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Gut besuchtes Verdener Fachgespräch Rindermast

Die Niedersachsenhalle in Verden war am 01. März 2018 Veranstaltungsort des 5. „Fachgespräch Rindermast“, welches in Zusammenarbeit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Masterrind GmbH organisiert wurde. Auf dem Themenplan standen in diesem Jahr die Tierschutzleitlinie für Mastrinder, Preise und Entwicklungen auf dem Rindfleischmarkt sowie ein Praxiseinblick in ein Automatisches Fütterungs-System.

Trotz kurzfristiger krankheitsbedingter Ausfälle, konnten alle drei planmäßig gestalteten Vorträge durchgeführt werden. Einige einleitende Worte fand Gerhard Schwetje, der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Neben den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Rinderhaltung, stellte es ihn zufrieden, dass viele junge Landwirte und Betriebsleiter Vorort waren und für ein gut gemischtes Publikum sorgten.

Einen Überblick über die Veränderungen im Sektor Tierschutz bei Rindern, gab Christian de Joung vom Beratungsring Osnabrück. Herr de Joung ist Mitglied in einer „Arbeitsgruppe Mastrind“, die aktiv an den Tierschutzleitlinien für die Mastrinderhaltung arbeitet. Vor allem das Mindestflächenangebot mit Berücksichtigung der Tiergewichte sind von elementarer Bedeutung. Allen Tieren soll zu jeder Zeit die Möglichkeit des Liegens gewährleistet und ein Platzangebot in Vormast von 2,2-2,5 m² (2,5 m² bei Neubauten), in der Mittelmast von 2,75-3,0 m² (3,0 m² bei Neubauten) und in der Endmast von 3,5 m² gewährt werden. Ferner wurden im Rahmen dieses Vortrages Themen wie: Vor- und Nachteile von Gummimatten, Tretmistställe (Einstreu, Platzangebot) sowie der Verzicht auf einen Aufsprungschutz eingegangen. Zudem wies Herr de Joung darauf hin, dass die Fressplatzbreite bei 0,7-0,75 m liegt und das zukünftig Schalentränken empfohlen werden, da sie wiederkäuergerechter sind als Tränkenippel.

Im zweiten Vortrag berichtete Gunnar Rohwäder von der Firma Tönnies von der aktuellen Marktlage für Rindfleisch in Deutschland und weltweit. Themenschwerpunkte waren die weltweite Nachfrage nach Rindfleisch, Importe und Exporte, sowie Rassenentwicklungen. Auf den Anstieg an Rindfleisch in deutschen Haushalten um 11,4 %, wie auch den Abstieg des Schweinefleisches von 7 % wurde aufmerksam gemacht. Auch die Anpassung und Veränderung durch Trends in der Gesellschaft machte Herr Rohwäder deutlich, wo er Rindfleisch derzeit weit vorne sieht. Zudem verdeutlichte er, dass der Landwirt gesellschaftlich weiterhin ein hohes Ansehen genießt.

Nach einer kleinen Pause gab abschließend Landwirt Christoph Renken aus Schneverdingen-Heber Einblicke zu seinem Einstieg in die Rindermast. Da der Junglandwirt an einem neuen Standort eine Erweiterung vornehmen wollte, investierte der bisherige Schweinehalter nach langer Überlegung in einen Stallbau für Bullen. Als Arbeitserleichterung und zum besseren Zeitmanagement entschied er sich für den Einsatz von einem Automatischen Fütterungssystem. Für das schienengeführten Trioliet-Modell entschloss sich der Landwirt und kann bei einem Fassungsvermögen von bis zu 6 to. sechsmal täglich füttern. Nachdem Christoph Renken Einblicke in die Fütterung und Entmistung gab sowie die Vermarktungswege (Rein-Raus-Verfahren aller 336 Tiere) schilderte, erörterte er ferner einige Vor- und Nachteile seines Systems. Mit den guten Leistungen und dem ruhigen Tierhandling ist er derzeit zufrieden, weiß aber auch, dass das Tiercontrolling mehr Aufwand bedarf, da alle Tiere unterschiedlich fressen und ruhen.

Die mit knapp 160-170 interessierten Zuhörern gefüllte Niedersachsenhalle, wird im nächsten Jahr wieder Veranstaltungsort des „Fachgespräch Rindermast“ sein und voraussichtlich am ersten Donnerstag im März stattfinden.


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Stand: 05.03.2018