durch die anhaltenden Niederschläge und die übergetretenen Flüsse und Bäche unter Wasser. Ausgesäte Winterkulturen, frische Grünlandnarben oder überjährige Blühstreifen sind weggespült oder abgesoffen. Einige Kulturen konnten erst gar nicht in die Erde gebracht werden.

Es herrscht eine große Verunsicherung, ob dies zu förderrechtlichen Problemen bei der Einhaltung von Konditionalitätsverpflichtungen (z.B. Fruchtwechselpflicht GLÖZ 7, keine Narbenerneuerung von Ersatzdauergrünland GLÖZ 1) oder Vorgaben von Agrarumwelt- und Ökoregelungsmaßnahmen führen kann.

Hochwasser überflutet Felder
Anhaltende Niederschläge und eine Wassersättigung der Böden haben im Dezember 2023 vielerorts in Niedersachsen Überschwemmungen zur FolgeYvonne Konersmann
Um mögliche Sanktionen zu vermeiden und die Gewährung von Direktzahlungen zu sichern, empfiehlt es sich aus Vorsorgegründen in einem ersten Schritt, georeferenzierte Fotos von den betroffenen unter Wasser stehenden Flächen zu machen und diese den zuständigen Bewilligungsstellen unter Angabe der betrieblichen Registriernummer, Name, Feldbock- und Schlagnummer zu übermitteln. Gegebenenfalls kann später ein Fall von „höherer Gewalt“ gemäß § 22 GAPKondG bzw. § 27 GAPDZV/§ 14 GAPInVeKoSG geltend gemacht werden.

Die Fotos sollten in der FANi-App gespeichert werden, auch wenn sie ohne Auftrag nicht hochgeladen werden können. Mit der vorsorglichen Anzeige der betroffenen Fläche kann die 15 Tagesfrist sichergestellt werden. Hierzu kann der beigefügte Vordruck verwendet werden.

Die Ermittlung der tatsächlichen Schäden und Auswirkungen können erst nach dem Abfluss des Wassers erfolgen. Bis dahin laufen Abstimmungen mit dem Landwirtschaftsministerium über den Umgang mit Auflagen und Verboten aus Förder- und Fachrecht in den von Überschwemmung und Überflutung betroffenen Regionen.

Auf Landesebene wird über ein mögliches Hilfsprogramm für vom Hochwasser und Überflutung Betroffene diskutiert. Ob darin auch Hilfszahlungen für Schäden an überschwemmten landwirtschaftlichen Flächen enthalten sein werden, ist momentan unklar. Nichtsdestotrotz wird, wenn es solche Zahlungen geben sollte, eine gute Dokumentation der Betroffenheit und der Schäden notwendig sein. Vor diesem Hintergrund scheint eine vorsorgliche „Beweissicherung“ mittels georeferenzierter Fotos sinnvoll.


Georeferenzierte Fotos ermöglichen die Zuordnung von geographischen Koordinaten. Aktivieren Sie hierzu in Ihren Kameraeinstellungen Geotagging oder GPS-Einstellungen. So werden der digitalen Bilddatei geo­gra­phi­sche Da­ten hinzugefügt, so dass die­se räum­lich ein­ge­ord­net wer­den kann.