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Neue Zuchtwerte im Advent

Die neuesten Zuchtwerte für Milchrinder der Rasse Deutsche Holstein wurden am 5. Dezember veröffentlicht. Die Listenführung bei den töchtergeprüften Bullen übernehmen mit Mocon und Snake Red zwei Neulinge. Auch bei den genomischen Jungbullen wird die Topliste durch neue Vererber kräftig aufgemischt.

Besamungsbullen mit töchtergeprüftem Zuchtwert

Mocon ist mit einem RZG von 151 die neue Nummer 1 bei den töchtergeprüften Schwarzbunten Bullen. Der Morgan-Sohn aus Snowman vererbt eine hohe Milchleistung und gute Fitnesseigenschaften. Das Exterieur ist mit RZE 104 bewertet: Die im knapperen Körper stehenden Mocon-Töchter zeigen sich mit nur durchschnittlichem Fundament bei jedoch hohen und fest aufgehängten Eutern. Der Mogul-Sohn Murano von der Masterrind verbessert weiter und schiebt sich auf den zweiten Platz mit einem RZG von 148 vor. In der Milchleistung wie auch in der Eutergesundheit ist er nun deutlich besser bewertet. Seine großen und sehr milchtypischen Töchter geben sehr viel Milch mit positiven Inhaltsstoffen. Die kürzeren Striche müssen berücksichtigt werden. Big Point, die bisherige Nummer 1, rutscht auf den dritten Platz. Sein Zuchtwert von RZG 146 basiert mittlerweile auf 4.972 Töchtern. Hervorzuheben sind insbesondere seine Eiweißleistung bei knapperer Fettmenge in Kombination mit guter Nutzungsdauer. Beachtung finden sollte die Melkbarkeit.

Zweithöchster Neueinsteiger ist Matchball, ein Mogul aus Man-O-Man von der Masterrind mit einem RZG von 146. Matchball zeigt sehr günstige Kalbeeigenschaften und eine hohe Nutzungsdauer bei insgesamt positiven Fitnesseigenschaften (RZFit 133). Besonders das Fundament und die Euter sind sehr gut bewertet. Bei der Anpaarung sollten die sehr steilen Hinterbeine sowie die ansteigende Beckenlage beachtet werden. Komplettiert wird die TOP-5 durch einen weiteren Mogul-Sohn, Morgan. Morgan verbessert sich deutlich und kann sich dadurch mit einem RZG von ebenfalls 146 auf den fünften Rang vorschieben. Bei sehr knappem Körper zeigt sich Morgan in allen übrigen Einzelmerkmalen deutlich positiv.

Interessante Vererber aus Niedersachsen

Der Bookem-Sohn Boss von der OHG bekommt weitere Töchter hinzu (insgesamt 3.724 Töchter) und kann sich deutlich auf einen RZG von 145 verbessern (Platz 6). Er vererbt bei knapperer Milchmenge in den Fitnessmerkmalen deutlich positiv. Besonders die guten Fundamente sind hervorzuheben. Wermutstropfen bleibt die Melkbarkeit mit RZD 92.

Force, ein weiterer sicher geprüfter Vererber, verbessert sich mit jetzt 3.742 Töchtern auf einen RZG von 143 und nimmt damit Platz 11 ein. Der Vererber der Masterrind präsentiert sich als ein kompletter Bulle mit besonderen Stärken in der Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Er sollte auf fundamentstarke Kühe zum Einsatz kommen. Gleichauf bei einem RZG von 143 verbessert sich Boom auf Platz 12. Seine großen, milchtypischen Töchter zeigen sich in allen Gesundheits- und Fitnessmerkmalen deutlich positiv. Einzig die Fundamentbewertung ist aufgrund des flachen Klauenwinkels unterdurchschnittlich.

Der höchste Vererber aus Ostfriesland ist der Snowman-Sohn Schiller. Schiller verliert leicht und rutscht auf einen RZG von 142 auf Platz 15. Der fast weiße Bulle vererbt sehr viel Milch, der zudem in den funktionalen Merkmalen Eutergesundheit, Melkbarkeit und Nutzungsdauer überzeugen kann. Schiller Töchter sind sehr milchtypisch mit hoch aufgehängten Eutern mit etwas längeren Strichen. Bei der Anpaarung ist allerdings die Töchterfruchtbarkeit sowie der Gendefekt Brachyspina (BYC) zu beachten.

Mit aktuell über 8.900 Töchtern kann Beart von der Masterrind nach wie vor mit den höchsten Werten für Fitness und auch für Robotereigenschaften überzeugen. Der sicher geprüfte Beacon-Sohn vererbt ausgezeichnete Zuchtwerte für Reproduktion und Nutzungsdauer. Glanzpunkt seines guten Exterieurs sind die herausragenden Fundamente.

Ein weiterer sehr sicher geprüfter Vererber von der Masterrind ist Bangard. Der Bookem-Sohn mit aktuell 4.123 Töchtern vererbt eine gute Milchleistung mit leicht positiven Prozenten und sehr gutem Exterieur. Die Eutergesundheit ist mit nur RZS 94 bewertet.

Der Gold Chip-Sohn Gordan vom VOSt verbessert sich leicht auf einen RZG von 136. Bei mittlerer Milchmenge mit hoher Fett- und leicht positiver Eiweißvererbung verfügt er über durchgängig positive Zuchtwerte im Funktionalbereich. Besonders die Eutervererbung mit sehr guter Eutergesundheit ist hervorzuheben. Beachtet werden muss die Melkbarkeit (RZD 94). Gleichauf liegt der Mowambo-Sohn Motion von der OHG. Er kann sich ebenfalls leicht verbessern und mit ausnahmslos positiven Fitness- und Gesundheitsmerkmalen überzeugen. Besonders die Nutzungsdauer und Fruchtbarkeit sind hervorzuheben. Durch seine eher außen platzierten Striche ist er speziell für Roboterbetriebe geeignet.

Neu eingestiegen ist der Mogul-Sohn Midlum vom VOSt mit einem ersten töchtergeprüften Zuchtwert von RZG 132. Midlum vererbt eine etwas knappere Milchleistung mit sehr hoher Fettmenge und insgesamt gute funktionale Eigenschaften. Glanzpunkt seines Vererbungsprofils ist seine Exterieurvererbung mit einem RZE von 132.

Rotbunte töchtergeprüfte Besamungsbullen

Bei den töchtergeprüften rotbunten Besamungsbullen gibt es in der Spitze einen neuen Namen: Snake Red übertrifft seine genomische Vorausschätzung und kann mit einem ersten RZG von 143 die Listenführung übernehmen. Der Snow-Sohn aus Destiny vererbt eine hohe Milchleistung und gutes Exterieur mit besonderem Augenmerk auf die Eutervererbung.

Die beiden Hornlos-Vererber Lostau-P und Coloredo-P von der Masterrind können sich jeweils verbessern und rangieren auf den Plätzen 2 und 3. Lostau-P vererbt bei ordentlicher Milchleistung deutlich positive Inhaltsstoffe. Seine Töchter sind groß und milchtypisch, bei knapperem Körper können sie mit sehr guten Fundamenten überzeugen. Nicht überzeugen können die Töchterfruchtbarkeit wie auch die Melkbarkeit mit jeweils 89. Das Vererbungsprofil von Coloredo-P zeigt sich völlig anders: Coloredo-P kombiniert eine sehr hohe Milchmenge mit knapperen Inhaltsstoffen und durchweg positiven Fitness- und Gesundheitsmerkmalen. Die sehr milchtypischen Töchter sind in der Fundamentstellung hackeneng und etwas tiefer in den Eutern.

Julandy, die alte Nummer 1, rutscht mit einem RZG von 138 auf den vierten Platz. Julandy weiß durch seine hohe Eiweißvererbung sowie sein hervorragendes Exterieur zu überzeugen. Leider sind die Zuchtwerte für Töchterfruchtbarkeit mit RZR 85 und Nutzungsdauer mit RZN 95 unterdurchschnittlich. Komplettiert wird die TOP-5 durch Elwood mit zwischenzeitlich bereits 2.828 Töchtern und einem unverändertem RZG von 136. Ellwood verbessert insbesondere die Milchleistung, die Fundamente sowie die Eutergesundheit.

Besamungsbullen mit genomischem Zuchtwert

Viele neue Namen tauchen in der Liste der genomischen Jungbullen auf. Allein die ersten drei Platzierten sind Neulinge. Braveness, ein Banderas aus Balisto, übernimmt mit einem gRZG von 165 die Listenführung. Braveness lässt eine hohe Milchleistung mit insgesamt guten Gesundheits- und Fitnessmerkmalen sowie sehr guten Eutern erwarten. Mit einem gRZG von 163 folgt Lightstar von der Masterrind auf dem 2. Rang. Der Lighter-Sohn aus Model kann eine alternative Blutführung aufweisen. Er vererbt eine sehr hohe Milchleistung und ein solides Exterieurprofil. Besonders die Töchterfruchtbarkeit mit einer hohen Konzeptionsrate (134) sowie die Nutzungsdauer (131) sind hervorzuheben. Der DG Charley-Sohn Summerlake reiht sich auf Position 3 ebenfalls mit einem gRZG von 163 ein. Wermutstropfen ist seine Melkbarkeit von gRZD 91, bei ansonsten durchweg positiven Merkmalen. Besonders die Nutzungsdauer und Eutergesundheit sowie die hohe Milchleistung überzeugen mit sehr hohen Vorausschätzungen. Der bisherige Listenführer Avicii hält sich konstant bei einem gRZG von 162, wird aber von den drei Neulingen auf den vierten Rang verwiesen. Avicii kann auf ganzer Linie mit hervorragenden Gesundheits- und Fitnesswerten überzeugen. Daraus resultierend glänzt er mit einem gRZFit von 152. Komplettiert wird die TOP-5 von Bestday, der sich leicht verbessert und unverändert auf Rang 5 liegt. Bestday kann – mit Ausnahme der Melkbarkeit (gRZD 91) – in allen Einzelmerkmalen überzeugen.

Genomics aus den niedersächsischen Verbänden

Barkeeper, ein Battlecry von der Masterrind, festigt seinen Zuchtwert und rückt auf Platz 9 (gRZG 161). Battlecry vererbt eine eher knappe Milchmenge mit deutlich positiven Prozenten und insgesamt positiven Gesundheitsmerkmalen. Mit Ausnahme der Melkbarkeit (gRZD 98) sind die Einzelmerkmale sowie der Fitness- (146) und Roboterindex (126) überdurchschnittlich bewertet. Auf den Rängen 10 und 11 gibt es mit First und Noel zwei weitere neue Jungbullen. First, ein Finder aus Lexington aus dem Osnabrücker Zuchtgebiet, vereint eine hohe Milchleistung mit guten Gesundheitsmerkmalen und solidem Exterieur. Die großen und milchtypischen Töchter haben hoch und festaufgehängte Euter, die auch für AMS-Betriebe geeignet sind. First kombiniert gute Fitness- (145) mit Robotereigenschaften (129). Noel, ein DG Charley aus Supershot aus Ostfriesland, kann mit einem ersten gRZG von 160 auf Anhieb Rang 11 einnehmen. Noel bietet neben einer hohen Milchleistung mit einem optimalen Fett-/Eiweiß-Verhältnis hohe Werte für funktionale Merkmale sowie ein sehr gutes Exterieur mit ausgeglichenem Profil. Noel‘s Fitnesseigenschaften werden durch den hohen gRZFit von 149 bestätigt. Mit Keith von der Masterrind rangiert ein noch sehr junger Kerrigan-Sohn aus Balisto mit einem ersten gRZG von 160 auf Rang 15. Keith zeigt sich wie Noel mit einem sehr ausgeglichenen und nahezu fehlerfreien Profil mit besonderen Stärken in der Nutzungsdauer und dem Exterieur. Er überzeugt mit einem gRZFit von 145.

Mitch, ein Milford-P-Sohn aus Balisto von der OHG, liegt als etwas älterer genomischer Vererber konstant bei einem gRZG von 156. Mitch lässt sehr große, milchtypische Mitch-Töchter erwarten, die sehr hoch und fest aufgehängte Euter haben. Seine Stärken liegen besonders in der Eiweißvererbung sowie guter Nutzungsdauer und Eutergesundheit. Mit Jetson kann sich ein weiterer Jetson-Sohn mit guten genomischen Zuchtwerten in der TOP-Liste platzieren. Jetson, ebenfalls aus dem Zuchtgebiet der OHG, hat einen ersten genomischen Zuchtwert von 154 und kann besonders mit sehr gutem Exterieur (Euter 133, Fundament 132) sowie sehr hoher Nutzungsdauer von gRZN 130 überzeugen. Ein weiterer interessanter Neuling ist Khedira, ein Kerrigan vom VOSt, mit einem ersten gRZG von 153. Khedira vererbt eine gute Milchmenge mit +0,09 %Fett und +0,05 % Eiweiß und ein sehr ausgeglichenes Exterieurprofil auf hohem Niveau (gRZE 132). Khedira vererbt in allen Einzelmerkmalen positiv. Sein Stallgefährte und Halbbruder Karibu steigt mit einem ersten gRZG von 152 in die Top-Liste ein. Karibu kombiniert eine gute Milchleistung mit sehr gutem und ausgeglichenem Exterieur (gRZE 137) sowie sehr gute Melkbarkeit in Kombination mit überdurchschnittlichen Gesundheitsmerkmalen (gRZFit 141).

Rotbunte Genomics

Bei den Rotbunten Genomics ist Pace Red nach wie vor der mit Abstand höchste Vererber. Wenngleich er auch 2 Punkte verliert, markiert er mit einem gRZG von 159 deutlich die Spitze. Sein genomischer Zuchtwert lässt eine sehr hohe Milchleistung bei gleichzeitig guten Gesundheits- und Fitnesswerten erwarten. Pace Red hat einen sehr hohen gRZFit von 138 (Platz 3). Bonus Red, ein Bagno RDC aus Debutant von der Masterrind, kann auf Anhieb Platz 2 einnehmen. Der noch sehr junge Vererber kombiniert eine hohe Milchleistung mit einer positiven Beurteilung aller Einzelmerkmale. Seine sehr milchtypischen Töchter haben hoch und fest aufgehängte Euter mit tendenziell kürzeren Strichen. Bonus Red kombiniert Eutergesundheit mit guter Melkbarkeit. Auf dem dritten Rang folgt mit GP Berlino ein weiterer Bagno RDC-Sohn, der aufgrund von Schwächen im Exterieur wie auch in der Melkbarkeit nicht überzeugen kann.

Der höchste reinerbige Rotbunt-Hornlosvererber ist Abi-Red PP. Mit einem gRZG von 151 rangiert er auf Platz 8. Abi Red PP vererbt eine sehr hohe Milchleistung mit positiven Prozenten, im Exterieur zeigen sich seine Töchter sehr milchtypisch und funktional. Die Töchterfruchtbarkeit muss Beachtung finden. Die Vermarktung des Apoll P-Sohnes erfolgt über die Masterrind sowie die OHG. Akiro-Red von der OHG vererbt insgesamt sehr ausgeglichen. Mit einem gRZG von 143 überzeugt er durch eine gute Milchleistung mit einem ausgeglichenen Exterieurprofil mit besonderem Augenmerk auf die Euterqualität, sowie eine gute Kombination von Eutergesundheit und Melkbarkeit. Amstel P vom VOSt (gRZG 143), ein Apoll P-Sohn, ist rezessiv hornlos. Er vererbt eine gute Milchleistung und überzeugt in den Exterieur- und Fitnessmerkmalen (gRZF 126). Die Eutergesundheit ist mit gRZS 120 besonders hervorzuheben.

Die vollständigen Listen der Zuchtwerte können in der Bullendatenbank des vit unter www.vit.de abgerufen werden. Hier sind die Zuchtwerte aller geprüften Besamungsbullen, von denen Sperma abgegeben wird, verfügbar. Die Listen sind unterteilt in genomische Bullen, die keine Töchter bzw. Töchter in weniger als 10 Herden für Milch oder Exterieur haben, aktiv vermarktete töchtergeprüfte Bullen sowie alle töchtergeprüften Vererber mit mindestens 500 Töchtern für Milchleistung.

Weitere Informationen über die Zuchtwerte erhalten Sie bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie über die Internetdatenbank des VIT und seitens der Rinderzuchtverbände. Die nächste Zuchtwertschätzung ist für den 4. April 2018 geplant.


Kontakt:
Dr. Ludwig Diekmann
Leiter Fachbereich Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier, Tiergesundheitsdienste
Telefon: 0441 801-635
Telefax: 0441 801-634
E-Mail:
Yvonne Konersmann
Tierzucht, Tierhaltung
Telefon: 0541 56008-127
Telefax: 0541 56008-150
E-Mail:


Stand: 19.12.2017