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Mit neuen Zuchtwerten ins Frühjahr

Die neuesten Zuchtwerte für Milchrinder der Rasse Deutsche Holstein wurden am 4. April veröffentlicht. Die Listenführung bei den töchtergeprüften Bullen übernehmen Mattis und Snake Red. Bei den genomischen Jungbullen wird die Topliste von Bestday und Spark Red angeführt.

Mit der aktuellen April-Zuchtwertschätzung hat nicht nur die bekannte jährliche Basisanpassung der Relativzuchtwerte stattgefunden, sondern einige weitere Neuerungen wurden eingeführt. Dies führt im Ergebnis zu einigen Abzügen und Rangverschiebungen in den deutschen Toplisten (Quelle: verändert nach VIT w.V.):

 

Neues Schätzmodell Nutzungsdauer

Seit April 2018 ist das Überleben (ja/nein) verschiedener Lebensabschnitte als Merkmal im Schätzmodell verwendet. Insgesamt sind 9 Lebensabschnitte von der Erstkalbung bis zur 4. Kalbung definiert. Eine Berücksichtigung von Hilfsmerkmalen im RZN erfolgt seit April 2018 nicht mehr.

Theoretische Ableitungen und der Vergleich der tatsächlichen Nutzungsdauer der Töchter älterer KB-Bullen-Jahrgänge mit ihrem RZN haben ergeben, dass eine genetische Standardabweichung (12 Punkte) etwa mit einer Streuung von 260 Tagen Nutzungsdauer korrespondiert. Bezogen auf den RZN von Bullen zeigt sich die Hälfte der Unterschiede bei den Töchtern. 12 Punkte RZN-Unterschied beim Vater entspricht somit etwa 130 Tage Unterschied Nutzungsdauer der Töchter.

Die Korrelationen von RZN zu den anderen Merkmalen im RZG wurden neu abgeleitet und entsprechend für die RZG-Berechnung berücksichtigt.

 

Änderungen Verzögerungszeit und Kalbemerkmale

Für die Verzögerungszeit (erste bis erfolgreiche Belegung von Rindern und Kühen) wurde die Datengrundlage erweitert. Nunmehr werden auch Tiere berücksichtigt, bei denen die tatsächliche Verzögerungszeit (noch) nicht durch eine nachfolgende Kalbung mit plausibler Tragezeit bestätigt ist.

In der Zuchtwertschätzung für Kalbemerkmale werden nur noch Daten mit >=75% bekannten Kalb-Vätern je Herde und Jahre berücksichtigt. Insbesondere die Daten von totgeborenen Kälbern und von männlichen lebenden Fleischrassekreuzungskälbern werden über die MLP oft nicht nachgetragen bzw. gepflegt, wodurch der immer größer werdende Anteil von Kälbern mit unbekanntem Vater im mittleren Kalbeverlauf und vor allem der mittleren Totgeburtenrate nicht mehr dem Durchschnitt der Kälber mit bekanntem Vater entspricht. Dies führte zu immer stärkeren Verzerrungen. Durch die Berücksichtigung von nur noch Herden-Jahren mit >=75% bekannten Kalb-Vätern wird diese Verzerrung abgemildert. Dadurch kommt es bei einzelnen Bullen zu deutlichen Veränderungen der Kalbe-Zuchtwerte, insbesondere für Totgeburten. Auch die Mittelwerte der aktuellen Bullenjahrgänge ändern sich dadurch (siehe Tabelle 1).

 

Jährliche Anpassung Kuhbasis für alle Merkmale und Rassen

Die Basis für alle Merkmale und Rassen bilden 4-6 Jahre alte Kühe. Diese repräsentieren die aktuell lebende Kuhpopulation. Die Basis für die aktuellen Zuchtwerte bilden daher Kühe geboren 2012 – 2014 mit Eigenleistung im jeweiligen Merkmal (vorher Kühe geb. 2011-2013).

Die Zuchtwerte der Bullen ändern sich diesmal jedoch nicht nur durch die jährliche Verschiebung der Kuhbasis (= Zuchtfortschritt), sondern zusätzlich auch durch die neuen ZWS-Verfahren bei Nutzungsdauer, Verzögerungszeit und Kalbemerkmalen.

 

Tabelle 1: Veränderung der Zuchtwerte durch die jährliche Basisanpassung für alle Merkmale
(aktuelle Basis = Kühe geboren 2012-2014)

 

RZM

RZS

RZE

RZN

RZR

RZKm

RZD

RZG

MT

Körp.

Fund.

Euter

SBT

-1,7

-0,8

-2,3

-4,2

-1,5

-1,6

-0,1

-3,6

-1,2

-0,8

-1,1

-2,3

RBT

-1,6

-0,5

-2,2

-1,7

-0,5

-2,1

0,0

-2,4

-1,4

-0,7

-0,8

-2,4

 

Für RZM, RZS und RZE entsprechen die aufgeführten Veränderungen dem Zuchtfortschritt. Das heißt, negative Werte bedeuten, dass die neue Basis höher als bisher ist und der Relativzuchtwert beim Einzeltier sinkt. Bei RZN, aber auch RZR und RZKm/RZKd, beruht ein nicht unerheblicher Teil der aufgeführten mittleren Zuchtwert-Veränderungen auf der Umstellung der oben beschriebenen Schätzverfahren. Bei der Nutzungsdauer kommt hinzu, dass der RZN das erste Mal auf einer echten Kuh-Basis ausgedrückt wird.

 

Abgrenzung Bullen veröffentlicht als töchtergeprüft und in Toplisten

Alle Bullen, die offizielle töchterbasierte Milchleistungszuchtwerte haben (Töchter in >=10 Herden) werden als töchtergeprüft veröffentlicht. Dies bedeutet, dass jetzt auch die Bullen im Übergang unter der Rubrik „töchtergeprüft“ veröffentlicht werden. In die töchtergeprüfte Topliste kommen jedoch nur Vererber, für die alle Merkmalskomplexe im RZG (außer RZKm) Zuchtwerte auf Basis von Töchtern vorliegen.

 

Ergebnisse der Zuchtwertschätzung: Besamungsbullen mit töchtergeprüftem Zuchtwert

Mattis ist der neue Listenführer bei den töchtergeprüften schwarzbunten Bullen. Der Massey-Sohn von der Masterrind übertrifft seinen genomischen Zuchtwert deutlich und führt die Liste mit einem RZG von 150 an. Hervorzuheben ist seine Milchleistung mit + 1.399 kg Milch und + 0,24 % Eiweiß. Die Eutergesundheit (RZS 99) sowie das Exterieur (104) sind nur knapp bewertet.

Der Mogul-Sohn Murano hält sich unverändert auf dem zweiten Platz mit einem RZG von 147. Er glänzt mit seiner hohen Milchleistung. Seine großen und sehr milchtypischen Töchter haben eine gute Eutergesundheit. Berücksichtigt werden müssen die Töchterfruchtbarkeit sowie die kürzeren Striche.

Der „alte“ Listenführer Mocon verliert etwas und rutscht mit einem RZG von 146 auf den dritten Platz. Dem G-Force-Sohn Foster verhilft diese Zuchtwertschätzung zu einem deutlichen Plus: Er kann sich mit + 6 RZG-Punkten auf Platz 4 vorschieben.

Komplettiert wird die TOP-5 durch den Bookem-Sohn Boss, der inzwischen 4.851 Töchter in Milch hat. Die Töchter des höchsten geprüften Vererbers der OHG mit einem RZG von 143 bewegen sich auf sehr guten Fundamenten, haben eine gute Fitness und sehr gute Eiweißprozente (+0,23 %). Die Melkbarkeit (RZD 91) muss beachtet werden.

Interessante Vererber aus Niedersachsen

Der G-Force-Sohn Force von kann seinen Zuchtwert auf Ergebnissen von 4.907 Töchtern stützen, von denen eine Auswahl auf der vergangenen Schau der Besten gezeigt wurde. Er hält seinen RZG von 143 stabil. Gute Eutergesundheit mit zügiger Melkbarkeit bei hoher Nutzungsdauer sind seine Stärken. Die Hinterbeinstellung sowie die Töchterfruchtbarkeit müssen beim Einsatz beachtet werden.

Neu eingestiegen ist Masurati, ebenfalls von der Masterrind, der mit einem ersten RZG von 140 auf Platz 13 einsteigt. Er vererbt eine gute Milchleistung mit sehr hoher Nutzungsdauer, gute Kalbeeigenschaften sowie zügige Melkbarkeit. Seine milchtypischen Töchter haben sehr hochaufgehängte Euter mit längeren Strichen; die Striche – insbesondere vorne – sind deutlich außen platziert.

Der Bookem-Sohn Boom aus dem Osnabrücker Zuchtgebiet rutscht leicht auf einen RZG von 140. Boom ist in allen Gesundheits- und Fitnessmerkmalen deutlich positiv bewertet. Lediglich die Fundamentbewertung ist aufgrund des flachen Klauenwinkels unterdurchschnittlich.

Neu eingestiegen ist Maldini vom VOSt, der seinen genomischen Zuchtwert deutlich übertrifft. Maldini vererbt eine gute Milchleistung mit hoher Nutzungsdauer und guter Fitness. Seine Töchter stehen auf sehr hohen Klauen mit einem etwas steileren Fundament und wissen durch ihre Euter zu gefallen.

Der beliebte Vererber Beart gibt leicht auf einen RZG von 135 nach. Er hat inzwischen über 10.000 Töchter in Milch. Er glänzt mit einem RZE und RZR von jeweils 133 und führt bei etwas knapperer Milchleistung unangefochten die Topliste für Fitness (RZFit 152) und Robotereigenschaften (RZRobot 147) an.

Epinal, ein Epic aus dem Zuchtgebiet der OHG, rutscht leicht auf einen RZG von 134. Epinal-Töchter zeichnen sich besonders durch gute Kalbeeigenschaften aus. Mit RZM 126 vererbt er eine gute Milchleistung, ein solides Exterieur sowie eine gute Nutzungsdauer.

Der hell gezeichnete Snowman-Sohn Schiller vom VOSt verliert deutlich und rutscht auf einen RZG von 133. Seine Stärken liegen in der Milchleistung in Kombination mit guten funktionalen Merkmalen Eutergesundheit, Melkbarkeit und Nutzungsdauer. Schiller Töchter sind sehr milchtypisch mit hoch aufgehängten Eutern mit etwas längeren Strichen. Die Töchterfruchtbarkeit (RZR 82) darf nicht unberücksichtigt bleiben. Neu vom VOSt ist Malaga, ein Meridian-Sohn aus der Goldday-Famile. Er bekommt einen ersten RZG von 130 mit durchweg guter Exterieurbewertung (RZE 127). Er zeigt eine sehr gute Melkbarkeit, die Fitnessmerkmale sind nur durchschnittlich bewertet.

Deutlich verbessern kann sich Davos, ein Daddy-Sohn aus Freddie von der OHG, mit einem RZG von 129. Er vererbt eine ausreichende Milchleistung (RZM 120) mit einem ausgeglichenem Linearprofil (RZE 122) bei durchweg positiven Einzelmerkmalen.

Rotbunte töchtergeprüfte Besamungsbullen

Bei den töchtergeprüften rotbunten Besamungsbullen führt Snake Red. Trotz Verluste von 4 RZG-Punkten führt er die Topliste an. Der Snow-Sohn aus Destiny vererbt eine hohe Milchleistung und gutes Exterieur mit besonderem Augenmerk auf der Eutervererbung. Die Melkbarkeit ist unterdurchschnittlich (RZD 92).Julandy folgt mit zwischenzeitlich 2.477 Töchtern mit einem RZG von 136 auf dem zweiten Platz. Julandy weiß durch seine hohe Eiweißvererbung sowie sein hervorragendes Exterieur zu überzeugen. Beachtet werden muss der Zuchtwert für Töchterfruchtbarkeit mit RZR 85. Auf dem dritten Platz neu eingestiegen ist Soko Red von der Masterrind mit einem ersten RZG von 136. Glanzpunkt ist seine Exterieurvererbung mit 134 bei guter Milchleistung mit knapperen Prozenten und hoher Nutzungsdauer. Die Kalbeeigenschaften seiner Töchter sind mit RZKm 82 unterdurchschnittlich.

Lostau P rutscht auf Platz 11 (RZG 132). Der hornlos-Vererber der Masterrind vererbt hervorragende Fundamente bei etwas knapperen Körpermerkmalen und mit jeweils + 0,20 % deutlich positiven Milchinhaltsstoffen. Die geringere Melkbarkeit sowie die negative Töchterfruchtbarkeit sollten Beachtung finden. Einen ersten töchtergeprüften Zuchtwert bekommt Momo-Red vom VOSt (RZG 127). Der Mogul-Sohn aus Man-O-Man macht große, sehr milchtypische Töchter mit gutem Fundament und ordentlichen Eutern. Besonders hervorzuheben sind die Kalbeeigenschaften sowie die Melkbarkeit bei allerdings sehr kurzen Strichen. Pearl-Red von der OHG rutscht auf einen RZG von 125. Die im knapperem Körper stehenden Pearl-Red-Töchter bewegen sich auf guten Fundamenten und haben hoch und fest aufgehängte Euter. Pearl-Red ist mit Ausnahme der Melkbarkeit (RZD 88) in den Fitnessmerkmalen positiv bewertet.

Besamungsbullen mit genomischem Zuchtwert

Der Bestboss-Sohn Bestday führt mit einem gRZG von 161 die genomische Topliste an. Der junge Vererber der Masterrind kann – mit Ausnahme der Melkbarkeit (gRZD 91) – in allen Einzelmerkmalen überzeugen. Sein genomisches Profil lässt eine sehr hohe Milchleistung, fest und hoch aufgehängte Euter, eine gute Eutergesundheit sowie eine hohe Nutzungsdauer erwarten. Auf dem zweiten Rang folgt der neue Superhero-Sohn Hotspot P. Er lässt kaum Wünsche offen und ist zudem noch hornlos. Braveness, der „alte“ Listenführer, gibt etwas nach und rangiert nun mit einem gRZG von 160 auf Rang 3. Der DG Charley-Sohn Summerlake der Masterrind folgt mit einem gRZG von 160 auf dem vierten Rang. Wermutstropfen ist seine Melkbarkeit von gRZD 92, bei ansonsten durchweg positiven Merkmalen. Besonders die Nutzungsdauer (gRZN 131) und Eutergesundheit (gRZS 130) sowie die hohe Milchleistung überzeugen mit sehr hohen Vorausschätzungen. Komplettiert wird die TOP-5 durch den neuen DG Charley-Sohn Casino. Der höchste genomische Vererber vom VOST vererbt eine gute Milchleistung und ist in allen Einzelmerkmalen positiv bewertet. Er verfügt über besonders hohe Werte für Nutzungsdauer und Kalbeeigenschaften und kombiniert eine gute Eutergesundheit mit zügiger Melkbarkeit.

Genomics aus den niedersächsischen Verbänden

Auf den Plätzen sechs bis acht folgen drei Vererber der Masterrind: Jameson, Barabo und Barkeeper liegen gleichauf jeweils mit einem gRZG von 159. Jameson-Töchter haben exzellente Euter und geben viel Milch mit positiven Inhaltsstoffen. Besonders die Nutzungsdauer und Eutergesundheit sind deutlich positiv bewertet. Barabo vererbt insgesamt sehr ausgeglichen. Bei knappperer Milchleistung mit deutlich positiven Milchinhaltsstoffen liegt sein Vererbungsschwerpunkt in der Verbesserung der Gesundheits- und Fitnessmerkmale. Besonders seine Nutzungsdauer mit gRZN 143 sowie seine Eignung für automatische Melksysteme sind hervorzuheben. Barkeeper, ebenfalls ein Battlecry-Sohn, zeigt ein ähnliches Vererbungsprofil: Er verbessert vor allem die Kalbeeigenschaften, Nutzungsdauer und Eutergesundheit, was ihm einen gRZFit von 150 beschert. Das lineare Erscheinungsbild ist sehr ausgeglichen mit besonders guten Fundamenten.

Zwei neue genomische Vererber bietet die OHG an: Royce steigt mit einem ersten gRZG von 159 auf Platz 9 ein, Felix liegt knapp dahinter mit einem gRZG von 157 auf Rang 15. Royce ist ein junger Roxy B-Sohn aus Supershot, der mit + 1.440 kg eine hohe Milchleistung mit leicht positiven Inhaltsstoffen bei sehr gutem Exterieur von gRZE 134 erwarten lässt. Royce ist in allen Gesundheitsmerkmalen positiv bewertet mit besonderem Schwerpunkt auf der Verbesserung der Nutzungsdauer. Mit einem gRZFit von 153 liegt er für dieses Merkmal auf Platz 3. Von dem Federal-Sohn Felix wird in Kürze Sperma verfügbar sein. Felix vererbt eine gute Milchleistung mit + 1.321 kg Milch und + 0,24 % Fett und + 0,13 % Eiweiß. Besonderes Augenmerk liegt auf der Töchterfruchtbarkeit und den Kalbeeigenschaften sowie der Eutervererbung bei ansonsten insgesamt positiven Einzelmerkmalen. Aus gleicher Kuhfamilie und Züchterstall wie Royce stammt First, der in dieser Zuchtwertschätzung leicht auf einen gRZG von 154 nachgibt und auf Platz 44 rutscht. First vereint eine gute Milchleistung mit guten Gesundheitsmerkmalen und solidem Exterieur. Die großen und milchtypischen Töchter haben hoch und festaufgehängte Euter, die auch für AMS-Betriebe geeignet sind.

Neu eingestiegen ist Monty aus dem Zuchtgebiet des VOSt. Der noch sehr junge Montana-Sohn kann sich mit einem ersten gRZG von 154 Platz 42 sichern. Monty vererbt eine hohe Milchleistung und zeigt insgesamt eine gute Fitness. Er verbessert die Nutzungsdauer (137) und Töchterfruchtbarkeit (122) sowie die Euter. Gleichauf bei einem gRZG von 154 nimmt Noel Platz 46 der genomischen Topliste ein. Zwar büßt er einige Punkte ein, kann aber nach wie vor mit einem sehr guten Exterieur (133) mit ausgeglichenem linearen Profil sowie hohen Bewertungen der funktionalen Merkmale überzeugen. Seine hervorragende Fitnessvererbung wird durch einen gRZFit von 150 bestätigt. Der dritte Vererber vom VOSt ebenfalls mit einem gRZG von 154 ist Fixit, der auf Platz 47 neu einsteigt. Fixit verbessert insbesondere Fundament (129) und Euter (131) und ist mit einer Nutzungsdauer von 140 und einem RZFit von 150 ein ausgesprochener Fitnessvererber. Zudem ist er für Roboterbetriebe geeignet.

Rotbunte Genomics

Bei den Rotbunten genomischen Vererbern gibt es mit Spark Red von der Masterrind einen neuen Listenführer. Er markiert mit einem gRZG von 162 deutlich die Spitze. Mit + 2.190 kg vererbt er eine sehr hohe Milchleistung und  hervorragendem Exterieur. Besonders die Fundamt- und Eutervererbung sind hervorzuheben. Spark Red ist in allen Gesundheitsmerkmalen überdurchschnittlich bewertet, besonderes Augenmerk liegt hier auf der Nutzungsdauer. Der bisherige Listenführer Pace Red folgt auf dem zweiten Platz. Sein genomischer Zuchtwert lässt eine sehr hohe Milchleistung bei gleichzeitig guten Gesundheits- und Fitnesswerten erwarten. Auf Platz 3 steigt Gonzales, ein Great-Sohn aus Brekem, mit einem gRZG von 155 neu ein. Bei etwas knapperer Milchleistung mit deutlich positiven Inhaltsstoffen verbessert er besonders die Nutzungsdauer und Eutergesundheit und ist darüber hinaus positiv in den Kalbeeigenschaften bewertet.

Weiter interessant sind Bonus Red von der Masterind mit einem gRZG von 153. Er vererbt viel Milch, eine hohe Nutzungsdauer sowie durchweg positive Fitnessmerkmale. Er zeigt ein sehr schönes lineares Profil mit besonderem Augenmerk auf der Eutervererbung – bei etwas kürzeren Strichen. Nobel Red ist ein neuer Nova Star-Sohn von der OHG mit einem gRZG von 152 auf Platz 10. Er vererbt eine ausreichende Milchleistung mit sehr guter Bewertung von Nutzungsdauer (133) und Eutergesundheit (136). In der Exterieurvererung liegt sein Schwerpunkt auf der Fundament- und Eutervererbung. Vom VOSt glänz der Unique-Sohn Unesco mit einem gRZE von 143 (gRZG 136). Er vererbt eine knappere Milchleistung mit positiver Bewertung aller Einzelmerkmale. Besonders die hoch und fest augehängten Euter (145) sowie die Eignung für AMS stechen hervor.

Die vollständigen Listen der Zuchtwerte können in der Bullendatenbank des vit unter www.vit.de abgerufen werden. Hier sind die Zuchtwerte aller geprüften Besamungsbullen, von denen Sperma abgegeben wird, verfügbar. Die Listen sind unterteilt in genomische Bullen, die keine Töchter bzw. Töchter in weniger als 10 Herden für Milch oder Exterieur haben, aktiv vermarktete töchtergeprüfte Bullen sowie alle töchtergeprüften Vererber mit mindestens 500 Töchtern für Milchleistung.

Weitere Informationen über die Zuchtwerte erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie über die Internetdatenbank des VIT und seitens der Rinderzuchtverbände. Die nächste Zuchtwertschätzung ist für den 7. August 2018 geplant.

 


Kontakt:
Dr. Ludwig Diekmann
Leiter Fachbereich Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier, Tiergesundheitsdienste
Telefon: 0441 801-635
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Yvonne Konersmann
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0541 56008-127
Telefax: 0541 56008-150
E-Mail:


Stand: 03.05.2018