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Biosicherheit wichtiger denn je im Geflügelbestand

In Deutschland wurden Ende Oktober die ersten Fälle von Infektionen mit hochpathogenener aviärer Influenza vom Subtyp H5 bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein und Hamburg nachgewiesen. Zuvor wurden Fälle bei Hausgeflügel und Wildvögeln in Russland, Kasachstan, Israel und in den Niederlanden bekannt. Das Risiko weiterer Einträge nach Deutschland hat sich bestätigt.

Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung des Virus. Es gibt verschiedene Biosicherheitsmaßnahmen die unbedingt konsequent eingehalten werden sollten. Hierzu ist der Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet, unabhängig von der Größe des Bestandes. Hierzu gibt es Merkblätter auf Bundes-, Landes - und Landkreisebene. 

Biosicherheit bedeutet, alle Maßnahmen zur Einschleppung von Krankheiten in einen gesunden Tierbestand auf ein Minimum zu reduzieren.

Die wichtigsten Kontrollpunkte werden hier noch einmal aufgelistet:

  • Bestandsregister täglich führen. Vor allem sind die Abgänge pro Tag zu beobachten. Bei unter 100 Tieren liegt der Alarmwert bei 3 verendeten Tieren / Tag; bei über 100 Tieren bei 2% und mehr / Tag.
  • Erhebliche Veränderungen der Legeleistung, Tiergewichte oder Wasser- und Futterverbräuche sind zu beobachten.
  • ist alles, womit die Tiere in Kontakt kommen wildvogelsicher gelagert. Hierzu zählen u.a. Einstreu, Futter, Treibhilfen, Einstreumaschinen, mobile Einrichtungsgegenstände und Beschäftigungsmaterialien
  • Schutzmaßnahmen gegen unbefugten Zutritt
  • persönliche Biosicherheit, wie z.B. betriebseigene Stallkleidung für Mitarbeiter und Besucher und Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten sind zwingend erforderlich. 
  • Durchführung einer nachvollziehbaren, regelmäßigen Schadnagerbekämpfung
  • Lagerung, Reinigung und Desinfektion sowie deren Dokumentation von Falltieren
  • Reinigung und Desinfektion nach jedem Durchgang

Das FLI hat Merkblätter  als Richtlinie herausgegeben. Einen Sicherheitscheck kann über das Modul "Risikoampel" der Uni Vechta anonym durchgeführt werden. Das LAVES Niedersachsen hat ebenfalls ein Merkblatt für Kleinstgeflügelhalter herausgegeben. Zusätzliche weitere Info hat das LAVES hier veröffentlicht. Beim FLI  finden Sie weitere Info zur Aviären Influenza.

Das Aufstallungsgebot von Freilandgeflügel in Niedersachsen greift bereits seit einigen Wochen. Alle Freilandhalter sollten sich daher über die Folgen Gedanken machen, damit die Tiere im geschlossenen Stall keine Unarten entwickeln. Hier könnten z.B. die Legehnnenhalter auf die Erfahrungen aus dem MUD Projekt unter Mitwirkung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen  „Haltung von Legehennen mit intaktem Schnabel“  zurückgreifen.

Weitere Artikel zum Thema sind nachfolgend aufgelistet.

Die Geflügelpest weitet sich aus

Aktuelles Geschehen

Aufstallung in der Mobilstallhaltung

Impfpflicht bei AI

Zum Thema Biosicherheit im Geflügelbetrieb bietet die Landwirtschaftskammer im Rahmen des Projektes Netzwerk Fokus Tierwohl  ein Seminar zu diesem Thema an. Das Seminar ist online und kostenfrei am 04.03.2021

 

 

 

 

 

 

 


Kontakt:
Silke Schierhold
Beraterin Geflügelhaltung
Telefon: 0441 801-695
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Dr. Peter Hiller
Fachreferent Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0441 801-696
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:


Stand: 18.02.2021